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Fatal Smile: World Domination

Eine Band auf dem Weg zu weltweitem Ruhm
Wertung: 9/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 42:08
Release: 15.02.2008
Label: Locomotive Records

Who the fuck is Fatal Smile? Zwei Alben haben die schon rausgebracht? Hm, da ist wohl wieder so eine mittelmäßige Combo unterwegs, die zurecht nicht viel Beachtung bekommt. Die spielen im Vorprogramm von Lordi? Nun ja, wird man schon überstehen. Dann erlischt das Licht und die Band kommt im Sturzflug auf die Bühne und nimmt das Publikum im Sturm ein. So in etwa war meine erste Begegnung mit den vier Schweden. Okay, ich habe vorher schon einmal bei MySpace reingehört und mir einen positiven Höreindruck geholt, bevor ich der Einladung gefolgt bin. Trotzdem waren wohl alle Anwesenden in der Halle positiv überrascht, was die Band da auf der Bühne abzog. Auch wenn die CD schon länger am Markt ist, kann ich es euch nicht vorenthalten, sie euch nun zu präsentieren.

„S.O.B.“ beginnt so kräftig, als gelte es, eine Schlacht zu schlagen. Einige Kiss-.Attribute verstecken sich ganz bewusst nicht und lassen mit der gehörigen Portion Melodie, aber dennoch mit für Sleaze Rock-Verhältnisse unbändiger Power richtig das Haupthaar zirkulieren. Der Adrenalinschub, den die Band hier hervorruft, ist schon mächtig. Trotz des mächtigen Sounds von Michael Wagner (Metallica, Accept, Skid Row) hat Gitarrist Y viele kleine Details eingearbeitet, die für zusätzliche Farbtupfer im Sound sorgen.

Der Sleaze Rock lebt und das mit gewaltiger Kraft. „Stranger“ tritt dem Hörer genauso heftig in den Allerwertesten. Was der blondierte Sänger Balde da am Mikrofon abliefert, ist nicht hochtonverseucht-nervend, sondern absolut bodenständig und irgendwie immer mit einem breiten Grinsen eingesungen, so hat man zumindest das Gefühl. Man ist von der Intensität an die ersten Skid Row-Scheiben erinnert, auch wenn hier die Power noch mal ein wenig angezogen wurde. 

„Primed & Ready“ rockt deutlich losgelöster aus den Lautsprechern. Trotzdem weiß er gerade durch den bestimmenden Gesang zu überzeugen. Die Gitarre erzeugt den richtigen Drive und treibt die Blutzirkulation mächtig an. Coole Nummer, zwar kein Highlight, aber trotzdem Lichtjahre von einem Lückenfüller entfernt.

„Too Far Down“ ist derart packend, dass man einfach mitgrölt, ohne die aufgrund der eigenen Sangeskunst bemitleidenden Blicke der Leute um sich herum zu bemerken. Zu sehr fixiert man sich auf diese tolle Band. Unglaublich, dass so etwas nicht aus den USA kommt. Hier bekommen Mötley Crüe richtig was in den Popo getreten. Einfach nur stark.

Recht dominant stapft dann auch „No Tomorrow“ daher. Hier weht kein dünnes Lüftchen, nein, hier wird mächtig gebolzt und irgendwo könnte das ein langsamer Bastard mit hymnischen Judas Priest und Black Sabbath-Genen sein. Aber bevor hier der Verdacht aufkommt, es handele sich um eine uneigenständige Band: Nein, man merkt zu jeder Zeit, dass hier Fatal Smile am Werk sind. 

Etwas zügiger prescht dann „Out Of My Head“ daher. Coole Nummer mit etwas luftigerem Sound, wenngleich man hier nie derart abspeckt, um zum Beispiel Soundähnlichkeiten mit Poison zu genießen. Aber das ist auch nicht das Ziel von Fatal Smile. Kraftvoll muss es zu jeder Zeit sein.
„Run For Your Life“ ist dann der erste und eigentlich einzige Song, der sich nach zig Durchläufen trotz gewissen Ohrwurmcharakters ein wenig abnützt und eher im Album untergeht. Das aber trotzdem auf gutem Niveau mit überragendem Gesang von Blade.

„Fatal Smile“ hätte ich dann besser erwartet, schließlich ist es die Bandhymne. Trotzdem sollte man den Song nicht unterschätzen. Ich denke, es konnte der Band nichts Besseres passieren als dass Blade einsteigt. Alx am Bass sorgt für den nötigen Drive, Y brilliert an der Gitarre und der Spaßfaktor liegt sehr hoch. Eigentlich klar, dass da auf der Bühne keiner still rumstehen kann, denn die Songs sind pure Energie.

„Straight To Hell“ hat gewisse Street-Vibes, die richtig cool rüberkommen, auch wenn der Refrain ein wenig an Lordi ausgerichtet zu sein scheint. Es ist ein wenig seltsam, was da in den Vocallines abgeht, aber somit auch sehr interessant. Das kraftvolle „Eve Of War“ besiegelt dann das Ende der CD, und richtig, die Band hat keine Ballade im Gepäck. Und ich bin mir nicht sicher, ob gerade dies genau das ist, was Fatal Smile ausmachen. Sie gehen ihren Weg, ohne sich bewusst bei anderen Bands zu bedienen. Man hat seine Einflüsse verarbeitet, diese aber mit dem eigenen Fatal Smile-Sound arrangiert und fertig. Warum muss man als Womanizer-Band eine schmalztriefende Ballade bringen? Nein, da reduziert man höchsten etwas die Power, rockt aber trotzdem ungeschliffen los

Fazit: Danke an Lordi, dass sie die Schweden auf ihrer großen Tour mit ins Vorprogramm genommen haben, denn sonst wüsste ich nicht, ob ich sie kennen gelernt hätte. Mit wirklich toller Liveaction konnten sie überzeugen. Dass die Mucke aber auch ohne die schweißtreibende Show derart gut funktioniert, konnte man nur erahnen. Eine tolle Band auf dem Weg zu weltweiten Ruhm in einer Zeit, in der dem Sleaze Rock eher der Wind ins Gesicht bläst.

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