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Farther Paint: Lose Control

Schwer zu klassifizieren
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 42:44
Release: 05.12.2008
Label: Lion Music

Farther Paint ist eine italienische Progressive Metal Band mit stark experimentellen Einflüssen. Mit „Lose Control“ erscheint nun ihr neustes Werk. 

Bei dieser Formation gestaltet es sich schwer, den eigenen Höreindruck glaubhaft wiederzugeben. Die Songstrukturen sind sehr komplex, da häufig die einzelnen Melodien durch plötzliche einsetzende Gitarren oder elektronische Elemente unterbrochen werden, wie man es unter anderem beim Song „No One Is Around Me“ hören kann.

„Lose Control“ und „Anger“ sind zwei instrumentale Tracks auf dem Album. Der Opener wird durch Drumeinlagen eröffnet, die sich zusammen mit der Gitarre immer weiter steigern, während sich noch einige elektronische Geräusche hinzumischen und in einem Wechselspiel zwischen elektrischen Sound und dunkler Gitarre endet. „Anger“ erinnert zu Beginn an ein Radio, welches keinen Empfang hat, hört man doch nur Rauschen. Dieser Titel kann mit sehr interessanten Rhythmen und Melodien punkten. Ebendiese bekommt man in unterschiedlichen Stilen von der Gitarre geboten.

Interessant gestalten sind die Übergänge zwischen den einzelnen Stücken, die scheinbar nicht am Ende der jeweiligen Spielzeit enden, sondern in den nächsten Song übergehen, sodass man prinzipiell, wenn man nur vom Gehörten ausgeht, einen einzigen Track hat, der formell auf dem Papier unterteilt ist. 

Die Instrumentalfraktion spielt sich nicht ständig in den Vordergrund und verliert sich nicht in unendlichen Riffs oder Gefrickel. Sie bricht dann etwas aus, wenn sie die Möglichkeit hat, nimmt sich aber immer stets gut zurück, um bestimmte ruhige Melodien oder den Gesang in den Vordergrund rücken zu lassen. Vor allem das Gitarrenspiel ist sehr variabel. Einmal mag es sehr virtuos aus den Boxen tönen, dann wird wieder eine sehr rockige, Tonart angeschlagen. Mag für eine Progressive Metal Band vielleicht untypisch sein, ist aber auf jeden Fall positiv zu bewerten. Meist schafft sie es auch, einen schönen Kontrast zwischen rhythmischen und melodischen Parts zu kreieren. Bei „Illusions In My Hands“ hat man zu Beginn ein wirklich gelungenes Intro von Piano (Melodie) und Drums, zur Mitte hin wird es sehr rhythmisch, teils sogar abgehackt, um dann wieder einen Bogen zu schlagen und so ähnlich zu enden, wie es begann.

Schade ist, dass die Vocals von Sängerin Monia Rossi etwas leise abgemischt wurden, sodass man zeitweise schon seine Ohren spitzen muss, um sie gut zu hören. Dabei besteht eigentlich kein Grund, sie leise zu halten. Denn ihre Stimme ist wirklich sehr gut und facettenreich. Sie kann zwischen einer hellen, klaren, leicht poppigen, einer rockigeren, etwas tieferen und einer souligen Stimmlage wechseln und macht immer eine sehr gute Figur. Ihren Gesang kann man am Besten bei der Ballade „Chains“ genießen, wo man nur Monia begleiten vom Piano hört. Beim letzten Song „My Noise“ sind die Vocals zu Beginn noch mehr gedämpft.

Dynamisch bewegt man sich stets im mid-tempo Bereich, schafft es aber trotzdem stets einen sehr vollen Klang zu bekommen, wie „Hold Me“ beweist. Die Geschwindigkeit, die vielleicht manche missen mögen wird durch großen Abwechslungsreichtum wettgemacht. Bei „No One Is Around Me“ gibt es so viele Wechsel von Tempo oder Instrumentierung, dass man als Hörer gut aufpassen muss, um überhaupt noch mitzukommen. Mal hört man eine sehr rhythmische, elektronische Melodie in Kontrast zu Bass und Drums, wir dann unterbrochen von einer Melodie, die an ein Schlaflied erinnern mag, dann geht es ruhig und melodisch mit Gesang und Piano weiter, es steigert sich, Gitarre und Drums steigen wieder ein, das Piano setzt nach einiger Zeit aus, um schon bald immer wieder eingestreut zu werden. Es steigert sich weiter, wird noch experimenteller, um dann ruhig zu enden.

Fazit: „Lose Control“ ist ein Album, das in allen Aspekten hörenswert ist, wenn man offen für Neues ist. Denn Farther Paint bieten hier keinen Progressiv Metal, wie man ihn schon tausendfach gehört hat, sondern bringen eine große Portion Individualität mit hinein. Zwar mögen die experimentellen Einflüsse an manchen Stellen etwas zu stark sein, jedoch kann man dieses Album wirklich weiterempfehlen. Der Band ist gelungen, ihr eigenes Ziel zu erreichen, „eine Musik zu erschaffen, die nicht so einfach zu klassifizieren ist.“.

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