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Farin Urlaub Racing Team: Niemals

Sehr gute, emotionale zweite Single-Auskopplung aus "Die Wahrheit übers Lügen"
Wertung: 8/10
Genre: Poprock
Spielzeit: 12:08
Release: 09.01.2009
Label: Völker hört die Tonträger

Mit „Niemals“ legt das Farin Urlaub Racing Team nach „Nichtimgriff“ die zweite Single-Auskopplung aus dem aktuellen Album „Die Wahrheit übers Lügen“ vor.

Dieses Ende Oktober erschienene, gelungene Album zeigt in Form von musikalischer Vielseitigkeit – munter werden Reggae, Ska, Pop und Rock miteinander vermischt – Farins Emanzipation von seiner Hauptband Die Ärzte und zeichnet sich in lyrischer Hinsicht wie bei Farin Urlaub und ja auch bei den Ärzten üblich durch enormen Facettenreichtum aus: Wortspiele, sarkastische Gesellschaftskritik, tiefschwarzer Humor und Nachdenkliches. 

In letztere Kategorie fällt auch vorliegende Single, in der es inhaltlich um einen Mann geht, der gerade von seiner Partnerin verlassen wurde, was er psychisch und emotional überhaupt nicht verkraftet. 

In der ersten Strophe versinkt er in Selbstmitleid und wünscht sich, er könnte sie vergessen, redet sich allerdings gleichzeitig ein, dass dies sicherlich eines Tages passieren wird, wenn nur etwas Zeit vergangen ist, während er sich in der zweiten Strophe fragt, woran es eigentlich liegt, „dass ich auf Wolken geh, sobald ich dich seh“. Am Ende aber kommt er zu dem Schluss, dass er sie immer noch nicht vergessen kann, egal was er tut, und fragt: „Was hast du mit mir gemacht?“

Im Refrain dagegen betrachtet der Protagonist die Lage realistisch: „Mir ist klar, dass da niemals etwas sein wird“.

Diese Diskrepanz zwischen Wunschdenken und Selbstmitleid in der Strophe und bitterer, nüchterner Realität im Refrain wird auch musikalisch überzeugend und deutlich dargestellt: Die Strophe ist mit Akustikgitarren und einer melancholischen E-Gitarren-Melodie im Hintergrund ruhig gehalten, während im Chorus ein regelrechter Ausbruch, der nach Wut und Verzweiflung klingt, stattfindet.
Meiner Ansicht nach ein sehr gutes, emotionales Lied, das eine würdige Single-Auskopplung darstellt. Eingängig, facettenreich und gut gesungen.

Das zweite Stück auf dieser Maxi, „Worte fehlen“, ist ein Non-Album-Track und fällt ebenfalls in die Kategorie Liebe, wenngleich der Protagonist hier im Prinzip glücklich ist. Leise Zweifel sind auch hier vorhanden („wie es weitergeht, ich weiß es nicht, das wissen wir wohl beide nicht“), aber letztlich ist er doch zuversichtlich, dass alles gut geht.
Musikalisch nicht schlecht und mit ein paar Bläsern gewürzt, reicht „Worte fehlen“ zwar nicht an den ersten Song heran, ist aber ein ganz netter Zusatz.

Schließlich gibt es noch den experimentelleren Song „Insel“ als Live-Version und ein Video zu „Niemals“, welches sogar ich als Musikvideo-Muffel durchaus als gelungen bezeichnen kann.

Fazit: Die Single stellt eine lohnenswerte Anschaffung dar (soweit man so etwas bei Singles überhaupt sagen kann), zumal sie auch optisch ansprechend gestaltet wurde – immerhin wurden sogar die Texte der beiden ersten Songs abgedruckt, was bei Singles ja nicht unbedingt Standard ist.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann