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Farewell To Arms: Exhalation

Spielspaß lautet die Devise
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 16:51
Release: 16.12.2010
Label: Eigenproduktion

Eigentlich sind Farewell To Arms nichts Besonderes. Die Jungs kommen aus Bayern, haben Spaß am Spiel und zocken heftigen Death Metal mit Hardcore. Nach dem Demo-Debüt „Waiting Till The Sky Falls“ Anfang letztes Jahres haben die Fünf mit ihrer EP „Exhalation“ Ende 2010 direkt noch mal nachgelegt und zerlegen auf den selbstproduzierten Songs alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Eigentlich also nichts, was man speziell erwähnen müsste, gibt es solche Bands doch inzwischen wie Sand am Meer.

Bei F2A wird auf die klassische Besetzung von Drums, Bass, zwei Gitarren und einem Sänger gesetzt – letzterer in Gestalt von Domme, einem jungen Herrn, der sich nicht nur die Seele aus dem Leib kotzt, sondern dabei auch noch eine verdammt gute Figur macht. Auch wenn sämtliche extremeren Gesangsstile inzwischen relativ abgenutzt sind, gibt es doch ab und an kleine Sternstunden bezüglich der Sänger diverser Bands, bei denen man sich denkt: „Mensch… der klingt geil!“ Ähnliches geht einem bei Farewell To Arms durch den Kopf. Völlig abgesehen davon, dass die beiden Gitarristen Hannes und Gord einen ebenso astreinen Job machen und – es geschehen noch Zeichen und Wunder – für eine in Eigenregie entstandene Scheibe fetzt das Schlagzeug auch gehörig. Sogar bei einer professionellen Produktion müsste man dem Schlagwerk gesonderten Applaus beisteuern.

Der technisch hohe Anspruch von „Exhalation“ ist umso erstaunlicher, als dass es die Band erst seit 2007 gibt. Die Jungs müssen sich den Arsch bis zu den Ohren aufgerissen haben, um so spielen zu können, oder sie sind einfach allesamt Naturtalente. Bereits im Klavierintro „Inhaling The Seconds Before“ hat man als erstes das Gefühl, als würde man die Melodie schon kennen – klar, schließlich packt jede zweite Core-Bands so ein Geklimper ins Intro –, aber im Verlauf der dreieinhalb Minuten kriegt man dann doch ein bisschen Gänsehaut, bis man am Ende nur noch grinsen und auf „Repeat“ drücken kann.

Dass der Nachfolger „Stick To Nothing“ wesentlich deftiger daherkommt, war abzusehen – ein schöner Breakdown direkt zu Anfang markiert den ersten Punkt der Scheibe, wo man sich wirklich fragt, wo sich die Band solang versteckt hat oder ob man einfach blind und taub durch die Welt stolpert, weil man von ihnen bisher noch nichts gehört hatte. Zwischendurch wird einfach mal so ein Gitarrensolo rausgehauen, bevor das ganze Spektakel in einer epischen Explosion aufgeht. Die Gitarrenspur hat man noch Ewigkeiten im Ohr und ertappt sich allen Ernstes dabei, headbangend vorm Computer zu sitzen.

Als wäre das nicht genug, wird mit „From Init To Exit“ direkt der nächste Brocken hinterher geschoben. Ja, man kennt die Gitarrenmelodie so oder ähnlich schon, und auch die heiseren Schreie sind nicht ganz neu, aber nichtsdestoweniger großartig umgesetzt. Allein der Refrain verschafft einem einen Ohrwurm für die nächsten zwei Wochen. F2A haben nicht nur die technischen Fähigkeiten, um solche Songs nahezu perfekt umzusetzen, es hört sich auch kein Song in irgendeiner Weise steril an. Der Rausschmeißer „Between The Walls Of Ruins“ geht dann noch mal gehörig in die Knie und setzt auf den direkten Schlag in die Magengegend, allerdings ohne sich über die volle Distanz ins Kleinhirn zu holzen. Stattdessen werden Melodiebögen gespannt, wo es nur geht und das alles ohne Übersättigung. Feine Sache, auch wenn nach nicht ganz 17 Minuten leider schon wieder Schluss ist. Aber hey, wozu gibt es eine Repeat-Taste – und die wird jetzt erstmal benutzt, bis sie abfällt.

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