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Fanoe: Full Speed Ahead

Es geht besser
Wertung: 5/10
Genre: Industrial Rock
Spielzeit: 48:32
Release: 09.07.2010
Label: Nonstop Music Records

Es gibt einige Alben, bei denen man in ihren Anfängen nicht genau weiß, wo sie den Hörer hinführen wollen – geschweige denn, welches Genre die Band denn vertreten will.

Eine dieser Scheiben ist das Album „Full Speed Ahead“ von Fanoe, der Band um den dänischen Namensgeber, Mastermind, Gitarristen und Sänger Klaus Fanoe. Eröffnet wird besagter Silberling mit einer 52-sekündigen „Overture“, die mit mehr oder weniger verzerrten, orchestralen Klängen trotz recht simpler Melodik auf eine musikalisch opulent ausgestaltete Platte hindeutet. Doch weit gefehlt, nach einer kurzen (Kunst)Pause setzt mit „Only You“ kein hymnisches Stück Musik ein, sondern vielmehr eine Darbietung von leicht verzerrtem Krautrock, strukturell alles andere als aufregend und nur auf wenigen Akkorden basierend.

Tatsächlich ist eine genauere Genrezuordnung erst mit dem dritten Song „Narcotica“ möglich: Rockig bleibt es weiterhin, doch die Verzerrung und der generell etwas undefiniert gehaltene Sound kombiniert mit den (bedeckt eingesetzten) elektronischen Elementen sprechen sich eindeutig für Industrial Rock aus.

In punkto Songaufbau und -komplexität gibt es auch in den folgenden Songs wenig Überraschungen: Die Stücke sind generell simpel gehalten, auf einigen wenigen Riffs aufgebaut, ins undefiniertere Milieu verzerrt und mit einer ebenfalls leicht distanziert wirkenden Stimme von Klaus Fanoe versehen – wirklich hängen bleibt auch bei mehrmaligem Hören nicht viel, Hits sind auf „Full Speed Ahead“ eher nicht zu finden.

Für Beatles-Freunde fällt das in der Mitte stehende Cover von „Come Together“ dabei eher noch negativ auf: Sind die Strophen einfach eine düstere Version des Originals, mutet der Refrain mit einer plötzlichen Tonerhöhung von Gitarren und vor allem den Vocals recht seltsam an.

Auch wenn es schwer ist, abgesehen von den Beatles noch weitere definitive Einflüsse aus der Musik von Fanoe herauszuhören, fällt im Falle von „Wild Card“ doch eine Parallele zu einem stark entschärften Marilyn Manson auf – jedenfalls was die Art des Riffings und die rhythmische Unterteilung angeht. Der Haken an der Sache: Im Vergleich zum Vorbild zieht der Song den Hörer nicht so wirklich mit.

Ingesamt kann man über „Full Speed Ahead“ von Fanoe sagen, dass es durchaus schlechtere Industrial Rock-Alben gibt – von der Produktion her gibt es nicht wirklich viel zu meckern, auch weisen die Songs (abgesehen vom Intro) eine gewisse Kontinuität auf. Allerdings gibt es gleichwohl auch eine ganze Menge besserer Alben, die den Hörer im Vergleich zum vorliegenden Album weit besser mitreißen können. Die Stücke sind allesamt nicht wirklich aufregend, ein wirklicher Höhepunkt der Platte ist nicht zu erkennen. Nachdem die letzten Klänge des vierminütigen, auf einem einzelnen, sich in der Lautstärke steigernden, atmosphärischen Loop mit einigen leisen Einsprechern basierenden Titels „Grace“ verklungen sind, ist dem Hörer von der gesamten CD nicht viel im Kopf geblieben – das geht besser.

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