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Fall Ov Serafim: Nex Iehovae

Ein Feuer wird nicht entfacht
Wertung: 4.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 48:34
Release: 01.06.2006
Label: Regain Records

Misteltein nannte sich die Vorgänger-Combo von Fall Ov Serafim und konnte bereits mit zwei Alben glänzen, die via No Fashion Records veröffentlicht wurden. Da mir diese aber vollkommen unbekannt sind, kann ich hier keine Vergleiche zum ersten Streich von Fall Ov Serafim anstellen. Aber da die neue Band ja auch einen Neuanfang darstellt, sollte man alte (Glanz-)Taten vielleicht auch ruhen lassen. Wer weiß, wozu das gut ist…

Jedenfalls wollten die meisten Mitglieder von Misteltein neue Wege beschreiten und schoben Fall Ov Serafim ans Licht der Welt. Und genau dieses wollen sie mit ihrem symphonischen Black Metal verdunkeln. Um das Schwarz noch vollkommener zu gestalten, werden hier und da noch Einflüsse des Death- und Thrash Metals mit dazugepackt und das ganze abgerundet mit einer gehörigen Portion spielerischem Können. Dimmu Borgir trifft auf Morbid Angel… so sagt die Plattenfirma. Und da will ich mal nicht widersprechen, denn die Kernaussage stimmt definitiv. Zumal Fall Ov Serafim auch gesangstechnisch beide Aspekte miteinander verbinden. Der vorherrschende Kreischgesang wird ab und an durch Death-Vocals ersetzt oder beides zusammen in die Mikros geröchelt. Dazu passen die Texte über das Leben, den Tod und Religionen wie der Topf zum Deckel. Nicht wirklich außergewöhnlich, aber genretypisch. 

Und so ist dann auch das Album geworden. Nett gemacht und vieles auch richtig gut arrangiert. Doch der Funke springt bei mir insgesamt nicht über. Oder formuliere ich das mal anders… der Funke beginnt bei zwei Songs schon fast, meine Klamotten in Flammen zu setzen. „A Poisoned Blessing“ ist genau das, was symphonischen Black Metal ausmacht. Das Keyboard reiht sich in den Gesamtsound ein und bettet die Gitarren in eine breite Soundwand ein, welche melodischer nicht sein könnte. Die Doublebass fräst sich durch die Riffs und schleift dich, zusammen mit der gesamten Atmosphäre, in ihrem Schweif hinterher. Trotz aller Melodien wird ein gesundes Maß an Härte nie unterschritten. Besonders dann nicht, wenn das Keyboard zum Ende des Krachers eine Melodie spielt, die auch aus einem alten Filmschinken aus den 80ern stammen könnte. “Crowned In Malice” schlägt in eine ähnliche Kerbe, wobei hier noch mehr Atmosphäre erschaffen wird, die für diese Art von Musik nun mal unabdingbar ist. 

Aber ich habe es ja schon angedeutet… der Funke hat nicht ausgereicht, um ein richtiges Feuer zu entfachen. Nach diesen beiden Songs ist das Lodern leider erloschen. Gute Momente wechseln sich beim Rest der Songs mit „na ja“-Zitaten und „aua-Sprenklern“ ab. Dabei fällt den Keys nur allzu oft der schwarze Peter zu. Manche Tischhupen-Geräusche und manche Klimpereien kann ich gedanklich und musikalisch nicht nachvollziehen. Ansonsten wird munter und phasenweise sehr vertrackt vor sich hin gethrasht, geblastet oder mit angezogener Handbremse die Botanik zerpflügt. 

Was bleibt mir also, wenn ich meinen Kopfhörer an den Nagel hänge? Ein Album, das wohl nur für Fans interessant ist, die sich jeden Output eines bestimmten Genres zulegen. Egal, ob qualitativ ansprechendes Songwriting oder nicht. Und von dem sind Fall Ov Serafim noch eine ganze Ecke entfernt. Ich bin mal gespannt, was die Truppe in Zukunft für den geneigten Hörer bereithalten wird, denn die Gegenwart glänzt nur mit einem mittelmäßigen, über weite Strecken langweiligen Album.

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