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Fall Of The Leafe: Aerolithe

Aus einem Guss bestehender Positiv-Metal
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 41:18
Release: 20.08.2007
Label: Firebox

Am Anfang war die Melodie.

Nicht unbedingt eine Melodie, die Material für den nächsten, hoffentlich ausbleibenden Sommerhit bieten könnte, auch keine Fahrstuhlmelodie, um die alltäglich-monotone Bürokratie erträglicher zu machen; weniger eine Beethoven-Melodie und mehr eine Iron Butterfly-Melodie.

Sicher keine Melodie, die nur einem Superhirn mit orchestralem Denkungsvermögen entsprungen sein kann; vielmehr eine schöne Melodie, eine ästhetische Melodie zum Dahinschweben, zum Festhalten und nicht mehr Loslassen, ohne sie dabei zu erdrücken, um sie letztendlich und nach reichhaltigem Reinhören in gewissen, ganz passenden Momenten der Öffentlichkeit durch ein dezentes Summen zu übermitteln.

Und ich sehe jetzt schon die Herren von der Musikpolizei, wie sie ihre Milchbärte glatt streichen und sich mit verschränkten Armen dieser Melodie auf ein Stelldichein begegnen.

Und dennoch verbringt man sein ganzes Leben geduldig und sehnsüchtig wartend nach solchen Melodien.

Dieses Album hat elf davon.

Die Erste davon noch geradezu demütig mit "Opening" titelgerecht verarbeitet.

Nun, wo liegt die Quelle solcher Melodien, sicherlich hier:

Finnland, Firebox Records, Fall Of The Leafe die Band, das Album "Aerolithe", das Sechste seiner Art, Progressive Metal mit Death-Roots, ab 20.8.2007 nach der Zeitrechnung im Laden zu kaufen.

Fragt sich nur, WIESO HAT MIR KEINER BESCHEID GESAGT?

Es ist echt unglaublich, dass man mir diese Band seit mittlerweile 9 Jahren vorenthält.

Jedenfalls sind Fall Of The Leafe Teil dieses Reviews und jetzt schon meine neuen Helden.

"Aerolithe", genau so klingt die Platte auch, leicht wie eine Feder im Wind, die man stundenlang beobachten kann und dabei immer etwas Neues entdecken kann, deren Bahn unvorhersehbar und unberechenbar ist, die von Weitem sehr einfach aussieht, je näher man jedoch kommt, offenbaren sich dem Betrachter umso komplexere Strukturen.

Eine nicht-absolute, aufbauorientierte Herangehensweise an das Werk fällt schwierig, da man zu schnell an die Grenzen des Vergleichbaren stößt; einflusstechnisch könnte ich mir vorstellen, dass die Band während des Songwritings viel Rush, Yes und ein bischen King Crimson gehört hat und daraus eine bunt schillernde Allerwelts-Bubblegum-Progmischung gemacht hat, bei der keine vordergründige Differenzierung zwischen westlich und östlich, kommerziell oder independant bestehen kann.

Natürlich bieten die Gitarren und das Keyboard einen breiten Melodieteppich (der übrigens angenehmerweise ohne jegliche minutenlange Sololicks geknüpft ist); dennoch möchte ich hier gleichzeitig eine verdammt vorbildlich arbeitende Rhythmusgruppe erwähnen, die genau den zum allgemeinen Gleichgewicht der Songs beitragenden Gegenpol aufstellen kann, der sich hier als das natürlich rechte Maß anbietet.

Und das, obwohl sie eigentlich nur genau das machen, was eine Rhythmusgruppe eigentlich immer ausmachen sollte, nämlich die Fähigkeit zu Minimieren, zu Konkretisieren, dem Hörer das Gefühl zu geben, ohne sie verloren zu sein.

Der Gesang ist lieblich, aber nicht schmierig, elegant, aber nicht schrill, groovy, aber nicht hairmetalig, mit Ecken, aber ohne anzuecken; tatsächlich beherrscht Tuomas Touminen sogar Shouts und Growls, die er aber wohlbedacht bis zu wirklich passenden Anlässen unter Verschluss zu halten weiß.

Fazit: Die Platte klingt derart wie aus einem Guss, dass man, sofern man sich erdreisten sollte, einen Track davon besonders herauszuheben, man dieses genial einheitliche Album-Konzept zum Bruch zwingt, dieses EINE (es endet übrigens mit der Melodie, mit der es beginnt), spezielle Gefühl, das einen überkommt- schwer zu beschreiben, einfach selber hören, es lohnt sich.

Treten sie näher, Ladies und Gentlemen, denn hier wird Ihnen wieder einmal der Grund geliefert, positiven Metal zu hören.

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