Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Fall Of Empyrean: A Life Spent Dying

Depression, die begeistert
Wertung: 8/10
Genre: Death Doom Metal
Spielzeit: 46:52
Release: 14.05.2010
Label: Grau Records

Fall Of Empyrean sind, soweit man das einer hierzulande noch recht unbekannten Band unterstellen kann, erfolgsverwöhnt. Die Band aus Arizona hat seit ihrer Gründung vor zehn Jahren ein selbstbetiteltes Demo und zwei Full Length-Alben, "Anhedonia" und "A Darkness Remembered" mit Namen, auf die Metalgemeinde losgelassen und vor allem letzteres wurde von verschiedenen Instanzen in den Himmel gelobt. Bereits 2007 haben die Doom/Deather mit den Aufnahmen zu ihrer aktuellen Scheibe „A Life Spent Dying“ begonnen, dazwischen konnten sie noch ganz nebenbei einen Deal mit dem deutschen Label Grau Records aushandeln, das so illustre Bands wie die Iren Mourning Beloveth und die Amis von Agalloch unter seinen Fittichen hat.

Warum Sänger Richard Median, Drummer Sage Johnson (beziehungsweise Andy York, der auf der aktuellen Platte trommelt), Keyboarder Kevin Leeds, Bassist Daniel Sobeck und die Gitarristen Ron Clark und Justin Burning so elend lange brauchten, um gerade mal neun Songs auf die Beine zu stellen, bedarf keiner weiteren Erklärung, sofern man sich die Stücke auch nur einmal angehört hat: Jeder einzelne Song – selbst die instrumentalen Zwischenstücke – strotzt nur so vor Kreativität, experimentellen Einschüben und vor allem einer verzweifelt-depressiven Atmosphäre, die die Männer transportieren können, ohne auch nur im Geringsten weinerlich zu wirken.

Tatsächlich muss man sich eine Weile Zeit nehmen für die Stücke von „ A Life Spent Dying“; zuviel gibt es zu entdecken, zuviele verschiedene Eindrücke gilt es zu verarbeiten. Nach einem kurzen Intro geht es mit „Breathe Deep The Cinders“ und doomigen Gitarren los, die rauen Growls und die leicht scheppernden Drums unterstreichen die wehmütige Atmosphäre. Die halb gesprochenen, halb gesungenen Passagen tragen noch zum gruseligen Endzeit-Feeling bei.

Auffällig bei „Vast But Desolate“, sowie bei „The Air Is Still“ ist der markante Bass – der Tieftöner hat hier einen ähnlichen Status inne wie auf den alten End Of Green-Scheiben, soll heißen er fällt als erstes auf und man kann ihn ohne größere Anstrengung das komplette Stück hindurch heraushören; dadurch wird das Doom-Feeling natürlich noch einmal verstärkt, die Songs gehen direkt in die Magengegend und hinterlassen ein ganz eigentümliches Gefühl.

Mit ordentlichem Rumoren in Form von etwas überanstrengt wirkenden Growls startet „A Long Silence“; Fall Of Empyrean bauen auch hier unter anderem durch den Wechsel von extremen Vocals und geprochenen Passagen gehörig Spannung auf, bevor das Stück sich regelrecht vorwärts walzt. „Lifeless In My Arms“ bildet eine kurze instrumentale Ruhepause vor dem nächsten Sturm, der mit „Veins Split Wide“ daherweht. Der suizidale Titel und der wiederholte Wechsel der beiden gegensätzlichen Gesangsstile wirkt derart nervenaufreibend, dass man kaum noch still sitzen kann – die Band zeigt in einer Glanzleistung, wie man eine unruhige, rastlose Stimmung kreiert, ohne den Hörer mit schnellem Riffing oder manischem Gekreisch zu strapazieren.

Fall Of Empyrean haben ihre Sache wirklich gut gemacht. Hier und da blitzt auf „A Life Spent Dying“ eine ruhige Minute auf, die man sicherlich noch ein wenig spannender hätte ausfüllen können, andererseits sind die eingestreuten Instrumentals aber dringend nötig, um sich zwischen den eigentlichen Songs ein wenig zu beruhigen. Die sehr verzweifelte Grundstimmung der Platte kratzt doch gehörig an den Nerven, ist für Fans von älterem Doom Death, zum Beispiel den früheren Katatonia, oder Depressive Suicide Black Metal sicherlich eine Empfehlung.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna