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Fall Of Carthage: Emma Green

Eine fast schubladenfreie Platte
Wertung: 7,5/10
Genre: Groove Metal, Hardcore
Spielzeit: 33:27
Release: 06.04.2018
Label: MDD Records

Bands, die sich nicht in Schubladen stecken lassen wollen, sollten eigentlich mittlerweile gerade aus Trotz eine eigene Schublade bekommen, handelt es sich doch meistens um ganz offensichtlich erkennbare Metalstile und Einflüsse. Das Troisdorfer Trio Fall Of Carthage würde die Schublade samt zugehörigem Schrank wahrscheinlich mit einem Schlag in Grund und Boden rammen – die Band kann man zwar sehr grob Richtung Hardcore und Groove Metal verordnen, näher kommt man an eine befriedigende Klassifikation aber nicht heran.

Wenn man die Band nicht kennt (was traurig genug ist, weil es sich hier bereits um das dritte Album handelt), lässt die erste Überraschung beim Opener „Signs Of Corruption“ gar nicht lange auf sich warten: Nach einem die Luft zerschneidenden Gitarrenintro bellt Sänger Sascha gleich richtig heftig in bester Thrash-Manier los, nur um im Refrain von einer überraschend gut eingefügten Melodie untermalt zu werden. Irgendwo konnte man was von „Modern Metal“ lesen, aber das wird der Truppe nicht im Geringsten gerecht. Stattdessen wird hier, wie auch auf dem Rest der Platte, ein ordentliches Feuerwerk aus Old und New School gezündet – da gibt‘s auch kaum Verschnaufpausen, denn „Priceless“ legt sich gleich wieder richtig ins Zeug, wobei hier der melodische Refrain gleich zu Beginn gestellt wird. Gerade in Kombination mit Saschas heiserem Gebrüll kommen die hintergründigen Melodien besonders gut an – da kann man fast von Gänsehaut sprechen.

Tracks wie „Superior“ füttern deutlich mehr die Hardcore-Fans, der verstörende Titeltrack hat es dann definitiv verdient, dass man bei all dem Geschrammel auch mal auf den Text achtet, ein mulmiges Gefühl ist auch hier wieder vorprogrammiert. „Lies In Your Cup“ wirkt dann fast ein bisschen stumpf, dafür kann „Belongings“ mit viel NY-HC-Feeling und fast todesmetallischen Gitarren im Refrain punkten. Dass Fall Of Carthage wirklich vor keinem Genre Halt machen, beweist spätestens der Rausschmeißer: Da hat sich die Truppe nämlich ausgerechnet an einem Beastie Boys-Song vergriffen und so mutiert „Slow And Low“ ganz schnell zu einem Track, der so beispielsweise auch von Body Count hätte stammen können.

Auf „Groove“ kann man sich beim Anhören von „Emma Green“ sicherlich einigen, auch Hardcore spielt im Sound von Fall Of Carthage eine unüberhörbar große Rolle, am Rest des Sounds werden sich sicherlich die Geister scheiden. Die zehn Songs der neuen Platte haben aber zumindest genug Biss und treten ordentlich Arsch, um auch weiterhin von der gewaltsamen Verbannung in eine Schublade befreit zu sein. Wer auf Metal, Hardcore oder Bands wie Body Count steht, sollte sich die Troisdorfer mal dringend zu Gemüte führen, falls nicht schon längst geschehen.

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