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Falkenbach: Heralding - the Fireblade

Genau ins Schwarze
Wertung: 9/10
Genre: Viking Metal
Spielzeit: 41:56
Release: 25.11.2005
Label: Napalm Records

Schon seit ca. 17 Jahren existiert das Ein-Mann-Projekt Falkenbach. Nach ganzen sieben Demos legt Protagonist Vratyas Vakyas das erste Full-Lenght-Album aber erst 1996 vor, nachdem man bei Napalm Records auf ihn aufmerksam geworden war. Inzwischen sind es vier Alben, die in den 10 Jahren zwischen dem Zeitpunkt und heute erschienen und das neuste Werk „Heralding – The Fireblade“ steht noch in den Startlöchern. Zwar ist das Album neu (es erschien am 25. November 2005), die Idee allerdings stammt aus den Anfangszeiten des Projektes. Als sechs von den acht vorhandenen Songs noch vor dem Debütalbum „…En Their Medh Riki Fara…“ von 1996 eingespielt werden sollen, muss die Aufnahme aus studiotechnischen Gründen abgebrochen werden. Und anstatt die Idee der Songs neu aufzugreifen, lässt Vakyas sie erst einmal unter den Tisch fallen und widmet sich dem heute bekannten Debüt.

Nun stellt sich die Frage, warum diese Songs nicht schon damals neu produziert wurden. Denn was hier geboten wird, ist alles andere als unausgereift. Logischerweise lassen sich im Vergleich zum letzten Output einige kleinere Veränderungen im Stil feststellen, denn Stillstand kann schnell den Tod bedeuten, wenn das auch einige der heutigen Metal-Szene-Anhänger nicht wahrhaben wollen. Im Großen und Ganzen jedoch lässt sich der Stil Falkenbachs deutlich wiedererkennen. Der Übergang vom Black Metal in Richtung Folk liegt für das Projekt schon länger zurück, so dass auch hier höchst atmosphärische Songs mit vielerlei musikalischen Einflüssen im Vordergrund stehen. Mal düster, mal fröhlich präsentieren sich die Mid-Tempo-Tracks, immer auf Abwechslung aus. Diese liegt nicht zuletzt auch deutlich in den mal melodisch-cleanen und mal gegrowlten Vocals, die auch hin und wieder von männlichen und weiblichen Sprechpassagen unterbrochen werden. Dass sich Vakyas dieses Mal bei der Aufnahme richtige Musiker ins Studio geholt hat, erscheint als äußerst kluger Schachzug, denn die Produktion ist druckvoller denn je, ohne die geforderte Rohheit zu verlieren. Auch das gleiche signifikante, oft langsam-schleppende Riffing ist hier wieder zu bemerken, doch nicht zu jeder Zeit präsent.

Paradebeispiel dafür ist gleich der Opener „Heathen Foray“. Neben „Laeknishendr“ ist dies einer der beiden Songs, die ebenfalls auf dem Debüt des gebürtigen Isländers zu finden sind, jedoch speziell in Sachen Produktion und Gesang perfektioniert wurden. Lauthals löst Vakyas’ Stimme das anfängliche Wellengeplätscher ab, für die nötige Epik sorgen die unterlegenden Synthesizer-Klänge und die mächtigen, eingespielten Chor-Samples im weiteren Verlauf des Stückes. Diese sollen ebenfalls in der Folk/Viking-Metal-Hymne „Havamal“ zum Einsatz kommen. Erst einmal rüttelt der folgende Track „Of Forests Unknown“ die eben entstandenen, in nordischen Landschaften dahin fließenden Gedanken jedoch ordentlich auf. Der melodische Gesang ist extremen Vocals gewichen und auch das Tempo steigt hörbar an, ohne jedoch in Raserei zu enden. In dem härtesten Song der CD lassen sich eindeutig musikalische Mittel des norwegischen Black Metal heraushören. „Skinir“ verbindet beide Gesangsarten und überzeugt auch sonst auf ganzer Linie. Die teils hinzugefügten Sprechpassagen erinnern an einige bekannte Bands gleichen Genres und die Chorsamples zwingen den Hörer in die Knie. Bathory lässt grüßen.

Die limitierte Edition der CD als Digipack kann zusätzlich noch mit einem Bonussong aufwarten.

Dieses Album kann allen Folk/Viking Metal-Fans wärmstens ans Herz gelegt werden. Mit der vorgenommenen Gewichtung von cleanen und aggressiven Vocals und der durch folkige Instrumente erschaffenen Atmosphäre hat Vakyas genau ins Schwarze getroffen. Die schnell einprägsamen Melodien gehen sofort ins Ohr bleiben dort auch. Die Wiederaufnahme der Produktion dieser Stücke hat sich trotz des Alters des Materials (oder auch gerade deswegen?) mehr als gelohnt!

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