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Falchion: Chronicles Of The Dead

Wertung: 5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 47:53
Release: 12.09.2008
Label: Massacre Records

Man kann es sich fast denken, wie es klingt, wenn zwei Korpiklaani-Mitglieder sich selbstständig machen und mit ihrer eigenen Band unterwegs sind. Dass allerdings zwischen Vorstellung und Realität Welten liegen können, zeigen uns Juho Kauppinen und Matti Johanssen mit Falchion. Denn wer sich nun fröhliche Folksongs als Nebenerzeugnis des Akkordeonspielers und des Schlagzeugers vom Klan des Waldes im Kopf ausmalt, der liegt ziemlich falsch.

Zwar bezeichnen die vier Bandmitglieder ihre Musik selbst als Mischung von Folk- und Melodic Death Metal, doch sind Elemente des ersten Stils kaum auszumachen. Vielmehr handelt es sich bei "Chronicles Of The Dead" um eine Kombination mehrerer altbekannter Stile. Jede Menge traditioneller Heavy Metal trifft auf Melodic Death Metal, erfährt den ein oder anderen thrashigen Moment und selten mal kommt auch eine folkige Melodie vor.

Anders ausgedrückt: Wirft man die Vorzeigebands der beiden Genres, Ensiferum und Children Of Bodom, in einen Topf, extrahiert alle synthetischen Klänge, gibt eine LKW-Ladung Running Wild dazu und kreuzt die Frontshouter mit Johan Hegg, ist man dem Stil von Falchion garnicht mehr so weit entfernt - nur, dass das Ganze viel dickflüssiger und zäher klingt.

Die Zähigkeit bezieht sich einerseits auf die stampfende Midtempo-Geschwindigkeit, der man sich oft bedient, andererseits aber auch auf die Melodieführung. Diese wird ausnahmslos von der Leadgitarre übernommen, die fast dauerhaft recht unspektakuläre Tonverläufe zum Besten gibt, während die restlichen Instrumente mal langsam vor sich her grooven oder auch selten mal den ein oder anderen Blastbeat performen. Nach dem Durchlauf eines Songs bleibt in der Regel kaum etwas hängen. Ohrwurmfaktor sucht man vergebens.

Dabei gibt sich das Quartett Mühe. In "Shadows In The Wasteland" beispielsweise erklingen orientalisch angehauchte Melodien, folkige Elemente findet man dagegen in "Chronicles Of The Dead". Aber dennoch: Der Wiedererkennungswert liegt irgendwo an der unteren Begrenzung der Skala. Auch durch mehrfache Wiederholungen einzelner Parts vermag man ihn nicht zu steigern. Der instrumentale Song „Desert Breeze“ beginnt zwar mit einem absolut fetzigen Riff, verliert sich dann aber in eher aussagelosem Melodiegeplänkel. „Shades Of Grey“, „Dying Dreams“ und „Mayhem Machine“ punkten zwar allesamt in den langsameren, schwerfälligen Passagen, überzeugen aber ansonsten weniger und rauschen daher letztendlich einer nach dem anderen am Hörer vorbei.

Ein wenig mehr Eingängigkeit und Spritzigkeit würden Falchion sicherlich sehr gut stehen. Meist wirken die schnellen Melodien kombiniert mit den oft schweren Midtemporiffs wie ein Widerspruch in sich und nehmen der Musik die Dynamik, die sie eigentlich versprühen könnte. Freunde des Melodic Death Metals sollten vor dem Kauf unbedingt probehören. Gleiches gilt für Pagan-Anhänger und vor allem Fans des Hauptprojektes von Juho Kauppinen und Matti Johanssen, denen „Chronicles Of The Dead“ ansonsten eine nette Überraschung bescheren könnte.

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