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Fake Names: Fake Names

Erstaunlich geradliniges Album, welches trotzdem nicht enttäuscht
Wertung: 7,5/10
Genre: Rock/Punk
Spielzeit: 27:48
Release: 08.05.2020
Label: Epitaph

Mit Fake Names hat sich rund um Bad Religion-Gitarrist Brian Baker eine neue Punk-Rock-Supergroup gegründet, bei welcher man durchaus in Versuchung kommt, sie beim falschen Namen zu nennen; viel wichtiger erscheint allerdings, dass es sich hier um eine Ansammlung von gestandenen Musikern handelt, die automatisch die Erwartungen in Richtungen oberes Level der Punk-Sphären klettern lässt. Immerhin sind mit Michael Hampton (Embrace), Johnny Temple (Soulside) und dem Refused-Frontmann Dennis Lyxzén, dem man übrigens eine wirklich gute Gesangsperformance zugute schreiben darf, wirkliche keine unbedarften Herrschaften am Start. Wen wundert es also, dass das selbstbetitelte Album beim Bad Religion-Kompagnon und Labelbetreiber von Epitaph Brett Gurewitz ein Plätzchen zur Veröffentlichung fand.

So viel zu den unaufgeregten und nicht wirklich überraschenden Grundlagen des Albums, deutlich erstaunlicher zeigt sich das musikalische Material, welches die Band hier anbietet. Überlegt man beim Einstieg mit „All For Sale“ noch, ob dies noch die berühmte Ruhe vor dem Sturm ist, kann man nach der knappen halben Stunde doch festhalten, dass die Herren keineswegs auf einer typischen Punk- oder Hardcoreschiene entlang rutschen. Vielmehr bieten Fake Names ein recht geradliniges Rock-Album an, welches auch weit über die Grenzen ihrer eigentlichen Hörerschaft Freunde finden dürfte.

Die zehn Titel bewegen sich dabei durchgängig im Midtempo-Bereich und dies mit einer eingängigen Melodik, welche direkt ein angenehmes Kribbeln im Tanzbein verursacht. So holt im ersten Drittel „Being Them“ mit seinem Drive gut ab, zumal hier schon die markant-griffigen Gitarrenlinien absolut im Ohr hängen bleiben. Auch „This Is Nothing“ verschafft der Scheibe ordentlich Druck und ist zudem mit einer gewissen Spannungskomponente ausgestattet, die den Titel direkt mal auf die Liste der Anspieltipps springen lässt. Und genau auf diese gehört ebenfalls „Darkest Days“, welches wohl am ehesten aus dem Gesamtkonstrukt heraussticht. Während die meisten Tracks eben straff Richtung Rock streben oder es hin und wieder gen Punk-Rock geht, schiebt sich bei „Darkest Days“ etwas Post-Punk-Feeling auf das Debüt, um selbigem eine weitere Facette zu verschaffen.

Aber selbst wenn man „Fake Names“ im Großen und Ganzen als straightes Rock-Album einstufen möchte, kommen natürlich auch Punks auf ihre Kosten. Kurze Hau-drauf-Nummern sind zwar nicht im Angebot, dafür gibt es aber Songs wie „Brick“, die trotzdem krachend um die Ecke kommen. Klassischen Punk-Rock findet man schließlich beim abschließenden „Lost Cause“ und wer es etwas sanfter mag, wird sich mit Sicherheit an der einnehmenden Pop-Punk-Nummer „Weight“ erfreuen.

Warum es bei all den Lobhudeleien nicht zur vollen Punktzahl reicht, ist schon etwas schwieriger zu erklären, zumal es hier eine Reihe an authentischen Songs zu hören gibt, die allesamt gut gemacht sind. Paradoxerweise ist es wohl das Gestandene, was etwas im Weg steht. Irgendwie fehlt dieser letzte berühmte Funken, der ein echtes Feuer entfachen kann oder eben die Spritzigkeit, die komplett mitzureißen vermag. Sei es drum, mit „Fake Names“ steht ein Album bereit, welches in seiner Gesamtheit auf jeden Fall überzeugt und durchdacht klingt. Wer auf handgemachten Rock mit Punk-Appeal steht, macht mit dem Griff zur Scheibe mit Sicherheit nichts falsch und wird sich auch nach mehreren Durchgängen an ihr erfreuen.

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