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Faith Factor: Against A Darkened Sky

Das Dilemma der White-Metal-Szene – es hört heute auf den Namen Faith Factor
Wertung: 6/10
Genre: White Metal
Spielzeit: 54:27
Release: 19.12.2008
Label: Retroactive Records

Bands mit christlichem Hintergrund werden in der hiesigen Metal-Szene leider immer noch nicht flächendeckend wahrgenommen, was grundsätzlich mit zweierlei absoluten Unverfrorenheiten gleichzusetzen ist. Einerseits wird die szeneweit propagierte Toleranz hier ganz schön hart auf die Probe gestellt und leider auch nur geringfügig eingehalten. Und andererseits entgehen dem geneigten Interessenten dadurch unzählige richtig starke Underground-Acts, die man ohne den religiösen Background womöglich offener empfangen würde.

Fernab dieser Grundsatzdiskussionen ist im Umfeld des ehemaligen Deadly Blessing-Shouters Ski Kiersznowski vor einiger Zeit eine neue Formation namens Faith Factor ins Leben gerufen worden, die sich beinahe ausschließlich auf den US-Metal-Sound der 80er konzentriert, lyrisch aber eher Christus als Satan folgt. Dies mag nun sicherlich ein Punkt sein, den es zu beachten gilt. Allerdings lassen wir ihn an dieser Stelle einfach mal außen vor, um nicht wieder ein Fass aufmachen zu müssen.

Nun denn, bei Faith Factor regieren Midtempo-Riffs und stellenweise epische Arrangements, wie man sie von den gemäßigteren Vicious Rumors-Songs kennt. Die Songs sind relativ basisch gehalten und vorwiegend auf den riffbetonten Gitarrensound ausgelegt, der mehr oder weniger ausladend in Szene gesetzt wird. Vor allem „In Remembrance“ und „Ascend Unto Heaven“, die beiden überlangen Epen auf „Against A Darkened Sky“, verdienen hier etwas mehr Aufmerksamkeit, da ihr majestätischer Unterbau nicht selten eine Klasse aufweist, die man ansonsten eher von Acts wie Doomsword kennt – auf jeden Fall wissen diese Amerikaner, wie man packenden, epischen Heavy Metal komponiert.

Und aus genau diesem Grund stellt sich relativ schnell die Frage, warum Faith Factor einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Kompositionen derart versemmeln. Das Debüt leidet in den ersten Minuten unter erheblichen Startschwierigkeiten, einerseits was den melodiösen Teil der Songs betrifft, andererseits aber auch im Hinblick auf die oftmals sehr eintönigen Ideen. Skis Performance ist ferner auch verbesserungswürdig, da es ihm in manchen Passagen leider an der Durchsetzungskraft mangelt, die das Songmaterial erfordert. In den höheren Gesangsparts liegt er nicht selten neben der Spur, sobald er jedoch in gemäßigte Tonlagen wechselt, wollen seine Begleiter nicht so recht die Initiative ergreifen.

„In Remembrance“ ist schlussendlich eine Art Weckruf an die schlummernden Qualitäten dieser Band, der in Stücken wie „Armor Of God“ und „Sinner's Prayer“ (im wahrsten Sinne des Wortes) Gott sei Dank auch angenommen wird. Die Breaks fließen besser zusammen, die Melodien haben etwas Reizvolles an sich und auch Kiersznowski findet langsam zur bekannten Form zurück.

Dennoch: „Against A Darkened Sky“ ist ein ganzes Stück davon entfernt, ein überzeugendes Album zu sein, da die Schwachstellen in den ersten Songs einfach zu prägnant sind. Grundsätzlich haben die White-Metaller den Dreh sicher raus; unverständlicherweise setzen sie ihre Möglichkeiten aber viel zu selten überzeugend um.

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