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Faith And The Muse: :shoumei:

Kalifornier auf Asien-Trip in Texas
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 120:00
Release: 06.08.2010
Label: Danse Macabre

It's about all of us together in one place, sharing this together. Ultimately, it doesn't what shit you have to take, every other day of the week, for the way you look, what you think, or acting differentely than anybody else“, schwört William Faith zu Beginn des Songs „Souvereign“ die Gemeinde in Houston ein. Phrenetischer Jubel - Jawoll, alle zusammen, alle anders, alle hier und niemand kann diesen Moment zerstören.

Und genau das ist es, was Konzerte der kalifornischen Gothic-Rocker ausmacht: Die Vereinigung aller derjenigen, die nicht sein wollen wie der Rest der Welt in einer großen, packenden Show. Einem Konglomerat aus  gegensätzlichen Musikstilen, hypnotischen Rhythmen, anmutigem Tanz, Video-Einspielungen, stimmungsvollem Licht,  aufwändigen Kostümen und passendem Bühnen-Make-Up. Festgehalten auf „:shoumei:“, der aktuellen Live-DVD des Duos und ihrer Begleitband.

Nachdem Faith And The Muse sechs Jahre von der Oberfläche der Öffentlichkeit verschwunden waren, unterbrochen 2006 durch Monica Richards „Infra Warrior“ (zusammen mit William Faith), meldeten sie sich mit „:ankoku both:“eindrucksvoll zurück.

Klanglich dreht sich auf dem Longplayer alles um die japanische Shinto-Religion. Dementsprechend exotisch gestaltet sich auch die Live-Umsetzung. Und ebenso wie im fernöstlichen Tanztheater selbst, wird hier nichts dem Zufall überlassen: Vom machtvollen Dröhnen der Taika-Trommeln über die Butoh Tanzeinlagen bis zu Styling und Gestik der Musiker. Und das konsequent: Selbst Klassiker wie „Spark“, „Cantus“ oder „Annwyn, Beneath The Waves“ ordnen sich dem visuell asiatischen Konzept der Show unter.

Musikalisch spannen die Kalifornier auf „:shoumei:“ einmal mehr den Bogen weit. „The Woman Of The Snow“ wiegt den Zuschauer träumerisch in weichen Flächenklängen, „Blessed“ weckt ihn mit stürmisch nach vorn rockenden Gitarren aus der trügerischen Idylle, „Battle Hymn“ peitscht den Adrenalin-Spiegel noch einmal hoch, „The Burning Season“ geht mit seinem zerbrechlich-tranceartigem Puls sanft in die Beine und in „Nine Dragons“ lässt Faith den Punk raus. Insgesamt eine sinnliche Gesamt-Inszenierung, die von Anfang an den Zuschauer mit auf fesselnden Asia-Trip nimmt, von Wakanai über die Spitze des Fujisan bis Okinawa, und die Aufmerksamkeit des Zuschauers durchgängig fordert. - Alltagsflucht deluxe!

Zu guter Letzt haben Faith And The Muse der DVD ein Bonus-Kapitel hinzugefügt: Ein kurzer Trailer mit Eindrücken von Tour und Proben, neben dem offiziellen Videoclip von „Souvereign“ hält die DVD vom Song „Bushido“ noch eine Live-Version vom WGT bereit, außerdem Fotos und eine Vorstellung der Bandmitglieder. Für die Unterlagen dokumentiert man die eigene Diskografie von Faith And The Muse zusätzlich zu den üblichen Danksagungen. Im Gegensatz zum lebendig-bunten Hauptteil ein routinierter Pflicht-Abschluss. Die finale Kür (Interviews, Hinter den Kulissen-Material etc.) hingegen sucht man hier vergeblich. Punktabzug.

Nichts desto weniger wird angesichts einer Spielzeit von satten zwei Stunden wohl nahezu jeder Anhänger der kalifornischen Gothic-Combo bedient. 

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