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Faith And The Muse: : ankuko butoh :

Faszinierende Klänge eines faszinierenden Duos
Wertung: 9.5/10
Genre: Gothic Art Rock, Experimental
Spielzeit: 46:16
Release: 30.10.2009
Label: Danse Macabre Records

Faith And The Muse sollte man sich mal zu Gemüte führen, wenn man auf düster-experimentelle Musik steht, bei der man nie ganz sicher sein ganz, was für Instrumente eigentlich verwendet werden. Das dynamische Duo aus Kalifornien mischt zwar kunterbunt – oder eher schwarz – Gothic Rock, Alternative und World Music, den roten Faden verlieren William Faith und Monica Richards aber nie aus den Augen.

Wie vielseitig die beiden Musiker sind, beweist ein Blick in die Vergangenheit: Bevor nämlich Faith And The Muse 1993 das Licht der Welt erblickte, verausgabte Miss Richards sich als Fronter der Hardcore-Punks Madhouse und Hate From Ignorance, später war sie Teil des Post-Punk-Ensembles Strange Boutique. Ihr männlicher Gegenpart hatte seine kreativen Fingerchen bei den Gothic Bands Christian Death, Mephisto Walz, der Goth-Punk-Band Wreckage im Spiel und mischt zurzeit neben Faith And The Muse auch bei den beiden Anarcho-Punk-Bands Anima Mundi und Conflict mit. Viel zu tun also für die beiden Kreativköüpfe, trotzdem hat man die Zeit gefunden, Ende letzten Jahres ein neues Album aufzunehmen, das sechste übrigens, wenn man das „Live In Mainz“-Scheibchen nicht mitzählt, und die neue Scheibe hört auf den exotischen Namen „: ankuko butoh :“. Enthalten sind mehr oder weniger experimentelle Stücke, die sich mit der asiatischen Ruhm-und-Ehre-Geschichte befassen und dementsprechend mit den passenden Instrumenten untermalt sind.

Zwar sind Mr. Faith und seine Muse noch ein relativer Underground-Tipp, das lassen die beiden aber nicht gelten, um – wie so viele andere Bands – ihre Songs in einer halbherzigen Produktion versumpfen zu lassen. Glasklar kommt der Sound aus den Boxen, jede noch so feine Klangnuance kommt perfekt zur Geltung und das muss sie auch, denn selbst die immer mal kurz eingeschobenen instrumentalen Zwischenstücke des Albums sind so durchdacht, so voller Leben, dass alles andere als eine perfekte Produktion die Platte völlig versaut hätte

Bereits beim hypnotisch-meditativen Intro „Woman Of The Snow“ wird deutlich: Hier ist nichts „normal“, wer Musik im Mainstream-Bereich sucht, ist hier komplett an der falschen Adresse. Sich allmählich steigernde Frauengesänge leiten „Kamimukae“ ein, ein schönes Instrumental, das auch Streichern und Keyboardeinsätzen besteht. Der erste richtige Song „Blessed“ startet folkloristisch anmutend, aber recht rasant mit fast punkigen Drums. Der minimale Hall im Gesang, den hier Monica übernimmt, macht den Song insgesamt sehr mystisch, der Refrain schwankt in eine bedrohliche Richtung wie wir sie hier noch öfter erleben werden.

„Battle Hymn“ trägt seinen Namen völlig zu Recht, denn hier herrschen wummernde, fast apokalyptische perkussive Elemente vor, die klingen, als wolle tatsächlich jemand in die Schlacht ziehen – überhaupt wohnt dem Stück einer sehr eigentümliche Stimmung inne, die unwillkürlich eine Gänsehaut verursacht, erst recht, wenn man bemerkt, dass im Hintergrund immer mal wieder männliche Schlachtrufe zu hören sind. William Faith kommt erst beim grandiosen „Nine Dragons“ zu Wort, das mit Tribal-Drums startet – der Gesang fällt zwar aggressiv aus, ist aber eher ein lautes Rufen, als ein Schreien, und wird durch die geniale Flötenmelodie im Refrain und die eingestreuten Streicher noch ein Stück treibender.

Etwas weniger experimentell verhält sich „When We Go Dark“ mit Future Pop-mäßigen Keyboardklängen; Monicas Gesang im Refrain, irgendwie süß, aber gruselig, beschwört ein ganz merkwürdiges Bild herauf von einem kleinen, unschuldig wirkenden Mädchen, das einen Teddy in der einen Hand hält, während es mit der anderen ein Messer hinter dem Rücken versteckt – ihr denkt, ich spinne, dann hört euch den Track selbst mal an. Merkwürdig ist der Tonfall allemal. Ein ähnliches Gefühl bekommt man übrigens bei „Kodama“, das mit einem unheimlich dominanten und prägnant angeschlagenen Bass punkten kann.

Mit dem Richtung New Wave tendierenden, recht poppig strukturierten „Sovereign“, zu dem Williams Stimme perfekt passt, und dem dramatisch-monumentalen „To Be Continued“, das perfekt auf einen Western-Soundtrack gepasst hätte, geht die wilde Fahrt zu Ende.

Faith And The Muse haben es nicht nur geschafft, ihren roten Faden, nämlich die asiatisch anmutende Instrumentierung, zu verfolgen, gleichzeitig haben sie auch ein brillantes, nahezu einzigartiges Album geschaffen, das ihren Status als Underground-Pioniere nur noch mehr untermauern wird. Die volle Punktzahl verfehlen sie nur haarscharf, das liegt aber lediglich am letzten Stück „To Be Continued“, das so gar nicht zum Rest des Albums passen will und irgendwie unangenehm auffällt. Eine unglaubliche Band mit unglaublicher musikalischer Bandbreite!

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