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Fairytale: Battlestar Rising

Durchbrechen zu wenig ihre Wohlfühl-Midtempo-Grenzen
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal/ Power Metal
Spielzeit: 56:34
Release: 24.02.2017
Label: Art Gates Records

Schon gut, schon gut, ist kein großes Geheimnis, dass die Recklinghausener Power Metaller Fairytale zumindest beim The-Pit.de-Ableger im Pott ein Stein im Brett haben, vor allem, weil sie eben in den letzten Jahren auch kontinuierlich an sich gearbeitet haben und besonders Show-technisch mit großem Unterhaltungswert agieren. Lange hatte die in 2014 neu formierte Truppe gebraucht, um endlich das Debüt „Rise Of The Twilight World“ mit neuen Songs abzulösen, wofür dann auch der limitierte, mit den beiden auch auf dem neuen Album vertretenen Tracks „Battlestar Rising“ und „Viper Pilots“, 2005er Stick herhalten musste.

Dass die Fünf einen sehr feinen Sinn für melodische Harmonien, aber auch ordentlichen Schmackes im Riffing haben, hatten sie dann ja auch schon beim Titeltrack „Battlestar Rising“ nachgewiesen:

„Geboten wird hier ein opulent, aber trotzdem recht rotzig gehaltener Ohrwurm mit ausladenden Headbangpassagen inklusive reichlich Iced Earth meets Iron Maiden-Feeling. „Battlestar Rising“ lebt in erster Linie vom famosen Refrain, der auch von Neuzugang Carsten Hille mit reichlich Inbrunst intoniert wird.“

Passt natürlich, wenn Fairytale nach dem eher überflüssigen Intro, welches allerdings zum Konzept des Albums mit seiner Kampfstern Galactica-Thematik stimmig eingebunden ist, gleich schon solch einen melodischen Überhammer, der ja auch schon seit Jahren in der Live-Verköstigung immer wieder mehr als gut wegkommt, am Anfang verbraten – da werden die Erwartungen ordentlich angefeuert.

Diese werden dann aber mit immer längerer Spielzeit nur bedingt erfüllt, denn am Ende bleibt auch ein wenig das Gefühl über, dass die Herren ein wenig zu verkopft die Sache angegangen sind, zudem überschreiten sie ihre Wohlfühl-Midtempo-Grenze nur gelegentlich, was gegen Album-Ende dann auch für einen Spannungsabbau sorgt. Schnell ist da das ebenfalls auf dem Stick veröffentlichte „Viper Pilots“ als Anspieltipp ausgemacht, ziehen sie doch hier das Tempo endlich mal wieder an und hämmern eine schön hymnische Powerfaust-Nummer heraus, welche sich nicht nur wegen der Geschwindigkeit angenehm vom sonstigen Album abhebt, sondern an sich einen hohen Wiedererkennungswert hat und auch vom erneut sehr gefühlvollen Solo lebt.

Ansonsten fallen immer wieder die schönen maidenesken Klampfen auf, die an manchen Stellen herrliche Akzente setzen. In „Man Or Machine“ durchbrechen sie einmal beim Refrain ihr übliches Schema und kommen gezielter auf den Punkt, „Scar“ lebt im wesentlichen von der unaufgeregt guten, immer wieder mit reichlich Melodie versehenen Klampfenarbeit, wobei auch Carsten - auch schon seit 2014 dabei - am Mikrofon eine fast schon hymnische Gesangslinie drüber legt und den Titel selbst in einer deutlichen aggressiveren Art herausshoutet und auch das mit fast acht Minuten Spielzeit gehörige Schwergewicht „Final Five“ wieder fetter brät, die zuvor aufgebaute pessimistische Stimmung mit schön gestählten Jungfrauenklampfen und hymnischen Refrain im Midtempo trotzdem überzeugen kann.

Natürlich, das balladesk startende, später auch etwas zulegende „The Opera House“ muss wohl sein, lädt aber eher zu einer Mischung aus Schnarchen oder Schunkeln ein, auch „New Caprica“ schleppt sich zuerst recht gemäßigt daher, bevor Fairytale doch noch die Kurve kriegen und mit reichlich Schwermut die sechseinhalb Minuten füllen. Dann doch lieber wieder diese deutlich fröhlicher wirkenden Gitarren wie in „Colony (The Final Battle)“, was wesentlich mehr Adrenalin durch die powermetallischen Adern pumpt.

Wenn man die Jungs auf der Bühne agieren sieht, dann weiß man, dass sie es können, da herrscht Spielfreude und Dynamik, das ist kraftvoll und mitziehend, doch auf „Battlestar Rising“ lassen sie da leider ein paar Körnchen liegen und schippern im Midtempo-Rahmen. Ein wenig mehr Abwechslung, dann wäre auch mehr drin gewesen, denn mit den beiden schon veröffentlichen Nummern „Battlestar Rising“ und „Viper Pilots“ hatten sie die Messlatte schon gehörig nach oben gehievt und reißen diese leider auf der Zielgraden.

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