Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Fair Warning: Sundancer

Gewohnte Kost mit kaum wahrnehmbaren Änderungen
Wertung: 7/10
Genre: Hard Rock/ AOR
Spielzeit: 61:21
Release: 24.05.2013
Label: SPV/ Steamhammer

Mehr als zwanzig Jahre basteln Fair Warning nun an ihrer Karrierekurve, die zumindest hierzulande für die Hannoveraner einige Knicke aufweist, denn auch wenn sie immer wieder regelmäßig gute bis richtig gute Alben in den AOR/Hard-Rock-Orbit pusten, so bleibt ihnen der allumfassende Erfolg verwehrt. In Japan dagegen sieht es da schon ganz anders aus, weswegen sie ihre „Releaseshows“ gleich auch nach Tokyo, Aichi und Osaka verlegten und den deutschen Fans sozusagen die typisch deutsche Langnase zeigten.

Jetzt könnte man noch trefflich die Diskussion aufwerfen, was denn alles falsch gelaufen sein könnte, da so etwas aber nichts bringt, lassen wir lieber die Songs der neuen Platte „Sundancer“ sprechen, denn auch hier hat das Quartett wieder einige Perlen zusammengetragen die natürlich wie gewohnt von der fantastischen Stimme eines Tommy Heart profitieren. Doch gut singen allein reicht nicht aus, das war vor zwanzig Jahren schon so und hat sich über die Zeit hinweg als Konstante erwiesen.

Dabei verhagelt zuerst allein schon der Opener „Troubled Love“ ein wenig die Aufbruchsstimmung, stört doch das Keyboard in den ersten Sequenzen mit seinen „Eye Of The Tiger“-affinen Erinnerungen, wohingegen sie spätestens im Refrain harmonisch wie eh und je mit perfektem Arrangement glänzen. Doch auch genau da bildet sich dann einer der Knackpunkte aus, denn die große Überraschung bleibt aus, Standardkost, wie er von den Fans geliebt wir, dagegen aber neue Kundschaft nur bedingt generiert.

Natürlich darf auf dem Album der balladeske Stoff nicht zu kurz kommen, wie die Halbballade „Real Love“ schon vom Titel her nahe legt. Tommy hat es natürlich in seinen Stimmbändern, mit entsprechendem sexy Feingeist Stimmungen zu erzeugen, doch wie so viele Balladen der heutigen Zeit sorgt die Halbwertsverfall für schnelles Vergessen, da kann dann auch das besonders gefühlvolle Gitarrensolo nicht  mehr die Kastanien aus dem Liebesfeuer holen. Mit „Send Me A Dream“ schicken sie dann noch eine richtige Ballade ins Rennen – immer wieder für den Feuerzeugeinsatz gut, spätestens aber im Refrain gilt es eher, seine Liebste zu umschlingen und den Herztakt aufeinander abzustimmen – ein Song mit schönem Tiefgang, der auch den Whitesnakes und ähnlich gelagerten Kapellen gut zu Gesicht stehen würde.

Natürlich sind treibende Rocker wie „Hit And Run“ beileibe nicht schlecht, doch den ganz großen Wurf landen sie eben nicht. Da reihen sich auch locker sanfte Mitschwinger wie „Man In The Mirror“ oder das zu Beginn mit fetten „After Dark“-Anleihen von Tito & Tarantula ausgestattete „Jealous Heart“ ein, doch auch hier bleibt ein „hätte man etwas mehr raus machen können“ übrig. „Get Real“ baut auf ein wenig AC/DC-Geriffe, „Living On The Streets” bietet gewohnten Fair Warning-Stoff. „Natural High“ dagegen schießt da schon deutlich rock’n’rolliger aus der Hüfte und punktet mit der deutlichen Tempoverschärfung, der solibegleitenden Leadgitarrenarbeit mitten im Text – definitiv ein Liveheadbanger, um dann danach Zugaberufe zu sammeln.

Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich überragend, mit “Natural High“ und „Send Me A Dream“ zwei wirkliche Höhepunkte auf der Platte, die sich vom Rest ein wenig abheben. Das soll jetzt nicht heißen, dass Fair Warning lediglich biedere Kost anbieten – nein nein, denn die Fans, die die bisherigen Alben zu schätzen wussten, dürften auch hier im AOR-Himmel sein. Allein der Durchbruch wird auch mit „Sundancer“ nicht einzusacken sein.

comments powered by Disqus