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Fad Gadget: The Best Of

Ruhe in Frieden, Frank
Wertung: 99/10
Genre: vantgarde (Dark) Pop
Spielzeit: 147:33
Release: 10.09.2001
Label: EMI Music

Der Werdegang des englischen Minimal- und experimentell Elektromusikers Frank Tovey (alias Fad Gadget) war für viele Bands zu jener Zeit (Kernpunkt waren die frühen 80er Jahre) etwas ganz Besonderes und nicht nur so bekannte Formationen wie z.B. Depeche Mode nennen die Musik Fad Gadgets als eines ihrer Vorbilder. Aber wen wundert es auch? Haben jene Jungs von Depeche Mode nicht auch seinerzeit am Anfang der 80er Jahre bei Fad Gadget ihre Karriere einst als Vorgruppe begonnen. Doch relativ kurz nach Beginn der 90er Jahre wurde es sehr still um den eher introvertierten Ein-Mann-Musiker Frank Tovey. Bis schließlich eben wieder jene Musikkollegen von Depeche Mode bei Frank anklopften und anfragten, ob er nicht evtl. Lust hätte, bei ihrer “Exciter“ – Tour 2001 in Europa als Vorgruppe mit aufzutreten. Gesagt, getan - die Tourneebegleitung lief sogar so hervorragend für Fad Gadget, dass einer Rückkehr ins aktive Showgeschäft eigentlich nichts mehr im Wege stand. So wurde noch im selben Jahre diese hier vorliegende “Best of“ Compilation auf den Markt gebracht, welche nicht nur sämtliche Single-Erfolge aufbieten konnte, sondern auch noch legendäre und rare Remix- und Alternativ-Versionen dieser Klassiker. Doch dann kam es am 03.04.2002 so wie es leider kommen musste: Mit gerade einmal 45 Jahren verstarb Frank Tovey überraschend in seinem Haus in London. Als Todesursache wurde Herzversagen ermittelt, da Frank schon seit seiner Geburt an einem unheilbaren Herzfehler litt.

Was nun also noch bleibt, sind die Erinnerungen an einen der wegweisenden Musiker, dessen musikalisches Erbe sich auch heute noch bei Bands wie Depeche Mode und Human League wiederfinden lässt. Insgesamt brachte es Frank Tovey in seiner Karriere von 1979 bis 1993 auf 17 Singles und 11 Alben, wobei allerdings lediglich vier unter dem Namen Fad Gadget erschienen und sieben unter seinem bürgerlichen Namen Frank Tovey veröffentlicht wurden.

Wie schon erwähnt, galt Frank Tovey im Allgemeinen eher als sehr zurückgezogener, stiller und nachdenklicher Mensch. Ganz im Gegensatz dazu war sein Auftreten, wenn er live vor Publikum spielte: Wie in Trance spielte er mit dem Publikum und bezog es vollkommen mit ein in seine extravagante Show, die einer Mischung aus Ekstase, Anarchie und anspruchsvoller Kunstshow glich. Wenn Frank seine Stücke zu Beginn seiner Karriere komponierte, dann ganz in Ruhe für sich alleine in seinem „dunklen Kellerloch“ - zusammen mit seinem billigen Drumcomputer und einem elektronischen Piano (lediglich später wurde er bei Live-Auftritten doch des Öfteren auch von einer Band musikalisch unterstützt). Und so entstand seinerzeit auch die allererste Fad Gadget-Single, die auch heute noch sehr großen Kultstatus in der Elektro- und Gothic-Szene genießt: “Back to nature“ war 1979 nicht nur ein inhaltliches Statement, sondern auch eine extrem düster-atmosphärische Nummer, welche durch seine sphärischen Klänge und Frank Toveys markanter Stimme getragen und somit unsterblich wurde.

Trotz Franks völliger Ablehnung gegenüber jeglicher Mode- und Musiktrends, blieb er nie stehen und erfand sich mit ausgefallenen (musikalischen) Experimenten immer wieder neu: So wurde z.B. bei der im Jahre 1980 erschienenden Single “Ricky´s hand“ erstmals Franks recht zynischer und schwarzer Humor hervorgehoben, welcher fortan fast jede seiner neuen Veröffentlichungen durchziehen sollte. Oder aber auch der 1981 erschienende Titel “Saturday night special“ sollte hier nicht unerwähnt bleiben, mit seinem recht bizarren und ausgefallenen Walzertakt.

Ein Highlight war sicherlich auch seinerzeit im Jahre 1984 die Zusammenarbeit mit den Einstürzenden Neubauten in Berlin: Mit ihnen nahm Frank Tovey zusammen den „Berlin Mix“ zum Kultsong “Collapsing new peolpe“ auf, welcher eine sozialkritische Auseinandersetzung mit dem damaligen Zeitgeist- und Konsumterror darstellt. Und hier noch ein Schmankerl für alle Filmliebhaber und Cineasten: Eben jener “Collpsing new poeple“ war u.a. einer der Soundtracks für den Leander Haußmann Film “Herr Lehmann“ (mit Christian Ulmen, Detlev W. Buck, usw.) und wurde extra für diesen Film noch mal neu von Techno DJ Westbam liebevoll überarbeitet und eingespielt.

Tja, somit bleibt also letztendlich nur noch zu sagen, dass mit der vorliegenden Doppel-CD wahrlich ein kleiner (und subtiler) Meilenstein an elektronischer Musikgeschichte vor uns liegt, ohne den es sicherlich viele Bands und Projekte - wie wir sie heute kennen -, nicht gegeben hätte. Ruhe in Frieden, Frank...

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