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Fabulous Desaster: Hang `Em High

FD wollen zu viel auf einmal, können aber einiges!
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 42:31
Release: 19.11.2016
Label: Eigenproduktion

Thrash-Bands, die sich dem Old School verschrieben haben, sind immer ein bisschen mit Vorsicht zu genießen. Erst recht, wenn sie Cover spazieren tragen wie Fabulous Desaster bei ihrer neuen Platte „Hang `Em High“, das sich vor Achtziger-Vibe kaum retten kann. Dann auch noch ein Titel wie „R.I.P. (Rest In POWER)“, in dem der Horror auch noch großgeschrieben wird, auf der Tracklist und der Tag ist gelaufen, wenn man kein völliger Thrasher ist.

Jetzt aber langsam, denn ganz so dramatisch ist es (größtenteils) gar nicht. Das Bonner Quartett gibt es unter diesem Namen schon seit gut sieben Jahren, auch vorher spielte man sich schon mal mit Coversongs warm, also kann man zumindest technisches Können voraussetzen. Im selben Jahr kam mit „When The Silence’s So Loud“ zumindest eine EP und 2014 mit „Chaos.Torture.Terror.Violence“ ein Demo heraus, also kann man auch hier bereits Erfahrung attestieren. Der Kollege Jörg durfte die Band schon 2013 (mäßig schön) und 2016 (viel besser) live erleben, eine Weiterentwicklung kann also auch hier bescheinigt werden. Als Einflüsse geben die Herren neben dem Üblichen (Bier, „Kill `Em All“ und Bruce Lee) Bands wie Exodus, Van Halen und Flotsam & Jetsam an – auch das hätte wesentlich schlimmer kommen können. Es bleibt also Hoffnung.

Was zuerst ins Auge beziehungsweise ins Ohr fällt, ist der völlig bekloppt-hysterische Gesang von Fronter und Gitarrist Jan, der sicherlich mit zu den auffälligsten Stimmen im Thrash gehören dürfte – man schwankt innerhalb eines Songs immer wieder zwischen „Wahnsinn, wie geil“ und „Ob das Quietschen wohl Absicht war…?“, langweilig wird es zumindest was die Vocals angeht nicht so schnell.

Umgekehrt wird aber ein Schuh draus, denn die meiste Zeit gestaltet sich die Musik auf „Hang `Em High“ durchaus anstrengend. Das startet schon mit dem recht passenden „Death Is Loud“ und pflanzt sich fort über „Thrash Bang Wallop“ und eingangs bereits gefürchtete „R.I.P.“. Fabulous Desaster können einiges und wollen noch mehr, versuchen also alles gleichzeitig irgendwo unterzubringen, scheißegal, ob der Rahmen gesprengt wird. Dazwischen finden sich aber durchaus überraschende Perlen wie das ohrwurmige, beinah pagan-lastige „Faster Than Light“, bei dem sicherlich auch live kein Mensch stillstehen kann.

Auch richtig geil (was man bei dem Titel gar nicht unbedingt gedacht hatte) kommt dann „Thrash Metal Symphony“ daher, dass sich zwar flirrender Gitarren bemächtigt, aber trotzdem ein wenig gemächlicher wirkt wie seine Vorgänger  - natürlich nur, bis Schreihals Jan wieder einsetzt. Der Song hat ordentlich Bumms, erinnert an die Kollegen Skeleton Pit oder The Prophecy²³ in ihren abgedrehten Momenten und überzeugt vor allem durch die eingestreuten aggressiveren Parts.

Ein bisschen wahnsinnig ist es schon, was die Bonner hier abziehen. Schnell kann man sich da überfordert fühlen, alles Können inklusive Tempowechseln und sonstige Experimenten wird versucht, in einen Song zu pressen, was nur bedingt klappt. Tracks wie die erwähnten Anspieltipps zeigen aber deutlich, dass hier einiges an Potential schlummert – das muss sogar ein Nicht-Thrash-Head merken.

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