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EyesShutTight: Secret Destroyer

Erfüllt die Erwartungen leider nicht
Wertung: 6/10
Genre: Industrial Rock
Spielzeit: 41:44
Release: 11.06.2010
Label: Danse Macabre Records

Auch auf die Gefahr hin, sich gleich bei EyesShutTight-Fans unbeliebt zu machen: Wenn man der englischen Aussprache nicht mächtig ist, sollte man sich in einer anderen Sprache ausdrücken. Wie oft das schon bemängelt wurde, kann wahrscheinlich keiner mehr zählen, dennoch: Ein englisches „th“ ist nun mal ein englisches „th“ und kein „s“. Da rollen sich einem wortwörtlich die Zehnägel hoch.

Doch erstmal geht es hier um die Band, weniger um die Aussprache: Die Hamburger EyesShutTight vermengen nämlich kritische Texte mit Industrial-Klängen, die schwer an frühere Marilyn Manson-Ergüsse und Nine Inch Nails-Werke erinnern, immer relativ tanzbar ausfallen, aber insgesamt eine eher düstere Grundstimmung heraufbeschwören. „Secret Destroyer“ markiert nun das Debütalbum des Quintetts rund um Sänger Trashed Soul, Gitarrist Kris, Bassist Jeolen, Drummer Weird 0 und Keyboarder Coffin, die optisch wie eine gotisch angehauchte Version von American Head Charge anmuten und in ihren Songs durchaus auch den ein oder anderen manischen Ausraster verarbeiten, der an die Amis erinnern könnte.

Abgesehen von der, wie bereits erwähnt, eher grottigen Aussprache, machen die Jungs ihre Sache ganz gut – mit verzerrter Stimme gibt Trashed Soul seine Gedanken zum Besten, windet sich, schreit, flüstert, und verstärkt das Bild des exzentrisch-manischen Frontmanns mit jeder gehörten Sekunde. Zwar gehen EyesShutTight relativ hart zu Werke, trotzdem könnte man sich fast jeden Song des Albums auch als Dancefloor-Filler in einem Club vorstellen. Eingängig sind die meisten Stücke, jedoch nicht auf eine ohrwurmige, sondern eher auf eine treibende Art – schwer zu beschreiben, aber teilweise durchaus ansprechend.

Durch das anderthalbminütige Intro kann zwar nicht die richtige Spannung aufgebaut werden, und auch „Warmongerz“ lässt sich eher schleppend an, hat aber immerhin einen recht druckvollen Drum- beziehungsweise Basssound, der sich tief im Magen festsetzt. In Kombination mit Trashed Souls teils verzerrter Stimme klingt das Ganze zwar irgendwie bekannt, aber dennoch nicht langweilig. Bei „Ask Yourself“ kommen leise Zweifel ob der englischen Sprachbegabtheit des Sängers auf, aber hey, vielleicht hat man sich verhört, immerhin wird man leicht von den lustig eingestreuten Keyboards und dem dominanten Bass abgelenkt.

„G.O.D.“ mutet im Refrain leicht wie Mansons „mOBSENE“ an, hat aber eine sehr treibende Dynamik und dürfte einer der stärksten Tracks der Platte sein. Im weiteren Verlauf wird man das Gefühl allerdings nicht so richtig los, dass die Jungs nur eine Art Song schreiben können – mit tiefen, fast gesprochenen Vocals zu Anfang und verzerrtem, leicht hysterischem Geschrei im Refrain. Erst der Titeltrack kann wieder aus der Masse herausstechen, verfügt er doch über eine sehr stimmungsvolle Gitarrenspur und – man höre und staune – eine richtige Melodie.

Vielleicht bin ich wirklich überempfindlich, aber als Trashed Soul zum Ende von „Holy 666“ ansetzt und immer wieder „let the people say what they wish“ wiederholt, lässt sich die Aussprache einfach nicht mehr überhören und die Skip-Taste muss einmal mehr für aufgestauten Unmut herhalten. Schade eigentlich, denn das Artwork von „Secret Destroyer“ hat es mir durch aus angetan und auch die Musik hält, was sie verspricht – allerdings eben nur streckenweise. Zu wenig Abwechslung schläfert den Hörer ein wenig ein, obwohl hier eine Handvoll talentierter Musiker zugange sind. Vielleicht klappt’s ja mit der nächsten Scheibe…

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