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Eyecult: Morituri Te Salutamus

So frostig wie das derzeitige Wetter
Wertung: 7/10
Genre: Black / Death Metal
Spielzeit: 32:32
Release: 10.12.2010
Label: Ewiges Eis Records

Das Cover einer CD spricht oftmals Bände. Bei tanzenden Elfen in knappen Klamotten, die von stattlichen Rittern flankiert werden, spielt die Band Power Metal, abgetrennte und bluttriefende Gliedmaßen lassen auf Death Metal-Metzelkost schließen. Ein schwarz-weißes Bild, auf dem man nicht besonders viel erkennen kann, kann jedoch nur aus dem Black Metal-Bereich kommen. Eyecult sind ein Projekt von Mitgliedern der Dark Metal-Band Anarchronaeon aus Schweden und verstehen ihren Stil als Mischung aus Black und Death Metal. Braucht die Welt noch ein weiteres Projekt aus Skandinavien?

 

Nun, im Prinzip natürlich nicht. Glücklicherweise wird mit Eyecult nicht versucht, die schmale Bandkasse aufzubessern, sondern den Schwarzmetall-Klassikern der frühen 90er gehuldigt. Kommerzielle Anwandlungen wie exzessiven Keyboardeinsatz findet man auf „Morituri te salutamus“ daher zu keiner Sekunde. Die Produktion ist ebenfalls klassisch ausgefallen, natürlich inklusive schnarrender Gitarren und den obligatorisch sterilen Drums, die nicht zuletzt aufgrund der unglaublich schnellen Blastbeats schwer nach Konserve klingen.

 

Dafür, das will ich ganz ehrlich sagen, muss man schon ein besonders harter Old School-Fan sein, alle anderen werden sich schnell gelangweilt fühlen. Und das obwohl das Eyecult-Projekt im Songwriter Bereich wahrlich nicht das schlechteste Beispiel aus diesem Genre ist. Vor allem im Gitarrenbereich arbeitet das Duo teilweise mit sehr hörbaren Leads und Breaks. Zu melodisch wird es natürlich nie, dafür sorgen schon das Schlagzeug und die grimmige Atmosphäre. Dennoch offenbart diese Aspekt den Death Metal-Einfluss in der Musik, der sowohl (zumindest ein wenig) an Morrisound, als auch an Schwedentod erinnert. Die Hauptzutat ist aber natürlich Black Metal der Marke frühe Darkthrone oder Mayhem. So entstehen hasserfüllte Lieder wie der starke Opener „Aeternum“ oder „Skuld“.

 

Wirklich funktionieren kann „Morituri Te Salutamus“ aber nur als Gesamtwerk und in der richtigen Stimmung. Das saukalte Wetter derzeit passt auf jeden Fall perfekt zum Material, welches vom Label Ewiges Eis Records veröffentlicht wird, die wohl sowas wie die Experten auf diesem Gebiet sind, wenn man sich ihren Releasekatalog ansieht. Eyecult könnten diesem in Zukunft wohl noch ein paar Releases hinzufügen, das Potential dafür hätten sie. Die sieben Lieder (die sich mit den Todsünden beschäftigen) sind teilweise schwer verdaulich, teilweise brutal und schnell, aber zu jeder Zeit purer Black Metal in seinem ursprünglichen Sinne. Wer sich nun angesprochen fühlt, kann mit dem Kauf eigentlich nichts falsch machen. Selbst ich, der ich nun wirklich kein großer Black Metal Fan bin, erachte „Morituri Te Salutamus“ für das was es ist, als sehr gelungen. Im undurchdringlichen Sideproject-Dickicht der skandinavischen Szenen sind Eyecult gut genug, um zumindest ein wenig aus der Masse herauszustechen.

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