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Exodus: Bonded By Blood

Unnötige Neuinterpretation eines Klassikers
Wertung: 99/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 42:50
Release: 24.10.2008
Label: Zaentz Records

Man mag die Bay-Area-Thrasher vn Exodus für ihre Standhaftigkeit, für ihr Durchhaltevermögen, vor allem aber für die durchweg hohe Qualität all ihrer Veröffentlichungen preisen, ja selbst die ständige Rotation im Besetzungskarussell ist genehm, geschweige denn das manchmal recht provokative Verhalten von Bandleader Gary Holt. Doch wenn man der Legende eines nicht verzeihen kann, dann den Schritt, den Bandklassiker „Bonded By Blood“ noch einmal zu überarbeiten und ihn in ein zeitgemäßes Soundgewand zu kleiden. Denn wo bitte schön war hier der Bedarf?

Holt und seine aktuelle Mannschaft haben sich aber allen Unkenrufen zum Trotz zu dieser Entscheidung durchgerungen und mit „Let There Be Blood“ eine Neuaufnahme gewagt, die eigentlich kaum unnötiger hätte sein können. Schließlich lebte der Klassiker in erster Linie von seinem rauen Ton und den genialen Screams des verstorbenen Paul Baloff. Folgerichtig ist die Fassung anno 2008 auch kein adäquater Ersatz, geschweige denn eines fairen Vergleichs würdig. Denn auch wenn sich Frontman Rob Dukes recht wacker schlägt und Tonlagen erreicht, die man auf der Bühne noch nie aus seiner Kehle erleben durfte, so ist das moderne Geschredder in den legendären neun Songs einfach, nun, unbefriedigend.

Es mag sein, dass die ganze Scheibe nun druckvoller ist, dass die Gitarren differenzierter abgemischt sind, und auch die Rhythmusfraktion hat heuer andere Grundlagen als anno 1985. Aber es gibt wohl kaum eine andere Thrash-Metal-Platte, die derart von ihrer rauen Energie und ihren Unkonventionalität zehrte wie seinerzeit „Bonded By Blood“. Und da diese Elemente auf „Let There Be Blood“ zugunsten der fetteren Produktion nahezu gänzlich unter den Tisch gekehrt wurden, wird sich jeder Fan der ersten Stunde hier ganz schnell abwenden.

Was nutzt also ein Andy Sneap, was nutzen die heutigen Möglichkeiten im Studio, und vor allem: Was bringt eigentlich die Idee, ein perfektes Album zu erneuern? Nichts. Wirklich nichts! Und in diesem Fall sogar noch weniger, nämlich reichlich Unmut – selbst wenn die Platte an sich immer noch gut ist! Bleibt zu hoffen, dass Exodus hier nicht die Blaupause für ein neues Marketing-System offen gelegt haben. Gar nicht auszudenken, wenn Metallica sich noch mal zur Reproduktion ihres Backkatalogs im Studio verschanzen würden…

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