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Exodus: Blood In Blood Out

Frischzellenkur mit teilweiser Anämie
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 62:19
Release: 10.10.2014
Label: Nuclear Blast

Ein neues Album der Bay-Area-Legende Exodus zu besprechen geht nicht, ohne noch einmal den Fokus auf die letzten Monate zu richten. Wer erinnert sich noch daran, als der noch mit wildem Bart eher an Wurzelsepp erinnernde Rob Dukes einstieg und eben jenen Steve „Zetro“ Souza beerbte, der jetzt seinerseits das Erbe von eben Rob antritt. Unfair, da Vergleiche zu ziehen, denn Rob Dukes kannte bis zum Einstieg keine Sau, Zetro dagegen ist der Inbegriff des Thrash-Shouters, der für die wohl wichtigsten Alben nicht nur in der Exodus-Ära, sondern dem Thrash-Genre allgemein zuständig war. Und trotzdem bleibt bei dem aktuellen Personalwechsel immer ein wenig „Unmut“ hängen, man erinnere nur an Kurztelefonate bei Rob oder Zetros Äußerung, dass sein Management ihm mitgeteilt habe, dass da ein paar Typen ein paar Songs eingesungen haben wollten – und weg ist die zugegeben naive Vorstellung, dass es nicht nur um die Musik an sich geht, sondern dass die monetäre Seite vollauf dazu gehört; nur die Illusion hätte man doch irgendwie aufrecht erhalten können.

Egal, rein musikalisch betrachtet zerfetzen Exodus auf dem nun vorliegenden elften (im Promoschreiben ist noch vor zehn Alben die Rede, wir  rechnen hier aber „Let There Be Blood“ als vollwertiges Studioalbum dazu) Studioscheibchen „Blood In Blood Out“ alles und jeden und es wird nicht nur im Albumtitel der stimmliche (Stimmungs-)Wechsel thematisiert, viel deutlicher wird eher, dass Zetro noch immer die eigentliche Stimme der Exodus-Recken ist, war und wohl wahrscheinlich auch immer bleiben wird, selbst wenn er nach dem nächsten Full-Length-Werk (wegen einer Management-Entscheidung?; Anm. d. Red.) wieder ausstiegen sollte. Verantwortlich für die Songs an sich ist einmal mehr – oh wen wundert es – Riffmaster Gary Holt, der sich ja seine balladesken und Schnarchnasen-Midtempo-Hörner bei Slayer abgeflext hat.

Wenn Exodus bisher alles richtig gemacht haben, dann dürfte Kritik am neuen Werk doch glatt einem Akt der Blasphemie gleichkommen. Tatsächlich haben die Bay-Area-Helden ein paar hammerharte Songs im Gepäck wie z.B. beim Titeltrack „Blood In Blood Out“, wo sie in nicht einmal vier Minuten richtig auf den Punkt thrashen, passable Gangshouts einbinden und Zetro mit seinen wie immer leicht hysterischen Vocals dem Ganzen die Krone insofern aufsetzt, als wäre er nie weg gewesen und noch nie so wertvoll wie heute. Natürlich verteilen sie auch bei den längeren Thrashkeulen wie „Honor Killings“ oder „Collateral Damage“ so manchen Genickhieb, doch so manches Mal beschleicht sich dabei auch das Gefühl, dass ein paar Riffwiederholungen weniger doch schmackhafter wären – anstatt der süßlich blutenden Lippe strotzt hier eher die trockene Kruste.

Um Abwechslung bemüht, scheuen sie auch nicht vor Midtempo-Riffschrubbern wie „Salt The Wound“ zurück, welcher nicht nur mit zahlreichen 80er Flashbacks punkten kann, sondern als Zugabe auch noch ein Gitarrensolo von Kirk Hammett (bei Metallica aktiv und damals Anfang der 80er auch bei Exodus dabei, aber das wissen sicherlich alle) spendiert bekam. „Wrapped In The Arms Of Rage“ überrascht mit deutlich melodischen Momenten, gehört aber zu den schönen Nackenbrechern, der erneut kurz und knackig die Stärken der Truppe auslotet. Ganz im Gegenteil dazu wirkt „Btk“ zwischendurch schon fast schwermütig und könnte sich zu einem monumentalen Anspieltipp erheben, wenn nicht doch die sieben Minuten einfach zu lang wären, um den Spannungsbogen wirklich aufrecht zu erhalten.

Die „Frischzellenkur“ ist somit unterm Strich nicht zu hundert Prozent geglückt. Gut, Exodus gehörten nun nie wirklich zu den Bands, die Songs in Singlelänge komponiert haben, aber auch der so erfahrende Gary Holt schafft es nicht, in allen Songs über sechs Minuten an zu vielen Riffwiederholungen vorbeizukommen. Dabei gehört das trotzdem zum Jammern auf hohem Niveau, denn mit Zetro ist einer der besten, wenn nicht gar die beste Stimme am größeren Metalfirmament zurück, da konnten Hatriot beileibe nicht mithalten.

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