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Exilia: Naked

Nicht nackt, dafür unter die Haut gehend
Wertung: 9/10
Genre: Akustik Crossover
Spielzeit: 21:21
Release: 21.05.2010
Label: Myplace records / Soulfood

Schon im Vorfeld gab es einige unterschiedliche Reaktionen auf diese Veröffentlichung. Masha und Unplugged, das geht nicht, Geldschneiderei, Wahnsinnsidee, Masha nackig und so weiter hörte man mehr oder minder amüsiert. Um aber erst mal dem Wunschdenken einiger Männer einen Riegel vorzuschieben: Masha zeigt hier nicht mehr von ihrem Körper als schon beim „My Own Army“-Album. Der Titel begründet sich eher auf die akustische Ausrichtung der Songs mit Ausnahme der neuen Single „No Tears For You“.

Nach einem Jahr so etwas rauszubringen, braucht sicherlich Mut. Nun ja, man legt die CD ein und erwartet „Coincidence“ und wundert sich. Es gibt einen coolen klugen Spruch von Masha und dann beginnt Track zwei. Wohlgemerkt sehr ungewöhnlich, aber der Text hat was und „Coincidence“ folgt dann an zweiter Stelle des Albums. Man kann es saft- und kraftlos nennen, stimmt. Aber was da aus den Lautsprechern tönt, ist einfach heftig, aber auf eine ganz andere Art als man sie von Exilia kennt. Masha klingt irgendwie zerbrechlich und ziemlich gepeinigt. Sie haucht die Texte teilweise so ins Mikro, dass beim Hörer eine flächendeckende Gänsehaut auftritt. Dazu die hart gespielte Akustikklampfe von Elio Alien und das Ganze rockt.

Track Numero tre ist dann „Stop Playing God“. Die erste Hitsingle der Band. Cool, wie der Song in diesem Gewand wirkt. Mashas heisere Stimme macht wirklich Lust auf mehr. Wer die Frau mal auf der Bühne explodieren gesehen hat, der kann sich nicht vorstellen, wie sie hier zu Werke geht. Ansatzweise zeigt sie, dass da einige Power in ihr hochzukochen scheint bei „Stop Paying God“ und dem folgenden „Fly High Butterfly“. 

Damit man den Tracklistingfauxpas wieder bereinigt, hat man dann „No Colors“ direkt drangehängt. Warum der Track nun ohne „U“ in Colours geschrieben wird, weiß wohl niemand. Aber das stört den Käufer der CD sicher nicht.

„Starseed“ enthält eine nun deutlich stärker hervortretende Gesangsmelodie, die wirklich gefällt, allerdings macht dieses Stück im deutlich kraftvolleren Stromgitarrensound deutlich mehr Sinn. Aber Mashas Stimme, ne, einfach stark, obwohl im herkömmlichen musikalischen Sinne sicher nicht wirklich gut. Aber bei Musik geht es um Emotionen und die fliegen dem Hörer hier einfach nur so um die Ohren.

„My Own Army“ wirkt dann wie ein letztes Aufbäumen vor dem letzten Atemzug. Solch eine Leistung hätte ich dem Energiebündel nicht zugetraut. Man schließt die Augen und taucht in die wellenartig über einen hereinschwappende Musik von Exilia ein. Eigentlich schon fast schade, dass dann noch ein „normaler“ Song den Abschluss bildet.

Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit, denn mit „No More Tears“ hat die Band wieder einen richtig fetten Hit im Gepäck. Etwas melodischer und deshalb auch irgendwie in dieses naturgemäß melodischere Album passend. Da wird Melodie mit Härte verbunden und kräftig durch die Lautsprechermembranen gepresst. 

Fazit: Ein Album ist es mit seiner Spielzeit von 21 Minuten eigentlich nicht. Aber es kommt im schönen Digipack daher und soll ein persönliches Autogramm der Band enthalten. Dies kann insofern nicht bestätigt werden, da auf der vorliegenden Promo nichts dergleichen auszumachen ist. Zusätzlich es gibt es noch eine Fotogalerie und Bonusvideos laut Cover, welche sich aber aus irgendeinem Grunde bei mir nicht abspielen lassen. Da dies ein Einzelfall sein sollte und Videomaterial auf Audio CDs eher fraglich sind, stört mich das hier nicht weiter.

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