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Exclamation Markers: Dreams

Die Platte darf man nicht unterbewerten
Wertung: 7,5/10
Genre: Classic Rock, Fantasy Rock, Dream Pop
Spielzeit: 58:12
Release: 14.06.2014
Label: Eigenproduktion

Es gibt Metalbands in Hülle und Fülle, es gibt gleich noch mehr Rockbands, eine Grungeszene existiert auch noch und Pop, naja, lassen wir das. Eine kleine und leider auch recht unbekannte Truppe aus dem schönen Mittelalterstädtchen Berching (nur zur Info: Das liegt am Rhein-Main-Donau- und am König-Ludwig-Kanal gleichzeitig. Viel Spaß beim Suchen) hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Genregrenzen aufzubrechen und jetzt wirklich mal was Freies, Offenes zu machen. Bevor jetzt die ersten anfangen zu gähnen: so weit sind die Exclamation Markers davon gar nicht entfernt. Und das ist erst ihr Debütalbum.

Viele, wirklich viele Hördurchgänge werden benötigt, um das ganze Spektrum der Musik auch nur zu erahnen. Die Formation nutzt viele verschiedene Stilmittel, um ihren Weg zu beschreiben. Dieser gestaltet sich auch äußerst gewunden. Die musikalische Breite reicht von ganz sanften, balladesken Arrangements („Lost In Space“) bis hin zu rockig-metallischen Nummern. „Silent Angels“ ist so eines der kräftigeren Lieder. Zügig geht es zur Sache und Frontmann Peter lässt am Mikro auch mal die Rockröhre raushängen.

Auch „Elsewhere“ zählt zu den rockigeren Stücken auf der Scheibe. Eine typische Rocknummer, die mitreißt und fesselt. Auffallend ist aber in erster Linie, dass Sänger Peter hier auch ungewohnt tief singt. Und das macht er so gut, dass er das ruhig öfter tun könnte. Ganz anders verhält sich der Gesang und auch die Musik beim Titelsong. Der Anfang von „Dreams“ könnte genauso gut von den Bee Gees stammen und erst mit der Zeit entwickelt sich das Stück, das übrigens eine Länge von über acht Minuten erreicht, vom Disco-Pop-Schubser zu einem ernstzunehmenden Rock-Epos. Genau diese Wandlungsfähigkeit zeichnet die vierköpfige Band allerdings aus und prägt den Charakter des Quartetts.

Zum Schluss bleibt der Eindruck eines durchaus gelungenen Debüts, das nur sehr wenig Grund zur Beanstandung gibt. Die Arrangements schweifen manchmal sehr weit ab („Time Goes By“), Sänger Peter zwingt sich oft in eine sehr hohe Tonlage, die er zwar fehlerfrei beherrscht, die aber trotzdem gezwungen wirkt, und der Sound zeigt vor allem bei den elektrischen Gitarren Schwächen. Diese Punkte fallen aber kaum ins Gewicht und wenn man dazu sich wieder vor Augen führt, dass das Album komplett in Eigenregie entstanden ist, dann entschädigt einen die phantasievolle Musik auf dem Silberling mit Leichtigkeit für die kleinen Störungen. Wer also wie auch immer etwas mit leichterer Musik in Form von Pop-Rock, Rockballaden und auch Classic Rock anfangen kann, der sollte sich die Platte unbedingt zu Gemüte führen. Die Exclamation Markers verbinden viele Stilistiken auf eine ganz eigene und besondere Art und Weise, ohne zu wirken als würden sie nur abkupfern. Beziehungen kann man trotzdem herstellen. Der Name Meat Loaf drängt sich immer wieder ins Gedächtnis. Jack Black ebenfalls. Dazu auch Bands wie Mr. Big oder Nazareth. Alles große Namen aus einer goldenen Zeit des Rocks. Bis zum Rock-Olymp haben die Exclamation Markers noch einen ganz schönen Weg vor sich, aber der erste Schritt in Form von einem guten Album ist schon getan.

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