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Ewigheim: Heimwege

Ein wahrhaft gelungener Stilmix
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Gothic Metal
Spielzeit: 41:44
Release: 27.09.2004
Label: Prophecy Productions

Das melodische Gothic Metal Duo Ewigheim gründete sich im Jahre 1999 in Thüringen und setzt sich aus den beiden Kreativköpfen Allen B. Konstanz (The Vision Bleak) und Yantit (Drummer der Metal-Combo Eisregen) zusammen. Im Grunde war das Projekt als schöpferischer Ausgleich und Ventil zu ihren eigentlichen Bands gedacht. 2002 veröffentlichten sie ihr gefeiertes Debütalbum “Mord nicht ohne Grund“. Ein Werk, welches sich besonders durch seinen treibenden Hard Rock und garstigen Metal Sounds – gepaart mit Liedertexten voller bizarrer und dunkelster Momente – auszeichnete.

Ziemlich genau zwei Jahre nach “Mord nicht ohne Grund“ stand mit dem vorliegenden “Heimwege“ der potenzielle Nachfolger der beiden Arbeitstiere Konstanz und Yantit ins Haus. Doch anstatt die gleichen Soundstrukturen wie auf dem einstigen Erstlingswerk zu wiederholen beschritt man nun andere (musikalisch vielschichtigere) Wege und definierte sich zugleich neu.

So überrascht beispielsweise schon der Eröffnungstitel “Vorspiel“ mit seinen sinnlich-lieblichen Piano Passagen und einer (im ersten Moment vor allem) überraschend wohltuenden, leisen Flüsterstimme. Ein vorzeitiges Omen also, dass “Heimwege" in absolut keinem Zusammenhang zum Vorgänger steht, welches sich auch vollständig bis zum Ende hin bestätigt. Da allumfassend betrachtet “Heimwege“ ein Werk der vermehrt leisen und nachdenklichen Töne geworden ist. Zumeist im angenehmen Midtempo gehalten, erklingen die neuen Stücke viel reifer und anspruchsvoller in Ausdruck und Sprache. Auch scheute man sich nicht davor vereinzelt (literarische) Metaphern einzusetzen, wie es u.a. im Titel “Der Tanz der Motten“ der Fall ist.

Trotz der musikalischen Entfernung vom einstigen Brachialsound, ist “Heimwege“ dennoch alles andere als ein so genannter Weichspüler. Besagter “Tanz der Motten“ überzeugt insbesondere mit seinen schweren und lauten Elektrogitarren Riffs. “Der Prophet“ bietet ein feinstes Schlagzeugspiel und auch einen kurzen (aber recht imposanten) Operngesangspart zum Ende des Titels. Aber auch sonst verfällt das Duo (inkl. seiner Gastmusiker wie z.B. Michael Roth von Eisregen) nicht in wirkliche Tristesse und unterlegt seine oftmals melancholischen und ab und an leicht morbide wirkenden Texte mit genügend augenzwinkernder Selbstironie.

Alles im allem bietet uns das nunmehr zweite Ewigheim Album einen wahrhaft gelungenen Stilmix, welcher von sentimentalen Balladen (“Odem“) bis hin zu kleinen, leicht schwerfälligen Düster-Metalhymnen (“Das Rad der Käfer“) einige wirklich interessante Facetten zum Vorschein bringen kann. Trotz seiner relativ kurzen Spielzeit von gerade einmal knapp 42 Minuten, schafft es “Heimwege“, eine deutliche Entwicklungsstufe nach vorne vorzuweisen. Der Sound und die dazugehörigen Texte klingen viel kraftvoller und frischer und innovativer als bisher. Sie sind zugleich Schöngeist und düstere Reflexion der heimischen Gegenwart und Umwelt. “Heimwege“ ist ein Opus, der im Grunde von Anfang bis Ende gut überzeugen kann. Gerade Fans und Liebhaber schwerfälliger Klangstrukturen werden hier ihre Freude haben. Auch wenn das Album leider gerade zum Schluss hin (die letzten beiden Lieder) etwas ZU weinerlich und pathetisch daherkommt.

Aus aktuellem Anlass sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass jenes Projekt Ewigheim auf Grund persönlicher Differenzen der beiden agierenden Musiker im Dezember 2005 erst mal auf Eis gelegt wurde. Wirklich schade. Aber es bleibt trotz allem zu hoffen, dass es doch noch irgendwann einmal einen neuen Output geben wird. “Heimwege“ selbst ist sowohl als reguläre CD-Version erhältlich (welche auch dieser Rezension zu Grunde lag), als auch als so genannte 2-CD “Luxus Edition“. Diese Auflage bietet auf der zweiten CD noch zusätzlich vier weitere Songs.

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"Ich empfinde Shows zu spielen immer als Privileg..."

In dieser Verfassung purer Genuss

„…das ist nicht ein aufgesetztes Metaltheater, das ist einfach Spirit, der Krokus-Spirit …“

"Metalcore ist nicht umsonst ein abgedroschener Begriff..."