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Evocation: Tales From The Tomb

Starke Scheibe!
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 48:13
Release: 27.04.2007
Label: Cyclone Empire

Eigentlich sind Evocation kein unbeschriebenes Blatt, denn schon im Jahre 1992 konnten die Schweden mit ihrer Demo „The Ancient Gate“ auf sich aufmerksam machen, doch trotz der guten Kritiken half es den Schweden nicht, die Band am Leben zu erhalten und sie gingen getrennte Wege. Also suchten Teile der alten Mitglieder bei Lake Of Tears oder Cemetary/Sundown ihren musikalischen Trost.

Doch nichts desto trotz hat es die Band geschafft, sich nach all den Jahren wieder aufzuraffen und uns ihr Debüt „Tales From The Tomb“ entgegenzuhalten, und dieses Debüt trieft aus allen Ecken nach Death Metal der alten Schule.

Man darf natürlich nicht vergessen, diese Band stammt aus dieser Zeit, als der Death Metal zu boomen begann, aber nicht nur die Songs schreien nach alten Zeiten, sondern auch der Sound, das Cover eines Dan Seagrave (u.a. Morbid Angel, Dismember), die Produktion und der Gesang, man fühlt sich wahrhaftig zurückgesetzt an den Anfang der 90er Jahre. Doch kann uns nach all den neuen Stilen und Weiterentwicklungen der Bands, die damals auch noch so klangen, eine Old School Death Metal Platte noch begeistern?

Ja, das kann sie wunderbar. Allein wenn man nach dem Intro der Song „The Dead“ ertönt, fühlt man sich sofort wohl und ich musste sofort an eine meiner wenigen Unleashed-Alben denken, denn dieser Sound ist einfach vollkommen Old-School. Die Melodien sind wunderbar gesetzt und bleiben im Gedächtnis und selbst eine klasse Hookline ist gegeben. Das folgende „Chronic Hell“ ist ein kleiner Stampfer, aber auch hier sind die Melodien wunderbar und wieder einmal fällt die Gemeinsamkeit mit dem Urgestein Unleashed auf, was nichts Negatives heißen soll.

„Greed“ und „From Menace To Mayhem“ sind die beiden nächsten Songs auf der Tracklist und die Qualität mag nicht abreißen, wobei der letzterer Song definitiv der bessere ist, allein durch den sehr coolen Bridgepart, der durch wirklich gelungene Melodie und einem Scream eingeleitet wird. Der Stampfer schlechthin ist „Blessed Upon The Altar“ mit richtigem Standard „Sacrifice“ Geschreie im Refrain, aber der Höhepunkt ist das folgende „Feed The Fire“. Dieser Song dürfte bald die Metalpartys durchhallen, denn das ohnehin schon stellenweise sehr an Amon Amarth erinnernde melodische Riffing ist hier so markant wie noch nie. Auch wenn das Riff bei „The Dead“ schon in leicht veränderter Form auftrat, so rockt dieses Riff einfach alles weg. Dass am Ende dieses Riff sehr lang gezogen wird und ständig „Feed The Fire!“ drüber gegrowlt wird, macht diesen Song zu dem Partysong schlechthin.

Die Befürchtung, die Qualität würde nun stark abnehmen, stellt sich als falsch heraus. Denn auch „The Symbols Of Sins“ und das stellenweise recht doomige „Phase Of Fear“ haben ihre Stärken im Songwriting und langweilen nicht. Was ich noch gar nicht erwähnt hatte, ist, dass mir das Drumming wirklich gut gefällt, da es sich keinesfalls um einen 08/15 Drummer handelt, die Fills sind sehr klasse. Auch „Veils Were Blown“ strotz vor Melodien, auch wenn es an Speed auf keinen Fall mangelt. Ich kenne leider das Original von Entombed nicht, aber „But Life Goes On“ passt wunderbar zum Gesamtkonzept und mit dem letzten Track „The More We Bleed“ können Evocation ebenfalls nicht wirklich patzen, denn die Soli gefallen mir sehr gut und fügen sich zu den klasse Melodien wunderbar ein.

Fazit: Ein sehr gelungenes Debüt von Evocation. Wie macht man am besten ein Old School Death Metal – Album? Richtig, man stammt aus dieser Zeit und hat noch nicht so viele Outputs, dass man sich schon so weiter entwickelt haben könnte und den Ursound verloren hat. Also, was alten Death Metal angeht, stehen Evocation trotz eines Debüts definitiv weit oben. Auch wer Amon Amarth nicht abgeneigt ist, sollte Probehören und sehen, aus welcher Kerbe von Bands ihr Einfluss stammt.

Starke Scheibe!

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