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Evil Invaders: Pulses Of Pleasure

Speerspitze für Speed Metal
Wertung: 8/10
Genre: Speed Metal
Spielzeit: 42:09
Release: 28.02.2015
Label: Napalm Records

Aus welchem Grund auch immer das Debüt-Full-Length-Album aus dem Hause Evil Invaders auf diesen Seiten nicht bedacht wurde, auch so lange nach dem Release ist „Pulses Of Pleasure“ es nicht nur wert, vorgestellt zu werden, sondern schließt hier dann auch die empfindliche Lücke zur neuen EP „In For The Kill“. Und auch wenn die belgischen Speed-Metal-Freaks hier in Deutschland mehr als regelmäßig auf der Bühne stehen und bei gefühlt jeder vierten essentiellen Tour als Support mit an Bord sind, so hat die Show letzte Woche im Essener Turock nicht nur aufgezeigt, wie sehr das Quartett den Zahn der Zeit trifft, sondern das auch etliche der Anwesenden zum ersten Mal auf Evil Invaders gestoßen sind.

Nach der 2013er EP wurden die belgischen Jungspunde zum ersten Mal so richtig von den Speed-Jüngern wahrgenommen und im Nachhinein haben sie mit dem rohen „Evil Invaders“ genau jene Fangemeinde befriedigt, für die eben neben vielen Metalspielarten auch Old School als das heilige Credo durchgeht. Und genau das Feld bestellen die Vier auch auf voller Albumlänge, hier und da blitzen zwar Referenzen wie die eisernen Jungfrauen durch, doch bleibt der Spaß dabei keinesfalls auf der Strecke.

„Pulses Of Pleasure“ kann man dabei getrost in zwei Hälften teilen – zum einen sind da die sägenden Speedattacken in der ersten Halbzeit mit Nummern deutlich über die Fünf-Minuten-Marke, in der zweiten Hälfte aber gewinnen immer mehr die NWOBHM-Einflüsse die Oberhand und bis auf den Rausschmeißer „Master Of Illusion“ wird auch nicht mehr die Vier-Minuten-Grenze geknackt. Die beiden besten Nummern wie eben „Master Of Illusion“ am Schluss und der Opener „ Fast, Loud 'n' Rude“ rahmen dabei ein richtiges Gitarrenspektakel ein – man muss sich aber eben auch immer wieder mit den hohen Screams durch Frontmann Joe arrangieren.

Ist die erste EP noch roh und ungestüm, so kanalisieren Evil Invaders ihre Ideen viel griffiger, lassen in dem deutlich theatralischeren, speedigen Abriss „Eclipse Of The Mind“ nur vage ihre Maiden-Einflüsse erkennen, bis Joe mit einem markerschütternden Schrei das akustische Mittelteil einleitet, nur um für kurze Zeit den Ruhepuls nach unten zu drücken, der dann aber erneut durch die Klampfen hochgetrieben wird und in einem etwas über zwei Minuten langen Riff-Soli-Massaker endet, wobei das sirenenartig ausfadende Ende auch Fragen offenlässt. Rasend sägende Gitarren wie im Titeltrack „Pulses Of Pleasure“ mit seinem melodischen Schlussspurt oder aber das ohne Vorwarnung mit gleich sirrenden Klampfen lospreschende „Fast, Loud 'n' Rude“ geben schon sehr gut vor, aus welchem Stahl die teuflischen Invasoren gegossen sind, die hier auch mal mit einem leicht orientalisierten Gitarrensolo oder aber auch den prägenden Twin-Guitar-Soli überzeugen können.

Bei „Stairway To Insanity“ kann man dann aber die Ohren vor den deutlichen NWOBHM-Einflüssen nicht mehr verschließen, immer wieder dürften auch die eisernen Jungfrauen aus deren Frühphase Pate gestanden haben, ein Eindruck, der dann mit dem durch seinen Refrain geprägten „Venom“ oder dem verheißungsvollen, durch das wie beim großen Luftholen vor der letzten Angriffswelle instrumentale „Blinded“ eingeleitete „ Master Of Illusion“ manifestiert wird.

„Pulses Of Pleasure“ treibt den Blutdruck für Old-School-Speed-Freaks nach oben, belohnt mit einer Menge Endorphine den Gang zur Wiederholungstaste und dürfte im oben genannten Genre mit zur Speerspitze gehören – Evil Invaders sind der ganz heiße Kandidat, um Razor & Co. wahrhaft zu beerben.

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