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Evig Natt: Darkland

Höchst durchschnittliches Gothic Metal-Album
Wertung: 5.5/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 56:21
Release: 25.07.2010
Label: Black Bards Entertainment

Bei Evig Natt handelt es sich um eine im Jahr 2003 als Projekt gegründete Band, die bereits zwei Jahre später das Angebot für einen Plattenvertrag hatte. Aus diversen Gründen konnte dieses aber nicht angenommen werden. Glücklicherweise kam 2006 das zweite Angebot vom Omvina Records und diesmal wurde der Grundstein für den Release des ersten Albums „I Am Silence“ gelegt. Nun, im Jahr 2010, hat die Band mit „Darklands“ ihr zweites Album auf den Markt gebracht, welches allerdings unter dem Banner von Black Bards Entertainment erscheint.

Evig Natt sind eine Band, wie es sie in den auslaufenden 90ern häufiger gab. Gothic Metal mit tiefem männlichen beziehungsweise klarem weiblichen Gesang. Oskar Naley orientiert sich stark in die Death Metal-Richtung und erinnert mit seiner Stimme an den tiefen Gesang des Graveworm-Frontmannes Stefan Fiori. Sein weiblicher Konterpart Kirsten Jørgensen hat nicht von der Hand zu weisende stimmliche Ähnlichkeiten mit Liv Kristine von Leaves' Eyes. Wobei man ihr zu Gute halten muss, dass sie nicht ganz so hoch singt, sondern auch mal eine Tonlage runtergeht. Musikalisch bietet die Band das, was man von einer Gothic Metal-Band erwarten kann. Relativ austauschbare, aber dennoch gute Riffs, die hier und da sogar Einflüsse aus dem Doom-Genre aufweisen, bestimmen das Gesamtbild. Die unvermeidlichen Synthesizer sind zwar allgegenwärtig, sind aber nur unterstützender Natur und dominieren die Songs nicht.

Die Voraussetzungen sind also nicht die schlechtesten und mit „Darkland“ wird das Album auch sehr passend eingeläutet. Unter den Song wird stellenweise ordentlich Doublebass gelegt, so dass auch Freunde des Doom Metals mal reinhören könnten. Zuckersüßer Gothic Metal der Marke Leaves' Eyes bleibt dem Hörer hier nämlich dankenswerterweise erspart. Stattdessen schweben Namen wie Theatre Of Tragedy, My Dying Bride, The Gathering und gelegentlich sogar Paradise Lost im Raum.

Was dem Quintett aber noch abgeht, ist das Händchen dazu, einprägsame Lieder zu schreiben. Es fehlt schlichtweg an Abwechslung im Songwriting. Die Gitarren sind zwar angenehm im Vordergrund, aber etwas wirklich Prägnantes spielen sie leider nicht. Gleiches gilt für die Gesangslinien, die einem mehr als einmal äußerst bekannt vorkommen. Das gilt vor allem für die männlichen Growls, die wirklich etwas mehr Abwechslung vertragen könnten. Technisch gesehen weiß der weibliche Gesang da schon mehr zu überzeugen, auch wenn es hier ebenso an Abwechslung mangelt.

Ein gutes Beispiel ist der vergleichsweise schnelle Song „Withered Garden“, bei dem der ehemalige Enslaved-Drummer Harald Revheim mal ein wenig von seinem Können zeigen kann. Doch gerade bei diesen schnellen Passagen wirkt der melodische, weibliche Gesang wie ein Fremdkörper. Dieser funktioniert nämlich bei eher gotisch angehauchten Songs wie „I Die Again“ wesentlich besser. Eine Ausnahme stellt das relativ schnelle „Sjelelaus“ dar, welches durchweg zu überzeugen weiß und somit das beste Lied der Platte ist.

Fazit: Trotz passablen Musikern und einer guten Produktion ist „Darkland“ beim besten Willen nichts, was man sich in das heimische CD Regal stellen muss. Man hat schlicht und ergreifend alles schon mal in ähnlicher Form gehört und Evig Natt fehlen darüber hinaus noch gute Songs, die im Kopf bleiben. So ist ihr zweites Album lediglich unter „nett, aber auch leicht überflüssig“ zu verbuchen.

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