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Everything Went Black: Cycles Of Light

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal, Hardcore
Spielzeit: 27:15
Release: 17.01.2012
Label: Lost Shepherd Recordings/Prosthetic Records

An Prosthetic Records kommt man zurzeit tatsächlich nicht mal im Tarnumhang vorbei: Mit Everything Went Blacks neuem Werk „Cycles Of Light“ liegt diesen Monat eine weitere Promo aus dem Hause Prosthetic auf dem Tisch, die es den Lesern näherzubringen gilt. Ihren Musikstil bezeichnen die Amis selbst als „Blackened Midwest Hardcore“, was tatsächlich dreifach Sinn macht: Die Jungs spielen Hardcore mit Black-Metal-Einflüssen, was eine ganz schöne Abwechslung zu dem Deathcore-Gematsche ist, das in letzter Zeit Überhand nimmt, und kommen außerdem aus Missouri. Als musikalische Vorbilder gibt der Fünfer alte Haudegen wie Black Flag und Black Sabbath an – die Mischung macht’s nun mal.

„Cycles Of Light“ markiert nun also das Debüt der St. Louisaner, die bereits 2009 selbständig eine EP und eine 7“ veröffentlichten, sowie eine Split mit Rattletooth zustande brachten, die außerhalb ihrer Heimat wahrscheinlich kein Mensch kennt. Auch Everything Went Black sind noch ein recht unbeschriebenes Blatt hierzulande, das dürfte sich aber in Bälde ändern und das kann man sogar schon prophezeien, ohne die Debüt-Full-Length-Scheibe komplett gehört zu haben. Was die Spannung ausmacht, ist hier tatsächlich die Verschmelzung von schwarzmetallischen Gitarren beziehungsweise generell düster-atmosphärischen Instrumentals und brutalem Hardcore-Gebrüll. Das haben zwar andere Bands, The Ghost Of A Campaigner seien hier zuallererst genannt, auch schon hinbekommen, aber schlecht machen Everything Went Black ihren Job trotzdem nicht.

„XI“ bildet das Intro und liefert eine nahtlose Überleitung zum ersten richtigen Song „Gods Of Atlantis“, das mit einem dramatischen Intro überzeugen kann und sich dann zu einem hasserfüllten Hardcorestampfer mit tief gestimmten Gitarren im Hintergrund hochschraubt. Vom Grundprinzip sind die Songs alle recht ähnlich: Es wird gehasst, gebrüllt, gewummert, alles versehen mit einer Prise Düsternis und überhaupt sehr drohend gehaltenen Gitarren – ein gutes Beispiel hierfür ist dann „Lifeless“, das zwar nur eine ganze Minute und 45 Sekunden Spielzeit aufweisen kann, dafür aber auf Full Speed nach vorne geht und zwischendurch von sehr düsteren Gitarren unterbrochen wird.

„Thorn Feeders“ tendiert stärker in die Old-School-Hardcore-Richtung, was den Jungs aber auch gut zu Gesicht steht. Sänger Brandon Hoffman strapaziert seine Lungen, als gäbe es kein Morgen, und Drummer Keenan Skillian (der die „skills“ ja quasi schon im Namen trägt) trommelt sich selbst in die Umlaufbahn - so muss das, da macht die Scheibe gleich noch ein bisschen mehr Spaß.

„Kingdoms“ gehört zu den Songs, die man schon an ihrem Intro erkennt, wenn man sie drei- oder viermal gehört hat – die flirrenden Gitarren in Kombination mit den Tribaldrums ergeben schon ein etwas exotisches Bild, außerdem fällt der Song schon allein durch seine Laufzeit von über fünf Minuten aus der Reihe. Neben all dem Geknüppel bauen Everything Went Black auch noch einen sphärischen Gitarrenpart ein, der die apokalyptische Stimmung nur noch verstärkt. „I’m searching for something left to believe!“ schreit Brandon immer wieder heraus – der Pessimismus in Person, aber ganz so schwarz sehen die Jungs die Welt wohl doch nicht, denn auf dem Backcover prangt der vorsichtig optimistische Satz „There is a light… somewhere“. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich immer zuletzt.

So skeptisch man bei einem doch eher depressiven Bandnamen wie Everything Went Black an die neue Scheibe herangehen könnte, so sehr überrascht sie einen aber auch. Die Jungs haben die knappe halbe Stunde wirklich gut gefüllt, auch wenn es hier und da noch an ein wenig mehr Abwechslung mangelt. Die Mischung aus Black Metal und Hardcore ist aber in jedem Fall ausbaufähig und bringt den Amis vorerst sieben Punkte ein.

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