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Everlast: Whitey Ford's House Of Pain

Man wird älter...
Wertung: 8/10
Genre: Singer/Songwriter, Folk, Blues, Rap
Spielzeit: 44:45
Release: 07.09.2018
Label: Long Branch Records/SPV

Sieben Jahre ist es mittlerweile her, dass Erik Schrody a.k.a. Everlast sein letztes Studio-Album „Songs Of The Ungrateful Living“ veröffentlichte, im Jahr 2013 folgte mit „The Live Acoustic“ dann eine, ihr habt‘s erraten, Live-Akustic-Scheibe, ansonsten wurde es zunehmend ruhiger um den Singer/Songwriter. Anfang September wurde dann mit erstaunlich wenig medialem Vorlauf „Whitey Ford‘s House Of Pain“ auf den Markt gebracht, und ganz ehrlich: Es hat sich Gott sei Dank kaum etwas verändert im Sound des Amerikaners. Everlast ist Everlast ist Everlast – seien es die rauen, zornigen Raps („The Culling“), oder die klassischen Folksongs mit weiblichem Hintergrundgesang („It Ain‘t Easy“): Überraschungen wird man auf der neuen Platte ziemlich vergeblich suchen, das sollte man aber auch nicht erwarten.

Schon nach den ersten zwei Sekunden kann man deutlich erkennen, dass es sich hier um die neue Platte des House Of Pain-Rappers handelt: Bereits das akustische Gitarren-Intro von „One Of Us“ weckt Erinnerungen an die letzten Alben, setzt dann der charakteristische Gesang ein, kann man sich ein Lächeln kaum verkneifen. Willkommen zurück im Land von Whitey Ford.

„The Climb“ kann dann mit einem coolen Beat aufwarten und markiert bis jetzt den besten Raptrack auf dieser Scheibe – hauptsächlich vermutlich auch deswegen, weil der Mann der Stunde immer in einen leichten Singsang abgleitet. Auch „Smokin & Drinkin“ bildet einen starken Ohrwurm mit einem tanzbaren Rhythmus und dem immer etwas resigniert anmutenden Timbre des Amis als perfektem Kontrast.

Einen echten Gänsehautmoment erlebt man dann bei „Break It Down“, obwohl man so weit unten auf der Tracklist eigentlich nicht mehr damit gerechnet hatte – ein locker-flockig anmutender, gleichzeitig traurig-hoffnungsvoller Song, der so oder ähnlich auch auf jede frühere Platte gepasst hätte.

Tatsächlich braucht „Whitey Ford‘s House Of Pain“ deutlich länger als frühere Alben, um es sich ordentlich im Gehirn gemütlich zu machen, einige Songs wie das irgendwie kitschige „It Ain‘t Easy“ wollen auch nach mehreren Durchläufen noch immer nicht gefallen, dafür können Tracks wie das bärenstarke „One Of Us“ oder „Break It Down“ aus dem Stand und auf ganzer Linie überzeugen. Hier und da finden sich Gitarrenparts oder Beats, die man ähnlich schon auf älteren Everlast-Alben gehört haben mag – insgesamt ist also auch die Hitdichte deutlich geringer, nimmt man sich ein bisschen Zeit für die Scheibe und ihre 15 Stücke, kann man aber doch noch das ein oder andere Juwel entdecken. Und für Everlast-Fans ist „Whitey Ford‘s House Of Pain“ ja überhaupt ein Muss.

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