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Everlast: The Life Acoustic

Qualitätsmusik
Wertung: 9/10
Genre: Akustik Rock, Hip Hop, Country, Blues, Singer/Songwriter
Spielzeit: 46:26
Release: 27.08.2013
Label: Martyr Inc./EMI

Es war mal an der Zeit: Der Rapper, Sänger, Songwriter und Gitarrist Everlast kommt endlich mit einem Akustikalbum um die Ecke. Für jemanden, der ursprünglich aus dem Hip Hop kommt und mit seiner Truppe House Of Pain zu den ersten Bands in diesem Genre gehörte, mag das ein merkwürdiger Schritt sein, aber immerhin hat der gute Mann mittlerweile schon sechs Full-Length-Alben bereitgestellt, die beweisen, dass er einiges noch besser kann als rappen (obwohl er diese Richtung inzwischen mit seiner neuen Truppe La Coka Nostra wieder eingeschlagen hat). Singen zum Beispiel. Der mittlerweile 44-Jährige hatte schon immer eine ganz eigene Art, seine Songs zu transportieren – unter anderem eben auch einsam und alleine mit einer Akustischen. Lone Ranger, wenn man so will.

Jetzt steht mit „The Life Acoustic“ also besagtes Scheibchen an und der Blick auf die Tracklist irritiert gleich mal: Natürlich sind Songs wie „Sad Girl“ oder „Lonely Road“ geradezu prädestiniert dafür, aktustisch vorgetragen zu werden. Da hat der Mann sich nicht allzu viel Mühe gemacht. Aber „Jump Around“? – der Track, mit dem die House Of Pain-Combo den ersten und letztlich größten Erfolg hatte, inklusive einer Grammy-Nominierung? Man darf gespannt sein, wie der Track umarrangiert wurde.

Trotz seines noch recht knackigen Alters hat der Mann mittlerweile schon einen Herzinfarkt hinter sich und man muss sagen – er klingt ein bisschen alt. Andererseits ist das Kratzig-Dreckige in der Stimme natürlich sein Markenzeichen; wer Everlast bis jetzt also nicht mochte, wird sich mit dem Liveakustikalbum erst recht nicht anfreunden können.

Die Tracklist ist jedenfalls insofern gut ausgesucht, als dass der Mann nach eigenen Aussagen seine Lieblingsstücke aufgeführt hat – dementsprechend ist aus ziemlich jeder Schaffensphase des Musikers was dabei, sei es das etwas stakkatohafte „Children’s Story“, das erstaunlich gut funktioniert, oder das geniale „Stone In My Hands“ vom vorletzten Album, das im Original wie auch in der Akustikversion mit zu den besten Everlast-Stücken gehört.

Auch außergewöhnliche Tracks haben es auf die Setliste geschafft: „My Medicine“ beispielweise war anno 2008 eine Koop mit Snoop Dogg, die auf dessen „Ego Trippin‘“ erschien – damals ein klasse Track und auch in der Akustikversion hat das gute Stück ordentlich Schwung und fast schon einen leichten Countrytouch.

Mit „Grandma’s Hands“ hat sich dann auch ein Cover eingeschlichen. 1971 erstmals von Bill Withers aufgenommen, passt der Song ziemlich gut zur soulig-bluesigen Stimmfärbung des New Yorkers.

Insgesamt ist das Album mit zwölf Songs zwar für Fan-Bedürfnisse deutlich zu kurz ausgefallen, dafür schaffen es aber einige eher verschmähte oder unbekanntere Stücke auf die Trackliste, was vor allem für Anhänger mit der Komplettdiskographie im Schrank eine schöne Sache ist. Über die Qualität muss man sich gar nicht unterhalten – Everlast bietet hochwertige Musik, ob man den Stil jetzt mag oder nicht. Punkt.

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