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Everlake: Restless Repeat

Eine hörbar leidenschaftliche Platte
Wertung: 8/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 38:30
Release: 15.05.2015
Label: Eigenproduktion

In jedem Genre gibt es Bands, die auf einem spezifischen Sampler wahrscheinlich nicht unbedingt von anderen zu unterscheiden wären, da einfach ein gewisser Wiedererkennungswert fehlt, die aber dennoch beim Einzelhören Spaß machen, weil man ihnen die Freude an der Musik anhört. Everlake aus Buxtehude (ja, wirklich!) sind so eine Band, die sich dem Metalcore verschrieben hat, in dem es mittlerweile beinah unmöglich ist, noch Neues für die Fans bereitzustellen. Auf ihrer aktuellen Scheibe „Restless Repeat“ gehen die Jungs aber mit so viel Herzblut an die Sache heran, dass man auf den Wiedererkennungswert erst mal scheißen kann.

Seit nicht mal zwei Jahren musizieren die Fünf zusammen, „Restless Repeat“ markiert das knackige Debütalbum, das mit zwölf Songs auf knapp 40 Minuten Laufzeit aufwarten kann. Metalcore in moderner Manier wird geboten, Sänger Leon begibt sich gemeinsam mit Gitarrist Sebastian in den Spagat zwischen Melodie und Manie, während klassisch mit einer zweiten Gitarre, Bass und Drums die Instrumentalfraktion abgedeckt wird. Gitarrero Jannik lässt außerdem noch die wirklich gut platzierten und dezent, aber wirkungsvoll eingesetzten Samples einfließen.

So viel zum theoretischen Teil der Platte, die mit dem gesampelten Intro „24-7“ eingeleitet wird. Nahtlos geht man zum ersten „richtigen“ Song „Invincible“ über, bei dem die musikalische Ausrichtung ohne viel Eingewöhnung dargelegt wird. Schon hier werden im temporeichen Refrain melodische Samples und Gitarren im Hintergrund vereint, einen ersten Höhepunkt kann man mit dem Titeltrack verzeichnen. Dabei ist mit „Höhepunkt“ nicht der klar gesungene Refrain gemeint, sondern die schiere Verzweiflung, die Sänger Leon im Rest des Songs herausrotzt.

Auch in rasanten Tracks wie „Lost Friend“ geben Everlake ordentlich Stoff, nur um im folgenden Instrumentalstück „Chapters“ fast schon die Tränendrüse zu kitzeln – zum Glück herrscht draußen frühlingshaftes Wetter, sonst müsste man glatt an der Fensterscheibe stehen und versonnen die Regentropfen beobachten. Lange hält die besinnliche Stimmung aber natürlich nicht an, schon bei „Burning Lights“ wird gebreakdownt, dass sich die Schnürsenkel verheddern, dabei fügt Jannik immer wieder perfekt passende Samples ein, die einem vor allem gegen Ende des Songs schier die Tränen in die Augen treiben. Hier liegt definitiv die größte Stärke der Jungs: in der genialen Kombination von Geschrei, Geschredder und den perlenden Elektro-Partikelchen im Hintergrund.

Das finale „Kings & Crowns“ stimmt noch mal durch ordentlich gebündelte Aggression und einen ziemlich deftigen, geilen Refrain heraus, da müssen auch nicht alle Töne glasklar sitzen, das Feeling ist viel wichtiger – und das bringen Everlake einwandfrei rüber. Die Truppe scheint sich nicht zu scheren, „was man im Metalcore so macht“, sie zieht einfach ihr Ding durch und fährt damit gar nicht mal schlecht. Acht Punkte sind hier auf jeden Fall drin – für ein Debütalbum wird hier einiges geboten.

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