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Evergrey: The Storm Within

Gute Platte – aber mit Sicherheit nicht ihre bislang beste
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Metal / Dark Power Metal
Spielzeit: 58:26
Release: 09.09.2016
Label: AFM Records

Evergrey gehören zu jenen Bands, die gerne mit Superlativen um sich werfen, weil sie genügend Selbstbewusstsein besitzen und außerdem immer nach vorne blicken: So krönten die Schweden auf ihrer Facebookseite das nunmehr zehnte Studioalbum „The Storm Within“ (Glückwunsch zum Erreichen der Zweistelligkeit in dieser Rubrik) schon vor Release euphorisch zu ihrer bislang besten Platte, was die Neugier und Vorfreude der Fans naturgemäß einerseits auf die Spitze trieb, andererseits aber auch skeptische Ungläubigkeit hervorgerufen haben dürfte.

Tom Englund und seinen Jungs darf man glauben, dass sie solche Aussagen tatsächlich ernst meinen und dies nicht nur behaupten, um mehr Platten zu verkaufen, denn Evergrey waren schon immer eine grundehrliche Band – angesichts solcher Meisterwerke wie „In Search Of Truth“ oder „Recreation Day“ scheint dies dennoch eine Nuance zu übertrieben. Da die letzten beiden Alben jedoch nach einer etwas schwächeren Periode wieder sehr stark ausgefallen waren, durfte man zumindest eine einigermaßen hohe Erwartungshaltung hegen.

Dass nur zwei Jahre zwischen „Hymns For The Broken“ und dem vorliegenden Rundling liegen, sagt außerdem einiges über die Motivation aus; nachdem sie die Gruppe einst wegen verschiedener Differenzen verließen, sind mit Henrik Danhage und Jonas Ekdahl seit eben jener letzten Platte wieder zwei wichtige Persönlichkeiten mit an Bord, die inzwischen offensichtlich wieder mindestens so brennen wie früher, sodass man jetzt schon wieder neues Futter für die immer hungrige Fanschar parat hat.

Der Beginn fällt vielversprechend aus: Ohne extra ausgelagerten Introtrack geht es recht schnörkellos gleich zur Sache, lediglich ein paar verloren anmutende, effizient nachhallende Pianoakkorde kündigen den Opener „Distance“ an, der sich anschließend ultraheavy und schwermütig daherwalzt. Die melancholische, düstere Evergrey-Atmosphäre ist umgehend spürbar, die Intensität bei der getragen-majestätischen Nummer beklemmend – erst im Chorus, der in bester Band-Manier eine ziemlich eingängige Hookline besitzt, wird die Spannung gelöst, ohne dass die Truppe großartig an Dunkelheit einbüßen würde. Sehr effektiv ist auch der Kinderchor, der gegen Ende die Gesangsmelodie übernehmen darf – mit diesem Stilmittel spielten die Immergrauen bereits in der Vergangenheit gerne herum und auch dieses Mal macht sich diese Vorgehensweise prächtig.

Etwas flotter und von der Stimmung positiver kommt „Passing Through“ daher, das außerdem wirksam mit modernen, Techno-artigen Keyboards ausgestattet wurde – dass das funktionieren kann ohne dass es albern wirkt oder die Stimmung zerstört, hatten die Schweden schon vor zwei Jahren in Form von „Wake A Change“ eindrucksvoll gezeigt. Und auch hier beweisen sie außerdem ihr Händchen für wirksame Refrains, setzt sich doch erneut die Chorusmelodie wie ein Blutegel an den Synapsen fest.

Dass diese Formation immer wieder damit auftrumpfen kann, muss einen als Hörer stets aufs Neue sprachlos machen. Jeder weiß, dass die Skandinavier schon immer einen eigenständigen Stil hatten und diesen mittlerweile eher in kleinen Dosen variieren, doch diese Kunst, immer wieder mit ohrwurmigen Melodien aufzuwarten, sich dabei nicht selbst zu zitieren, und trotzdem möglichst abwechslungsreich zu bleiben, muss man ihnen hoch anrechnen. Bei einem Stück wie „Someday“ mit seinem regelrecht erhabenen, sich emporschraubenden Chorus kann man sich die Szenerie mit begeistert emporgestemmten Armen bei Livekonzerten jedenfalls bestens vor dem inneren Auge vorstellen.

Die absoluten Highlights auf „The Storm Within“ bilden allerdings wohl das enorm düstere, fesselnde „Disconnect“, dessen verzweifelt-wuchtiger Refrain Gänsehautschauer auslöst, und der schleppende und gleichermaßen fast schwebende Titeltrack, die somit einen Abschluss nach Maß bilden, doch auch das sehr verspielte und mit tollen Gitarrensoli ausgestattete „The Lonely Monarch“ ist in der Niveau-Skala zweifellos ganz weit oben anzusiedeln – eine weitere Pflichtnummer für die Setlist der nächsten Tour.

Evergrey haben auf „The Storm Within“ also wieder mal eine Menge zu bieten, wenngleich es sich beim besten Willen keineswegs um die beste Platte handelt. Eher ist der Vorgänger etwas höher einzuschätzen, zumal es sich bei der obligatorischen Ballade (bei der Toms Frau Carina ihren ebenfalls längst obligatorischen Gastauftritt hat) „The Paradox Of The Flame“ leider um eine sterbenslangweilige Nummer handelt, die nicht im Geringsten vermag, die Emotionen der herrlichen Schmachtfetzen aus der Vergangenheit zu erwecken.

Auch das kurze Pianostück „The Impossible“ ist eher überflüssig und „In Orbit“ (mit Gastauftritt von Nightwish-Frontfrau Floor Jansen) zwar mit einer äußerst eingängigen Keyboardmelodie ausgestattet, die letztlich aber zu häufig wiederholt wird und insgesamt einfach zu banal geraten ist. Von daher ist „The Storm Within“ insgesamt betrachtet nur „gut“, aber natürlich meilenweit von einer Enttäuschung entfernt.

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