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Evergrey: Monday Morning Apocalypse

Ein sehr, sehr großes Album
Wertung: 9/10
Genre: Modern Metal
Spielzeit: 44:47
Release: 24.03.2006
Label: InsideOut Music GmbH

Im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen und sechsten Evergrey-Albums “Monday Morning Apocalypse” wurde ja viel spekuliert und hier und da auch gezetert über die neue Grundausrichtung der Band. Mich hat das ehrlich gesagt verdammt kalt gelassen, da mir der Sound der Band in der Vergangenheit nicht sonderlich zugesagt hat. Also warum einen Gedanken daran verschwenden? Doch als mir von der Redaktion die Promo-CD zum neuen Streich der Schweden ins Haus geschickt wurde, packte mich das Thema dann doch unversehens. Nach dem ersten Hören konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Genau das, was die „alten“ Fans kritisieren, finde ich genial. Jawohl, es stimmt, kann ich nur sagen. Evergrey klingen weitaus modernen als auf ihren bisherigen Veröffentlichungen. Der progressive Touch ist weitestgehend verschwunden. Überlange und zum Teil überladene Songstrukturen gehören der Vergangenheit an. Die Songs knallen direkt ins Gesicht und kommen ohne große Umschweife direkt auf den Punkt. Moderner Metal in einem mehr als überzeugenden Soundgewand. 

Für dieses ließen Evergrey zum ersten Mal fremde Hände über die Knöpfe von Mischpult und Effektgeräten wandern. Sanken Sandquist und Stefan Glaumann, welche schon für Bands wie Rammstein und Bon Jovi werkelten, haben Evergrey diesen hammerfetten Sound kreiert. Das Keyboard ist zwar noch präsent, ordnet sich aber der voluminösen Gitarren-, Bass- und Schlagzeugwand geschickt unter. Und wo wir schon bei Veränderungen sind, wirken sich diese auch auf die visuelle Umsetzung, sprich Covergestaltung, aus. Seht es euch einfach an; ich finde, es passt zur Mucke. Und diese bietet mit dem Doppeldecker „Monday Morning Apocalypse“ und „Unspeakable“ gleich einen richtig fetten Tritt in den Allerwertesten. Die Doublebass im Titeltrack kickt dich erst mal kurzzeitig k.o., so dass du beinahe den genialen Refrain verpasst. Leicht verzerrte Stimmeffekte in der Strophe unterstreichen die anfängliche Härte. Sänger Tom legt hier auch gleich die Messlatte für alle folgenden Songs sehr hoch an. Oberklasse, was er hier und auf dem ganzen Album abliefert. 

„Unspeakable“ steht dem ersten Song in nichts nach. Ein schweinegeiler Refrain, der sich sofort im Hirn festbeißt. Mit „Lost“ haben Evergrey dann schon einen singleverdächtigen Hit am Start, der nach der altbewährten Methode funktioniert: rockiges Tempo, Strophe mit Akustikgitarren versehen und dann zack, den Stromgitarrenrefrain hinterher. Kommt schon fast in die Richtung 3 Doors Down und Konsorten. Kann man geteilter Meinung sein, ob so etwas nun geil oder berechnend ist. Dafür entschädigen „Obedience“ und „The Curtain Fall“ die verwöhnten Ohren wieder mit diesem superfetten Powerriffing. Wenn ich ein Highlight neben all den sehr guten Songs nennen muss, dann ist das „In Remembrance“. Das Tempo nehmen Evergrey hier gekonnt zurück und lassen statt kraftstrotzender Gitarrensalven eine richtig tiefe Atmosphäre wirken. Streichersounds unterstreichen den Bombast dieses Songs. Als Berliner würde ich sagen: d“att is echt ´n Hammer man“. Wer irgendwann einmal die „geniale“ Idee hatte, eine Platte mit einem Pianoinstrumental zu bestücken, was soooooooooo viele Bands leider machen, den sollte man zum Zwangshören klassischer Musik verurteilen. „Till Dagmar“ ist genau so ein Stück Klimperei. So überflüssig wie Zahnfleischbluten. 

Doch zum Glück folgt danach „Still In The Water“, der alle alten trauernden Fans zum Teil zufrieden stellen sollte. Mit Bombast-Keyboard-Passagen ausgestattet, pendelt der Track zwischen Lavasound und Midtempo hin und her. Was soll ich sagen? Wieder ein Bienchen im Muttiheft. Fein gemacht. Der Rest des Album wartet dann mit keinerlei Überraschungen mehr auf. Hinten dran klebt noch eine seichte Ballade. Da frag ich mich, ob man so ein energiegeladenes Album mit solch einem Track ausklingen lassen muss. Aber die Jungs werden sich da schon was bei gedacht haben. Beileibe sind die letzten Songs keine Ausfälle, jedoch nicht so zwingend wie das andere, bisher dargebotene Material. 

Es kann zusammenfassend nur ein Fazit geben: ein sehr, sehr großes Album. Mit kleinen Schwächen zum Ende, doch die können anhand des restlichen Songmaterials locker verkraftet werden. Ich kann nur jedem Metalfreak empfehlen, sich die Scheibe anzutun. Vielleicht geht es euch dann wie mir. Ihr werdet süchtig nach dem Teil.

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