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Evenless: Split Infinity

Nur dickes und positives Lob für das neue Album
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Hard Rock, Metal
Spielzeit: 46:7
Release: 06.06.2006
Label: Yonah Records

Das westdeutsche Melodic Hard Rock/Metal Quartett Evenless dürfte mittlerweile einigen hier nicht mehr gänzlich unbekannt sein: Die im Jahre 1999 aus der Traufe gehobene Formation konnte sich nämlich m.u. als innovative Supportband von Acts wie beispielsweise H-Blockx, Wir sind Helden und Three Minute Poetry recht schnell einen guten und gefragten Namen machen. Aber auch sonst sind die Herren Sebastian Moser (Gesang & Gitarre), Martin Walczak (Gitarre), Lars Schneider (Bass & Background Vocals) und Ulf Grüne (Schlagzeug) nicht untätig und wissen neben jenen großen Bühnen- und Festivalerfahrungen auch in den kleineren Clubs und Kneipen zu rocken und das anwesende Publikum in ihren charismatischen Bann zu ziehen.

Plattentechnisch begann alles im Jahre 2003 mit dem selbst produzierten Konzeptalbum “Janus“, welches sich aber mitnichten damit begnügte, lediglich stupide eine Hand voll partytauglicher Rocksongs aneinander zu reihen. “Janus“ stellt mit seinen insgesamt 20 facettenreichen Songs eher eine (in sich geschlossene) „Doktorarbeit“ über die emotional tiefgründigen Themenkomplexe Schuld, Sühne und Egoismus dar. Gesteigert wurde jener produktionstechnische Anspruch aber bereits ein Jahr später, mit dem von der Fachpresse sehr positiv aufgenommenen Album “Songs from the Basement“. Eingespielt und abgemischt wurde es dieses Mal aber nicht in Eigenproduktion, sondern in den norddeutschen “Soundlodge Studios“ von Jörg Uken. Nun, knapp zwei Jahre später, kehrte man wieder zurück zur besagten Wirkungsstädte und kreierte das nun vorliegende, dritte Evenless Studioalbum “Split Infinity“.

Aber um erst noch mal kurz auf den eingängigen Sound der Combo zurückzukommen: Man stelle sich als unbedarfter Hörer im Vorfeld eine Komposition aus Elementen der Erfolgsgruppen Therapy, Jimmy Eat World und Filter vor und versetzte sie zusätzlich noch mit lyrischer Melancholie. Heraus kommt hierbei ein Stilmix, der - rein plakativ betrachtet - für ordentliche und lupenreine Ohrwürmer im Akkord sorgt, bei intensiverer und detaillierter Betrachtungsweise allerdings, sein eher intimes und weltschmerzliches Inneres offenbart. Dies geschieht auch nicht grundlos, da nahezu sämtliche Textinhalte aus persönlichen Erfahrungen und Gefühlen der Bandmitglieder resultieren, die oftmals alles andere als greifbaren Sonnenschein und fröhlichen Singsang in sich beherbergen.

Aber gerade durch diese eher lockere und fast schon unbeschwerte musikalische Aufarbeitung der inhaltlichen Botschaften, gelingt Evenless gerade innerhalb der ersten 4 Songs eine kompakte Powerhymne nach der anderen. So dass es dann im ersten Moment etwas ungewöhnlich anmutet, wenn bei Titeln wie “When we dance“ und “A new day“ der elektronische Verstärker so gut wie komplett gezogen wird und im herrlich beschwingten Mid-Tempo die Akustikgitarre zum Einsatz kommt (Achtung: Gänsehaut ist hier garantiert!). Dass aber auch intensive Balladen mit eher deftigen Metal-Arrangements nichts Befremdliches für das Quartett sind, beweisen eindrucksvoll die eher beklemmend-düsteren Meisterleistungen “Fading Expectations“ und “Progressive Man“ (Headbangen ist dennoch durchaus möglich und gewünscht). So dann bildet das schnörkellos rockige (aber leicht zornig anmutende) “On the edge“ nicht nur den erfolgreichen Ausklang von “Split Infinity“, sondern ist zugleich auch noch eine „nette“ Abrechnung mit dem amerikanischen Unmenschen äähhhh... Präsidenten George W. Bush.

Was aber neben der liebevollen, musikalischen Abwechslung und dem extrem geschmeidigen Gesang von Sänger Sebastian Moser noch ein weiterer Pluspunkt bezüglich des aktuellen Outputs ist, ist die wirklich knapp bemessene Spieldauer von jeweils 3 – 3 ½ Minuten pro Titel. Man vermeidet es somit geschickt, in völlig unnötige Pathos-Metal-Instrumental-Phrasen zu zerfallen und bringt die jeweiligen Songs passend auf einen Schlusspunkt (ja, es ist für wahr nicht immer nötig, Refrains und Gitarrensolos bis zum Erbrechen totzuspielen!).

Letztlich kann man den Jungs von Evenless also im Grunde wirklich nur dickes und positives Lob für das neue Album aussprechen, das zugleich aber auch definitiv festzustellen vermag: Hier ist noch viel Spielraum und Entfaltungsfreiheit nach oben möglich... Also Leute, haut rein und lasst es auch weiterhin noch gut krachen!

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