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Even That Is Murder: Time Will Tell

ETIM haben sich weiterentwickelt, aber...
Wertung: 5,5/10
Genre: Metalcore, Alternative Rock
Spielzeit: 16:07
Release: 28.11.2014
Label: Eigenproduktion

Even That Is Murder sind eine Do-It-Yourself-Truppe – in Eigenproduktion haben die Duisburger mittlerweile ihre dritte EP “Time Will Tell” rausgehauen, vier Songs gibt es dabei zu hören, am Sound hat sich seit dem letzten Scheibchen “Nothing Against It“ nicht so wahnsinnig viel geändert: Das Quintett serviert eine Mischung aus Metalcore und Alternative Rock, mittlerweile ist außer Drummer Adrian jedes Bandmitglied zumindest für einen Teil der (Backing-)Vocals zuständig.

Wie schon beim Durchhören der letzten EP, kann man der Truppe auf jeden Fall auch hier eine hohe Motivation konstatieren – Pluspunkte gibt es für hörbare Spielfreude, technisch kann man auch nicht meckern, der Sound gerät etwas druckvoller als noch zu „Nothing Against It“-Zeiten. Und hier kommt das große Aber: Der Klargesang stört. Wahnsinnig.

Nun ist das ja alles Geschmackssache, aber leider ist es so, dass die Shouts ziemlich gut ausfallen – sobald der klare Gesang einsetzt (wer auch immer dafür nun zuständig sein mag), wird nicht nur tempomäßig auf die Bremse getreten, die Stimmung wandert auch gen Nullpunkt.

Dabei fängt alles richtig genial an: Der Opener „Tears Or Gold“ startet mit deftigem Geschrei und Gitarrengebrutzel, dann wird das Ganze ein bisschen runter gefahren und der Gesang setzt zum Refrain ein. Die Tonlage erinnert an viele amerikanische Metalcorekollegen, und auch bei denen passt es einfach nicht so recht, wenn sich der Gesang so durchweg mädchenhaft nasal anhört. Immerhin gibt es genug Sänger im Core-Bereich, die eine durchaus angenehme Tonlage beibehalten können – auch hier fallen die Melodien sehr angenehm aus, nur die Stimmlage reißt an der Punkteleine.

Im zweiten Track „Visions“ wird der Spieß dann rumgedreht – man startet mit Klargesang, der so zuckrig-süß aus den Boxen tröpfelt, dass man sich im folgenden härteren Songpart buchstäblich vor Wonne windet und so viel Geschrei wie möglich versucht, in sich aufzunehmen. Sicherlich haben die Jungs viele Fans, denen die Mischung gefällt, hier gibt es aber definitiv Abzüge in der B-Note – und das trotz Gangshouts und einem schönen Breakdown-Part gegen Ende.

Der Titeltrack verheißt dann ebenfalls Gutes, wird sich doch zu Beginn mit klassischen Metalcoreparts warm gespielt, lange hält die Freude aber nicht an, obwohl der Klargesang hier nicht ganz so penetrant in den Vordergrund gespielt wird, sondern auf einem Teppich aus melodischen Gitarren daherkommt. Schade ist auch, dass den Tempowechseln im finalen „What I’ve Become“ nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt werden kann, da der Gesang doch sehr überlagert. Immerhin gibt’s zur Hälfte des Songs einen sehr geilen Part, in dem mehrstimmiges Shouting kredenzt wird – danach ein paar schöne Breakdowns und man fühlt sich zumindest ein bisschen entschädigt.

Even That Is Murder machen Kopfzerbrechen. Für alle technischen Aspekte ebenso wie für die härteren Vocals, Gangshouts und sonstigen Spielereien muss man den Duisburgern ein klares Lob aussprechen – seit der „Nothing Against It“-EP hat die Truppe sich wesentlich weiterentwickelt. Der Klargesang kann aber leider an keiner Stelle überzeugen und drückt so gewaltig auf die Wertung. Unter’m Strich bekommt das Quintett den Arsch noch über die Mittellinie und kann sich 5.5 Punkte sichern.

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