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Evangelist: Doominances

Candlemass-inspiriert, langatmig inszeniert
Wertung: 6/10
Genre: Epic Doom
Spielzeit: 44:40
Release: 17.05.2013
Label: Doomentia Records

Kommen wir direkt auf den Punkt: Hätten Candlemass niemals existiert, würden auch die Polen von Evangelist auf keinen Fall jenen Sound bedienen, die sie auf ihrem aktuellen Werk ins Auge gefasst haben. Der epische Doom, den die Osteuropäer auf "Doominances" zelebrieren, fußt auf den ersten Alben der skandinavischen Legende, ist diesbezüglich aber leider ziemlich steif produziert und auch bar jedweder Abwechslung in Szene gesetzt worden. Um also noch einmal Klartext zu reden: Jeder eingeschworene Jünger wird sich bzw. seinen Lieblingsklang hier schnell wiederfinden - und nach einigen wenigen Durchläufen endgültig feststellen, dass hier kaum etwas angeboten wird, was noch irgendjemanden aus der Reserve locken könnte.

Handwerklich ist das Werk der Truppe aus Krakau derweil über jegliche zweifel erhaben. Zwischen den getragenen Arrangements blitzt hier und dort ein elegantes Gitarrensolo auf, gesanglich gefällt die Messiah-Lightversion immer noch ganz gut, und auch der melodische Anspruch manchen Hörers wird auf "Doominances" von der ersten bis zur letzten Sekunde gedeckt. fast könnte man sogar behaupten, Evangelist würden wahrlich hymnisch zu Werke gehen. Doch spätestens beim ersten Aufkeimen dieser Behauptung muss die Notbremse gezogen werden, denn auf lange Sicht fehlt es der Band an zündenden Ideen, vor allem aber auch an packenden Argumenten. Das Gefühl, dass hier relativ viel rezitiert wird, beschleicht einen schon nach der Hälfte der Zeit, der Versuch, sich ein wenig vielfältiger zu erproben, wird aber schon sogleich im Keim erstickt. Selbst der abschließende Longtrack "Militis Fidelis Deus", in dem mit ein paar rockigeren Gitarrensounds und einem raueren, dynamischeren Ansatz gearbeitet wird, erwirbt in der Gesamtkalkulation nur eine Albi-Funktion und ist am Ende ebenso eine Randnotiz wie die vier vorangegangenen Kompositionen.

Natürlich: Eine gewisse Qualität wird von Evangelist aufrechterhalten, "Doominances" ist nämlich alles andere als grottenschlecht. Aber gerade in einem so engmaschig begrenzten Genre wie dem Epic Doom sind eigene Akzente das Salz in der Suppe. Leider jedoch bevorzugen die Herrschaften eine relativ faden Geschmack in ihrer Terrine und müssen sich am Ende auch damit zufriedengeben, dass ihr neues Werk lediglich leicht über dem Durchschnitt angesetzt ist. Schließlich muss nicht alles abgefeiert werden, was im Entferntesten mit Candlemass in Verbindung gebracht werden kann.

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