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Europe: Bag Of Bones

Rock, Blues und orientalische Einflüsse machen das Album zum Genrehighlight
Wertung: 9/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 40:59
Release: 27.04.2012
Label: earMusic

Es ist einfach erstaunlich, wie die einstigen Teenie-Stars sich damals in den Achtzigern extrem erfolgreich in die Hitparaden der Welt quäkten und nun seit ihrer Reunion im Jahre 2004 mit dem mittlerweile vierten Album wesentlich kleinere Brötchen backen müssen, aber dafür umso viel nachhaltigere Musik aus den kreativen Hirnmassen basteln.

Und was man den Schweden so gar nicht vorwerfen kann, ist, dass sie sich auf ihren Sounds ausruhen, sondern im Gegenteil immer wieder auf der Suche nach Verfeinerungen sind, ohne die eigenen Wurzeln verhungern zu lassen – genau diese Mixtur schaffen sie auch auf vorliegendem „Bag Of Bones“. Sie kramen nicht nur tief in der eigenen Europe-Trickkiste, die schon seit „Start From The Dark“ weit geöffnet ist, sondern bauen auch nicht nur unterschwellige Blues-Anleihen ein und schrecken des Weiteren nicht vor orientalischen Einflüssen zurück – Multi-Kulti-Hard-Rock von Europe sozusagen, da könnten sogar die Brüsseler Idiokraten noch lernen, wie Integration funktioniert.

Aber weg vom Politischen, hin zur Musik, denn die weiß vom ersten Takt an vollauf zu begeistern. Hilfreich ist hier wie schon bei der letzten DVD „Live! At Shepherd’s Bush, London“ beschrieben, dass sich in Joey Tempests Stimme ein schön rauchiger oder ganz leicht kratziger Unterton eingeschlichen hat, der dann schnell mal den fetten Ohrwurm „Not Supposed To Sing The Blues“ zum absoluten Anspieltipp mutieren lässt, ein Hard-Rock-Song mit derart viel Blues-Feeling, dass man meinen könnte, ein Teil der US-Sümpfe wurde in die Vororte von Stockholm verfrachtet – die leicht orientalisch klingende Keyboard-Untermalung und die stimmigen weiblichen Hintergrundgesänge, das zum Ende lang im Hintergrund ausufernde Gitarrensolo, all das sind Komponenten, mit denen Europe locker aufweisen können, dass sie zur Speerspitze des Hard Rocks gehören.

Auch das anschließende „Firebox“ mit teilweise verdammt harten Gitarren und dem progressiven Beginn lebt vom mitsingbaren Chorus, auch hier schweben zarte Keyboardteppiche songdienlich im Hintergrund. „Bag Of Bones“ legt gleich zu beginn so stark vor, dass man kaum glauben kann, wie gereift die schwedischen Hard Rocker sind, denn schon der Opener „Riches To Rags“ nötigt ein „Oha“ ab, das sanft durch ein Kavier eingeleitete „My Woman My Friend“ wird herrlich von der leicht rauen Stimme Joeys kontrastiert und auch die mit Gitarre einsetzende Orgel könnte gar nicht besser den groovenden Rhythmus unterstreichen.

Überhaupt ist es schon verwunderlich, wie abwechslungsreich die CD geworden ist. Da wird der Titeltrack „Bag of Bones“ mit der akustischen Gitarre eingeleitet, da hämmert „Demon Head“ in bester Deep Purple-Tradition inklusive Orgel aus den Boxen. „Drink And A Smile“ hat zwar nicht ganz die Durchschlagskraft der anderen Songs, aber zu „Doghouse“ packen sie gleich wieder die Stromgitarren aus, untermalen das Ganze gleich wieder mit einigen harmonischen Orgelteppichen und folgenden weiterhin den Deep Purple'schen Pfaden.

Vergesst doch endlich einfach dieses unsäglich Teenie-Image der Achtziger, löscht jegliche Erinnerung daran, dass sich die Hard-Rock-Fraktion damals Anfang der Neunziger mit dem Pop-Gehabe der Band nicht identifizieren konnte, denn Europe haben seit ihrer Reunion konsequent den Weg des Erwachsenwerdens eingeschlagen und liefern heutzutage so hochwertige Hard-Rock-Kost ab, wie sie vielleicht nur von einer Handvoll Bands weltweit abgeliefert werden kann. Warum dann nur neun Punkte für „Bag Of Bones“? Nun ja, erstens muss ja noch ein kleines bisschen Luft nach oben bleiben, zweitens verlieren sie mit „Drink And A Smile“ ein kleines bisschen den Faden und drittens hätten sie gerne noch ein wenig mehr orientalische Einflüsse einbauen können, denn die Mischung unter Hinzunahme von einer feinen Prise Blues und vor allem der Hauptzutat Rock macht dieses Album zu einem Genrehighlight.

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