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Eureka: Shackleton's Voyage

Konzeptalbum über den Polarforscher Ernest Shackleton
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Rock, Folk, Worldmusic
Spielzeit: 51:12
Release: 05.06.2009
Label: Inside Out / SPV

„Shackleton’s Voyage“ vom Hamburger Ein-Mann-Projekt Eureka fällt wohl unter die Kategorie „nicht klassifizierbar“. Frank Bossert, Mastermind eben dieses Projekts, arbeitet auf dem mittlerweile vierten Eureka-Album mit Einflüssen aus Progressive Rock, Folk, Weltmusik und Pop. Eine interessante Mischung, doch nicht minder interessant dürfte das inhaltliche Konzept dieses Albums sein.

Es geht um den britischen Forscher Ernest Shackleton, der zusammen mit 28 Seeleuten im Jahre 1914 als erster die Antarktis durchqueren wollte. Ein Vorhaben, welches beinahe in einer Katastrophe endete, da das Schiff der Abenteurer vom Packeis zerdrückt wurde. Zum Glück aber konnte Shackleton durch eine waghalsige Fahrt in einem Rettungsboot Hilfe herbeiholen und alle Expeditionsteilnehmer wurden gerettet. Immerhin ist dies mal ein Konzept der etwas anderen Art: Keine Fantasygeschichte, kein Science Fiction, keine Sage, sondern jüngere Geschichte, die sich tatsächlich ereignet hat.

Bossert gibt die Reise an die eisigen Regionen des Südpols musikalisch insgesamt recht überzeugend wieder; „Departure“ beispielsweise klingt nach Aufbruchstimmung und die Synthesizerklänge und vielen sphärischen Sequenzen passen irgendwie recht gut zu der Vorstellung von Gletschern und ewigem Eis. Bei „Grytviken Whaling Station“ sind sogar passend zum Titel Walgesänge zu hören. 
Das Besondere liegt vor allem darin, dass das Album fast komplett instrumental ist, Bossert also weniger durch ein textliches, sondern vielmehr ein musikalisches Konzept die Geschichte des Polarforschers erzählt. Die wenigen Gesangspassagen in den Songs „The Challenge“ und „Going Home“ wurden von Ex-Yes-Mitglied Billy Sherwood übernommen, sowie in „Will You Ever Return?“ von der Sängerin Kalema (sehr schön sind bei letzterem vor allem die mehrstimmigen und kanonartigen Momente am Ende).  

Desweiteren konnte Bossert, der für Gitarre, Bass, Mandoline, Keyboards und Percussion verantwortlich zeichnet, den Schauspieler Ian Dickinson als Erzähler verpflichten, der den Hörer mit „The Last Adventure“ in die Geschichte einführt, bei „The Turning Point“ vorantreibt (hier ist, wie man sich anhand des Titels denken kann der Punkt erreicht, wo das Schiff zerstört wird) und am Ende bei „We Had Seen God!“ noch einmal aus der Sicht von Ernest Shackleton spricht.

Die Musik ist eher ruhig gehalten, man kann sich wohlig darin fallen lassen, gerade in Stücken wie „Heading South“ oder „Icebound“, die sehr atmosphärisch sind und nicht selten an Filmmusik erinnern, wenngleich auch nicht im orchestralen Sinne. Doch wenn man das ehrgeizige Vorhaben hat, mittels Instrumentalmusik ein Konzept zu erzählen, muss man natürlich dafür sorgen, dass die Mucke etwas Cineastisches an sich hat.

Dennoch hätte das Ganze etwas mehr Druck und Dramatik vertragen können – gerade wenn man solch eine abenteuerliche Geschichte erzählt –, wie beim progressiv-Fusion-mäßig angehauchten „In Search Of Relief“ teilweise angedeutet. Manchmal klingt mir „Shackleton’s Voyage“ doch etwas zu sehr nach New Age, hörenswert und gut gemacht ist es aber auf alle Fälle. Jedem, der das Album antestet, sei jedoch von vornherein gesagt, dass es sich hier um ein ruhiges Werk handelt, welches sicher nicht gerade der Hauptklientel unserer Seite entsprechen wird.

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