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Ethereal Riffian: Youniversal Voice

Doom-Fans sollten definitiv mal reinhören
keine Wertung
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 65:22
Release: 15.02.2016
Label: Eigenproduktion

Es gibt ja so gewisse Alben, die besonders schwer zu bewerten sind, bei denen man sich ewig reinhören muss, von denen man aber auch nach einem Dutzend Rotationen noch nicht wirklich weiß, was man davon halten soll. Mal liegt es daran, dass sie so komplex sind, mal daran, dass sie so abgefahren sind, dann kann es sein, dass sie zwar kompetent eingespielt wurden, aber die Songs nicht recht zünden – die Ukrainer von Ethereal Riffian fallen wohl weitestgehend in letztere Kategorie. „Youniversal Voice“ (bedingt gelungenes Wortspiel, by the way) ist allerdings ein Livealbum, nachdem die Truppe mit „Shaman’s Visions“ (2011) und „Aeonian“ (2014) bereits zwei Studio-Longplayer vorweisen kann.

Beide Alben sind mir persönlich unbekannt, jedoch spielt das Quartett auf dem vorliegenden Livemitschnitt u.a. alle Songs des Zweitlingswerkes, welches aus lediglich vier überlangen Stücken jenseits der Zehn-Minuten-Grenze besteht. Grundsätzlich hat sich die Band ein mystisch und psychedelisch angehauchtes Image verpasst, was ja schon das Coverartwork von „Youniversal Voice“ mit beispielsweise dem vierarmigen Mann und der Eule suggeriert. Musikalisch aber ist der Vierer eher im klassischen Doom-Bereich einzuordnen: Langsames Tempo, ein sehr leidender Sänger, feierliche, ausdrucksstarke Atmosphäre. Auffällig sind vor allem die vielen, virtuos gespielten Gitarrensoli, die ganz offensichtlich sauber ausgearbeitet und tadellos vorgetragen sind.

So weit, so gut. Das Problem ist nur die teilweise arge Monotonie, trotz gelegentlicher, durchaus passender Percussion-, Maultrommel- und Didgeridoo-Einschübe; die Songs sind durchdacht und behutsam aufgebaut, aber es fehlen bei aller Stimmung und spielerischer Kompetenz die Dramatik und die echten Highlights. Zudem ist die Stimme von Frontmann Valeriy Kornev (der vor allem unter dem Pseudonym „Stonezilla“ firmiert – das nenne ich doch mal einen coolen Stagenamen!) zwar zu der Art Musik, wie sie Ethereal Riffian fabrizieren, sehr passend, es fehlt allerdings an Volumen, Kraft und Tiefe und auch die sporadischen Growls kommen wenig mächtig herüber – lediglich die hohen Töne bei den hin und wieder auftauchenden Schreien kommen erstaunlich gut herüber.

Auch der recht natürliche, sehr von den Gitarren dominierte Sound mutet sehr echt und authentisch an (wobei der Bass etwas untergeht), trotzdem kommt nur zum Teil Live-Feeling auf, weil die Band einerseits keine Ansagen bringt und die Publikumsreaktionen äußerst spärlich ausgefallen sind. Ein bisschen müder Applaus zwischen den Songs, ein paar Rufe, ein paar Pfiffe – Begeisterung sieht anders aus und man darf annehmen, dass die Jungs die Scheibe in irgendeinem kleinen Kiewer Underground-Schuppen aufgenommen haben und an jenem Abend sicherlich nicht der Headliner waren.

Zum Nebenherhören zum Beispiel beim Lesen eignet sich dieser knapp über eine Stunde dauernde Auftritt bestens und bei konzentriertem Hören darf man sich über die tollen Gitarrenarrangements freuen, insgesamt aber klingt das Ganze trotz Bemühens doch ein wenig gleichförmig. Selten, so wie beim Beginn von „Voice Of Reason“, wird mal ein wenig aufs Gaspedal getreten, ansonsten ist das Tempo quasi gleichbleibend. Doom-Fans sollten sich diese Formation trotzdem notieren und definitiv mal reinhören. Für alle anderen könnte die Angelegenheit auf Dauer etwas langweilig werden.

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