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Eternal Tears Of Sorrow: Children Of The Dark Waters

Wo ist der Ohrwurm?
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 44:27
Release: 22.05.2009
Label: Massacre Records

Einen zweiten Akt an den Beginn eines Albums zu stellen, ist eindeutig ein ungewöhnlicher Entschluss. Logischerweise erfordert dies nämlich die Existenz eines ersten Aktes; an einer direkten Anknüpfung an die musikalische Vergangenheit kommt so keine Band mehr herum.

Mit der Verwendung von „Angelheart, Ravenheart (Act II: Children Of The Dark Waters)“ als Eröffnung für das im Akttitel schon benannte Album „Children Of The Dark Waters“ machen Eternal Tears Of Sorrow, zumindest auf dem Papier, genau an der Stelle weiter, wo das Vorgängeralbum durch den Track „Angelheart, Ravenheart (Act I: Before the Bleeding Sun)“ endete.

Musikalisch fällt jedoch schon in den ersten Sekunden, in denen die CD läuft, ein Unterschied auf: Düsterer ist der Sound geworden, zugunsten der Mitten und der Bässe wurden die hohen Frequenzen in ihrer Ausgeprägtheit zurückgenommen.

Eternal Tears Of Sorrow pendeln auf den zehn Songs des Albums zwischen zwei Polen: Bei stark riffbasierten Tracks werden die Melodielinien von Keyboard und/oder Leadgitarre von den mächtigen Gitarren- und Basswänden der Rhythmusfraktion ein wenig zurückgedrängt. Dies ist auch beim schon erwähnten „Angelheart, Ravenheart (Act II: Children Of The Dark Waters)“ der Fall, in welchem das vom Keyboard unterstützte Riffing nicht klar abgegrenzt, sondern etwas diffus wirkt; ein Faktor, der verstärkend auf die ohnehin schon präsente düster-mystische Atmosphäre wirkt.

Doch es gibt auch eine andere musikalische Seite: Auf Melodie basierende Songs, bei denen eben jene auf einem zurückhaltenden Soundfundament schwimmt. Bei diesen Songs, etwa dem bereits als Single ausgekoppelten Lied „Tears Of Autumn Rain“, tritt vor allem das Keyboard in Form von Klavier oder E-Piano-Sounds hervor und durchbricht durch den klaren Klang alles, was an Instrumentierung über ihm steht und ist gepaart mit dem für Eternal Tears Of Sorrow charakteristischen, teilweise mehrstimmigen Gesang.

Zwei Songs sollen an dieser Stelle noch herausgehoben werden: Zum einen „Sea Of Whispers“, ein auf „Children Of The Dark Waters“ gleich in zweifacher Ausfertigung auftretender Song. In der Standardversion ist dies eines der melodiebasierten Lieder, das vom Tempo her zwar langsamer gehalten ist, aber durchaus nicht auf klangliche Härte verzichtet. Die Wiederaufnahme mit dem Bonustrack „Sea Of Whispers (Acoustic Reprise)“ wirkt jedoch völlig anders, die Grundmelodie ist dieselbe, doch durch die veränderte Umsetzung mit Verzicht auf Verzerrungen entsteht der Eindruck eines völlig neuen Songs, der lediglich zwischendurch bekannte Elemente wieder aufgreift. Dies kommt auch durch die zeitlich versetzte Lage der beiden Stücke zustande, da sich „Sea Of Whispers“ in der Mitte, die Reprise-Version jedoch am Ende des Albums befindet.

Einmal „Diary Of Demonic Dreams“, ein Track, bei dem sich die beiden Pole zu einem gewissen Grad treffen. Sind hier Riffing-Instrumente und Keyboardmelodie in etwa gleichgestellt, ist dies der Song mit dem ruhigsten und melodischsten Zwischenteil des ganzen Albums: Nach etwa zwei Minuten Spielzeit fährt die Band den Lautstärkepegel komplett herunter. Übrig bleibt eine Streicherstimme des Keyboards, über die sich der weibliche Gastgesang in seiner reinsten Form legt. Die mit einer zusätzlichen, klagend wirkenden Synthesizerspur darüber eingespielte zusätzliche Melodielinie fügt zu dieser Stelle noch eine weitere Klangfacette hinzu und macht sie dadurch zur eingängigsten Passage des gesamten Albums.

Dieser herausragende Punkt von „Diary Of Demonic Dreams“ lässt gleichzeitig die größte Schwäche von Eternal Tears Of Sorrow auf dem Album offenbar werden: Die Melodien bleiben mit Ausnahme der eben erwähnten allesamt nicht leicht im Ohr hängen, einen Höhepunkt ähnlich wie „Red Dawn Rising“ vom Vorgängeralbum „Before The Bleeding Sun“ sucht man vergebens.

So liefert die Band mit „Children Of The Dark Waters“ ein solides Melodic Death Metal-Album ab, dessen Songs jedoch, in Ermangelung richtiger Ohrwürmer, lediglich im qualitativen Mittelfeld dieses Genres mitspielen können.

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