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Eternal Tears Of Sorrow: Before The Bleeding Sun

Solides Album mit ein paar Durchhängern
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 43:11
Release: 23.06.2006
Label: Spinefarm Records

“Fünf Jahre war der Mucker krank, nun lärmt er wieder, Gott sei Dank”. Ok, das war nicht von mir sondern eher frei nach Wilhelm Busch. Passt aber genau zur neuen Eternal Tears Of Sorrow. Die Finnen melden sich nach fünf Jahren Pause wieder lautstark zurück. Und das nicht nur wie bei vielen anderen Bands mit Worten, sondern auch mit einer Tat, sprich einem neuen Album namens „Before The Bleeding Sun“

ETOS waren für mich bisher eine dieser berühmten „Habe den Namen schon einmal gehört“-Bands. Umso mehr habe ich gestaunt, dass die Nordmänner bereits seit 1994 aktiv sind und auf zwei Demos und aktuell fünf Alben zurückblicken können. Der größte Erfolg war dabei sicherlich die Europatour im Jahr 2000 als Supportact von Nightwish. 

Wie dem auch sei. Eternal Tears Of Sorrow schicken sich also an, verlorenen Boden gutzumachen. Mit zwei neuen Leuten an Bord (Gitarre, Keyboard) und einer illustren Schar an Session-Musikern (Nightwish, Sonata Arctica, Ram-Zet), geht es jetzt also in die fünfte Album-Runde.

Geboten wird laut Labelinfo melodischer Death Metal, doch wäre ich als geneigter Fan des Genres vorsichtig, dass so zu unterschreiben. Sicherlich sind zwei bis drei Songs mit diesem Touch behaftet und der nicht all zu tiefe Grunz-/Kreischgesang passt dazu auch wie Arsch auf Eimer. Jedoch bewegt sich der überwiegende Teil von „Before The Bleeding Sun“ eher im keyboardgeschwängerten Melodic (Bombast) Metal mit leichten, progressiven Einflüssen. Knetet aus Nightwish, Sonata Artica und Children Of Bodom einen soliden Teig und würzt das ganze mit einer Prise Dark Tranquillity und alten In Flames. Fertig ist der Teig, aus dem Eternal Tears Of Sorrow ihre Brötchen backen. 

Seltsamerweise vereinen sich die Stärken und die Schwächen von „Before The Bleeding Sun“ in einem Instrument, dem Keyboard. Auf der einen Seite gibt es der Platte die gewisse Charme, weil die Linien wirklich ausgereift, sehr gekonnt und immer homogen zum eigentlich Song wirken. Außerdem verkommt das Tasteninstrument nie zum Erzeuger irgendwelcher Lückenfüllertöne – ganz im Gegenteil. Auf der anderen Seite ist jeder Song so mit dem Sound des Instruments zugepflastert, dass ich mir das ein oder andere Mal gewünscht habe, dass sich der Tastenmann auch mal zurücknimmt. Irgendwann wird es dann nämlich in meinen Ohren richtig nervig. Nehmt die göttlichen Children Of Bodom und multipliziert deren Keyboards mit zwei. Dann wisst ihr ungefähr, was ich meine.

Richtig gelungen klingen in meinen Ohren Songs wie der Opener „Sweet Lilith Of My Dreams“ (schiebt ordentlich nach vorne, starker Refrain, prägnantes Key-Figur und geiles Keyboard/Gitarren-Solo), „Red Dawn Rising” (fluffiger Rocker mit cleanem Gesang - erinnert insgesamt eher an Gothic Rock) oder das knapp 9-minütige „Angelheart, Ravenheart (Act I: Before The Bleeding Sun)“ (sehr geiler Refrain und fette Chöre – Gänsehautstimmung). 

Das absolute Highlight ist jedoch „Sakura No Rei“. Das Teil fungiert augenscheinlich als längeres Intro für „Sinister Rain“, kann aber trotzdem als eigenständiger Song angesehen werden. Hier erzeugen ETOS eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Hammer.

Der Rest des Materials sollte dem geneigten Hörer annähernd so gut gefallen wie die genannten Songs, nur fallen diese in meinen Ohren qualitätstechnisch ein wenig ab. Oder das Keyboard dudelt da besonders penetrant und raubt den anderen Instrumenten ihren Freiraum, dass kann auch sein. 

Schau ich also mal auf der Haben-Seite nach. Da stehen ein fetter Sound und ein solides Songwriting mit dem ein oder anderen Highlight und schicken Ideen im Bereich der Keyboard-Linien. Auf der Soll-Seite tummeln sich die Eigenständigkeit, welche mir im Großen und Ganzen fehlt und das an manchen Stellen nervende Keyboard, wenn es den Song einfach nur zupackt.

Da bleibt buchhaltungstechnisch gesehen ein solides Album mit ein paar Durchhängern über, welches die Melodic Metal-Fraktion sicherlich gütlich stimmen (sofern die sich mit den rauen Vocals anfreunden können), die Melodic Death Metal-Fraktion aber eher zu gespaltenen Reaktionen animieren wird. Denn die sind bei Children Of Bodom, Norther oder Imperanon besser aufgehoben.

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