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Eskeype: Legacy Of Truth

Trotz Violine nicht halb so spannend, wie man meinen könnte
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 56:35
Release: 18.09.2010
Label: Suisa

Bereits vor einem Jahr erschien die Platte „Legacy Of Truth“ von Eskeype, einer Combo aus der französischen Schweiz. Warum das gute Stück erst jetzt bei uns eintrudelt, wissen die Götter – jedenfalls markiert die Platte das erste Full-Length-Album der Truppe, nach dem Viertracker „First Process“ aus dem Jahr 2008. Mit einer innovativen Mischung aus Black, Death, Viking, Pagan und Metalcore will der Sechser auftrumpfen, aber ganz ehrlich: Nach dem ersten Durchlauf hört man nur Melodic Death Metal, von einigen gelegentlichen progressiveren Elementen mal abgesehen. Für den individuellen Touch sorgt Sänger Nico M. mit seiner Violine – die muss man zwar mit der Lupe suchen, aber immerhin steht sie mit in der Besetzung.

Man merkt es vielleicht schon an der Einleitung: So ganz kann „Legacy Of Truth“ nicht überzeugen. Der „Prologue“ gestaltet sich schon mal recht symphonisch, man könnte wahlweise an Bands wie Nightwish (die das Intro aber bei weitem nicht so platt umgesetzt hätten) oder, wenn man ganz mutig ist, an Dimmu Borgir denken. „The Chronicle’s Origin“ besteht dann aus zwei Teilen, wobei beide sich vom Härtegrad her nicht viel nehmen. Schade, hätte man hier doch wunderbar die härtere und softere Seite der Band herausstellen können. Dafür bietet der zweite Teil ein schönes Violinenstück, bei dem die Gitarren aber leider irgendwie die fast romantische Stimmung zersägen.

„Dreamtime For A Basic Instinct“ verfügt dann sogar über so etwas wie Breakdowns, lässt sich aber trotzdem so ganz und gar nicht dem Metalcore zuordnen. Der Track ballert aus allen Rohren und gewürzt mit Nicos derbem Gekeife kommt hier erstmals richtig Stimmung auf. „Exposure Of A Nation (Scartezia)“ wird zwar von einer schön gezupften Violine eingeleitet, danach gleitet der Song aber in die Mittelmäßigkeit ab. Ebenso verhält es sich bei „A Night In The Unknown“, nur dass hier der Refrain in schönster Viking-Manier mit einem leichten Amon Amarth-Touch daherkommt, man den Rest des Tracks aber sehr sorglos unter den Teppich kehren kann.

„Resurrection For The Ray Of Light“ bietet dann wieder Spaß, weniger Spannung, aber trotzdem gute Qualität – in bester Death-Metal-Manier treiben die Gitarren voran, der Gesang driftet gar teilweise in schwarzmetallische Gefilde ab, alle Tempowechsel sind an der richtigen Stelle und auch hier zerfleddern Breakdowns das Gesamtbild, auch wenn diese nicht gar so heftig ausfallen wie noch bei „Dreamtime For A Basic Instinct“.

Das etwas über zweiminütige „The Way Of Silence“ beeindruckt dann mit einer kristallklaren Violine und ruhigem Gesang, was besser zusammenpasst, als man es bei Eskeype erwartet hätte. Hier kommen Nicos Geigen- und Gesangsfähigkeiten im Doppelpack zum Tragen und fabrizieren einen absoluten Anspieltipp. Das war’s dann aber auch schon mit den Begeisterungsstürmen: Mehr können Eskeype nicht reißen, auch gegen Ende der Platte steht kein Highlight mehr an. Geschrei, Gitarren und Drums rauschen an einem vorbei, werden ab und an mal von einer aufschreienden Violione unterbrochen („The Survivors“), die sich sicherlich auch fragt, wo denn die ganze Kreativität versteckt ist, die sich aus der angeblichen Kombination der eingangs genannten Stile zusammensetzen müsste. Man weiß es nicht und leider findet man es auch nach mehrmaligem Durchhören nicht heraus: Die Schweizer scheinen talentierte Musiker zu sein, alle Instrumente sind technisch einwandfrei gespielt, nur im Struktur- und Arrangementbereich sollten sich die Jungs noch mal die Großen der Genres anhören, die sie bedienen wollen.

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