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Eschenbach: Mein Stamm

Hebt sich vom Deutsch-Rock-Einheitsbrei ab
Wertung: 8/10
Genre: Rock
Spielzeit: 41:05
Release: 26.04.2019
Label: Laute Helden

Eschenbach sind mittlerweile schon eine Weile im Rock-Geschäft unterwegs, genauer gesagt bereits seit vierzehn Jahren. Der richtige Durchbruch schien ihnen, trotz einiger Achtungserfolge und der Unterstützung befreundeter Musiker, bisher noch nicht wirklich beschieden. Warum ihnen der letzte Ausreißer nach oben noch nicht gelang, ist schwer zu sagen, vielleicht sind die wenigen Outputs ein Grund, zumal man die Deutsch-Rock-Szene sonst eher als veröffentlichungswütig beschreiben möchte. Mit „Mein Stamm“ schickt der Fünfer nun sein drittes Werk an den Start und man darf durchaus gespannt sein, ob die Mannen rund um Gründungsmitglied Philip Eschenbach lieber auf Klasse denn auf Masse setzen.

Schon der Opener „Wer bist du“ kracht nicht nur ordentlich los, sondern lässt vor allem die Frage aufkommen, ob man hier wirklich den „Deutsch-Rock“-Begriff verwenden will. Das gesamte Album hebt sich deutlich von den Vorstellungen des Genres ab; nicht nur, dass hier mehr stilistische Einflüsse aus Hard Rock und Metal zu hören sind, auch klingt das Werk um einiges experimenteller. Von anbiedernder Radiotauglichkeit oder „ich mache Musik, die derzeit gut läuft“ ist hier wenig zu spüren, stattdessen gibt es kantigen Rock, der mit Sicherheit auch nicht jedem sofort ins Ohr gehen wird. Zumal weder Philip, noch der 2016 hinzugekommene Konri Mizrajim Togbonou, über besonders einschmeichelnde Stimmen verfügen. Dafür können sie dem eh schon rauen Sound noch den letzten Schliff verpassen, und sie drücken ihm wie bei „Kehrmaschinen“ gleich noch ihren Stempel auf.

Thematisch setzen Eschenbach auf ein 360°-Panorama rund um ihren Stamm, der im Falle von „Falschmelder“ eine Auseinandersetzung mit Denunzianten bringt. Zudem bringt der Titel den ersten markanten Fixpunkt auf das Album, der sowohl über marschierende wie ruhige Sequenzen verfügt und außerdem mit eindringlichem Gesang überzeugt. Das eigenwillige und doch überaus gelungene „Angst“ beschäftigt sich hingegen mit lähmenden Ängsten etwas oder sich selbst zu bewegen, dabei trumpft der Song mit seiner Mischung aus treibenden, ausschweifenden und minimalistischen Parts auf. In „Wieviel Wovon“, welches ebenfalls mit einer guten musikalischen Ausarbeitung punktet, setzt man sich hingegen mit wachsendem Konsumterror auseinander.

Erwähnenswert ist unter anderem noch das bereits im Vorfeld ausgekoppelte „Feuer“, welches mit feinster Dynamik glänzt und durch seinen Rap-Einfluss eine weitere spannende Abwechslung bereithält. Außerdem brilliert der Fünfer gen Ende der Scheibe noch mit dem ruhigen „Blut“, bei dem man mit der Symbiose aus Akustikgitarre und Keyboard eine eindringliche Tiefe schafft.

Damit kommt „Mein Stamm“ zum einen recht abwechslungsreich daher und kann sich zum anderen vom Einheitsbrei bestens absetzen. Titel mit guter Dynamik, vorgetragen mit markanten Stimmen und untermauert von kräftigen Gitarren, setzen sich zu einem attraktiven Album zusammen, welches zwar nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte, aber deutlich über das Attribut „interessant“ hinauskommt.

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