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Eschenbach: Eschenbach

Noch fehlt es an Homogenität
Wertung: 6.5/10
Genre: Hardrock/Metal/Deutschrock
Spielzeit: 47:42
Release: 18.12.2009
Label: 3R Entertainment/Cargo

Die Bandgeschichte von Eschenbach reicht bis ins Jahr 2005 zurück. Damals gründen Philip Eschenbach an der Gitarre und Ben Tewaag, Sohn einer gewissen Uschi Glas, am Mikrofon die Band unter dem Namen Ultima Ratio Regis. Zusammen nimmt man ein paar Songs auf, holt sich als Drummer Nils Berger von Dog Eat Dog dazu und tingelt ein wenig durch die Lande. 2008 benennt man sich in Eschenbach um und beschließt, ein Album aufzunehmen. Zum Glück für Glaubwürdigkeit und Namedropping-Faktor schafft man es, als Produzent Ex-Böhse Onkelz-Kopf Stephan Weidner zu gewinnen, der nicht nur die Aufnahmen leitet, sondern auch mehreren Songs seine Stimme leiht. Weil Sänger Tewaag Ende 2008 im Gefängnis landet wird der Posten am Mikrofon ohnehin neu besetzt; der Münchener Riitchy Schwarz nimmt ihn ein. Für noch mehr stimmliche Abwechslung holt man sich außerdem Unterstützung von den Sängerinnen Yen und Nina C. Alice.

Das Endergebnis der vielköpfigen Studioarbeit liegt nun in Form des selbstbetitelten Debüts vor und beginnt einigermaßen pompös mit einem an Filmmusik erinnernden, klassischen Orchesterintro: Bläser, Pauken, flirrende Streicher und ein Vokale intonierender Chor leiten über zum ersten echten Song "Zwischen Schuld Und Sühne", der mit seiner doch recht gewöhnlichen Hardrock-Prägung etwas beliebig auf seine Ankündigung folgt. Thematisch dreht sich der Track, lyrisch kryptisch und durchaus ansprechend gestaltet, um Drogenkonsum, und liefert einen guten Einstieg in die Platte.

Bei "Schwarze Löcher" tritt Produzent Weidner hinters Mikrofon um für ihn typische Zeilen wie "Ich hasse euch und ihr hasst mich" zum Besten zu geben. Manchen wirds gefallen, wer hingegen mit dieser Art von Märtyrerpathos noch nie sonderlich viel anfangen konnte verpasst weder hier, noch beim nachfolgenden "Allein" ("Sei dir selber treu", "Erkenne deinen Dämon", "Allein auf leeren Straßen" und so weiter) irgendetwas. Wie man zudem ungestraft "gibt" auf "Gleichgewicht" reimen kann, ist auch sehr fraglich. Glücklicherweise sind solche textlichen Unschönheiten eher die Ausnahme.

"Russisch Roulette" ist thematisch interessant und die von Ben Tewaag gesungenen Strophen finden durchaus Gefallen, der Refrain gerät jedoch recht einfallslos und nervt schon nach kurzer Zeit. Den Kontrast zu dem recht düsteren Track bildet "Reise zur Sonne", ein opulentes Liebeslied, das für meinen Geschmack etwas zu pathetisch, trotzdem aber wesentlich stimmiger erklingt als das lahme "Mach's Gut" im Anschluss. "Selbstmedikation", das von Yen gesungene "Frag Dich Selbst" und der letzte Track "Blick In Den Spiegel" machen dagegen mehr Laune, ansonsten herrscht aber eher Mitttelmaß. Als besondere Crux entpuppt sich die Sängerrotation, die eigentlich für Abwechslung sorgen sollte, stattdessen aber der Homogenität im Wege steht: Nicht wie das Werk einer Band wirkt "Eschenbach", sondern wie eine Sammlung von professionell arrangierten und gespielten Hardrocktracks in deutscher Sprache. Zudem passen längst nicht alle Stimmen zu den ihnen zugeteilten Songs: In "Russisch Roulette" war Ben Tewaag beispielsweise noch gut aufgehoben, in "Warum Nur?" stört sein präzise artikulierendes und affektiertes Organ aber ziemlich.

Wie ein von Stephan Weidner produziertes Hardock-Album klingt, kann man sich recht leicht ausmalen. Natürlich versteht der Mann sein Handwerk und hat ja bereits einiges an Erfahrung in Sachen "deutschsprachige Rockmusik" vorzuweisen. Wie aber die Band Eschenbach klingt, davon kann sich der Hörer auf besagtem Album nicht ganz so leicht ein Bild machen. Es bleibt wohl abzuwarten, wie sich die Truppe entwickelt, wenn erst einmal ein festes Lineup etabliert ist, das ein stimmiges Gesamtwerk vorlegt. Mit "Eschenbach" ist immerhin ein erster Schritt gemacht und eine recht ordentliche Platte mit Licht und Schatten finden Genrefans hier allemal vor.

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