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Eschaton: Isolated Intelligence

Diese Band verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit!
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 46:23
Release: 03.03.2012
Label: Eigenproduktion

Dass die österreichischen Schwarzmetaller Eschaton nicht gerade die Schnellsten sind, was Veröffentlichungen angeht, haben wir bereits beim letzten Release „An Instrument Of Darkness“, einer Zwei-Track-Scheibe, die im Oktober 2010 erschien, festgestellt: Vor diesem Output hatte man es nämlich trotz Bestehen seit 1998 lediglich auf zwei Demoalben gebracht. Seit Anfang 2012 ist es aber endlich soweit und mit „Isolated Intelligence“ liegt der erste „richtige“ Longplayer vor. „An Instrument Of Darkness“ war nur so etwas wie der Appetizer, dies allerdings im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Band zeigte in Sachen Songwriting, Arrangements, handwerklichem Niveau und Produktion, dass sie ordentlich was auf dem Kasten hat und machte wahrlich Lust auf mehr. Da wartet man dann doch lieber etwas länger, wenn man dafür Qualität vorgesetzt bekommt; jedenfalls besser als ein Album nach dem anderen herauszubringen, aber nie wirklich zu überzeugen.

Im Gegensatz zu meiner Behauptung, beide Tracks der 2010er EP würden auch auf der kommenden Full-length erscheinen, hat es nun doch nur ein Song auf die Platte geschafft – logischerweise „Isolated Intelligence“, das an dritter Stelle steht. Als Opener fungiert zunächst „Transcending Satanism“, und die Ösis legen gleich los wie die Feuerwehr. Mit markerschütterndem Geschrei und ordentlich Blastbeats stellt man von Anfang an klar, dass hier weder Gefangene noch Kompromisse gemacht werden. Genauso intelligent wie auf den schon von „An Instrument Of Darkness“ bekannten Stücken setzt man dann aber alsbald auf eine abwechslungsreiche Songstruktur, nimmt hier und da den Fuß vom Gaspedal und glänzt mit stets schlüssigen Tempowechseln: Da wird ebenso mächtig gegroovt oder im Downtempo mit fetten, eingängigen Riffs um sich geworfen, und alles hat Hand und Fuß. Ein absolut begeisternder, großartiger und mitreißender Auftakt – besser kann man zeitgemäßen Black Metal kaum gestalten. Die Kunst besteht darin, dass das Ganze trotz des hohen handwerklichen Niveaus, des progressiv angehauchten Charakters und der amtlich drückenden Produktion nie verkopft, sondern sehr basisch und echt klingt.

Sich in Form von mehreren Durchläufen auf die Suche nach Details zu machen, ist natürlich trotzdem gestattet, zumal hier nur fünf Tracks vorliegen, die es trotzdem auf eine Gesamtspielzeit von gut 46 Minuten bringen. Allerdings ist außer dem Eröffnungstrack auch kein Stück unter acht Minuten lang und die zweite Nummer „Current Void“ nicht so einfach zugänglich wie der Opener; hier herrscht über weite Strecken eine schwermütigere Stimmung vor, die mit ihren vielen Spannungspausen, der weiblichen Stimme und den endgeilen Dissonanzen bisweilen an Satyricon zu „Volcano“-Zeiten erinnert.

Der fantastische Titeltrack, bei dem dann auch männlicher Klargesang hinzukommt, war ja schon von „An Instrument Of Darkness“ bekannt und ist ein weiterer toller Trip durch die Welt des Black Metal – hier ist von klirrender Raserei über mächtige Grooves bis hin zu erhabenen Melodien wieder alles dabei, was das schwarze Herz begehrt; ein Songaufbau, der sich sehen und hören lassen kann und Riffs, die schlicht ergreifend dazu nötigen, die Nackenmuskulatur zu strapazieren.

Für Eschatons Kompromisslosigkeit spricht dann, den mit Abstand längsten Track der Platte, das 15-minütige „The Black Tunnel“, rein instrumental zu gestalten. Die Nummer präsentiert sich hauptsächlich im Midtempo und ist zunächst sehr Riff-lastig gehalten – hier zeigt sich außerdem einmal mehr das Faible der Linzer für Spannungspausen. Des Weiteren wurden in der Mitte sphärischere, melodische Passagen eingebaut, die sich sehr gut machen, da sie die Angelegenheit auflockern und schließlich in einer Blastbeat-Sequenz münden. Klasse, wie dann am Ende mittels eines beinahe geheimnisvoll klingenden Grooves wieder zum Anfangsthema zurückgekehrt wird. Absolut spannende Reise durch die Dunkelheit; der Titel ist auch ohne dass jeglicher Text vorkommt ziemlich passend gewählt.

Man kann es nicht oft genug betonen: Diese Kerle wissen einfach, wie es geht – das wird auch beim finalen „A Storm To Purify This World“ deutlich, das mit seiner Mischung aus technischem Können, clever eingewobener Melodik und kompositorischer Klasse schon beinahe die Brillanz der schwedischen Schwarzwurzel-Überflieger von Naglfar besitzt. Hier liegt völlig zweifelsfrei eine superbe Scheibe vor, die jeder Black-Metal-Freund gehört haben sollte. Diese Band hat viel, viel mehr Aufmerksamkeit verdient!

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