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Escape The Fate: Hate Me

Nicht schlecht, neu aber auch nicht
Wertung: 6,5/10
Genre: Alternative Rock, Post Hardcore
Spielzeit: 53:21
Release: 30.10.2015
Label: Eleven Seven Music

Über zehn Jahre Erfahrung, fünf Alben und ein paar Charterfolge in den USA – die Bandhistorie von Escape The Fate liest sich bis hierhin nicht schlecht. Mit ihrem neuen Longplayer „Hate Me“, der ab Ende dieses Monats auf der Ladentheke zu finden sein wird, wollen die Amis nun noch etwas draufsetzen. Der Beipackzettel verspricht dabei (wie immer natürlich) ein starkes Album mit nie da gewesener Vielfalt.

Zumindest was die Vielfalt angeht, darf man dem getrost zustimmen. Das aus Las Vegas stammende Quartett bewegt sich auf dieser Scheibe oftmals vom ursprünglich praktizierten Post-Hardcore bzw. Metalcore weg, hin zu einer wesentlich radiotauglicheren Alternative-Rock-Variante.

Das wird schon auf dem zweiten Titel der Scheibe deutlich, der sich trotz eines harten Riffs doch recht melodisch ins Ohr schleicht, gleich im Anschluss übertreiben Escape The Fate es dann aber auch schon – „Remember Every Scar“ ist zumindest dem Verfasser dieser Zeilen zu glatt gebügelt und die „Oh Oh Oaah“-Refrains müssen nun wirklich nicht sein. Aber gut, ein breites Publikum gibt es für diese Musik allemal und an sich ist es ja auch nicht verwerflich, sich ein bisschen in Richtung Mainstream zu orientieren.

Schade ist nur, dass „Hate Me“ es dabei selten über das Label gehobener Durchschnitt schafft. Was das Quartett hier auf CD gepresst hat, ist bei weitem nichts Neues, sondern klingt des Öfteren, als hätte man es schon tausendmal an anderer Stelle gehört. Zwar hat das Album auch ein paar starke Momente, so haut beispielsweise der Opener ordentlich rein und überzeugt mit cooler Gitarrenarbeit, während der Titeltrack eine wirklich gelungene Mischung der härteren und melodischen Gangart darstellt; der Großteil der Platte klingt aber leider doch eher durchschnittlich. Die meisten Songs sind und bleiben einfach auf einen Hit schielende, glatt gebügelte Mainstreamkost, in der in der Regel alles auf den simplen aber eingängigen Mitsingrefrain hinausläuft. Hier und da mit Blastbeats oder Shouts verfeinert natürlich, ganz vergessen hat das Quartett seine Wurzeln dann doch nicht. Trotzdem, man wird das Gefühl nicht los, dass Escape The Fate zu rational an diese Scheibe herangegangen sind, da sind zum einen die stark kommerziell angehauchten Songs, die auf Erfolg zu schielen scheinen, und auf der anderen Seite die harten Elemente aus den Anfangstagen, die bisweilen leicht gezwungen wirken.

Dazu passt dann auch, dass die Bonussongs der Deluxe-Version wesentlich frischer, freier und überzeugender wirken. Während „End Of The World“ mit seiner atmosphärischen Dichte besticht, stellt „Redline“ mit einem perfekten Mix der verschiedenen Bandelemente das Highlight der Platte dar. Abgerundet wird das Paket durch zwei interessante Remixe, eine Spielerei, die der Band auch nicht schlecht zu Gesicht steht.  

Ihre Zielgruppe, aus der das Album nun wirklich kein Geheimnis macht, werden Escape The Fate mit „Hate Me“ wohl erreichen, innovativ-atemberaubendes Songwriting lässt sich der Gruppe allerdings nicht attestieren. Der sechste Studiooutput der Band ist solide produziert, hat gerade in den härteren Parts und Solopassagen auch seine Momente und ist, ob man den Stil nun mag oder nicht, durch die Bank solide komponiert.

Die Richtung, die die Amerikaner hier einschlagen, ist aber nun mal im Moment auch am boomen, wenn nicht schon übersättigt, und da „Hate Me“ bei aller Souveränität wenig atemberaubende Momente oder neue Ideen bietet, kann man auf dieses Album getrost verzichten – einigen starken Songs zum Trotz reicht es hier auch bei Genreliebhabern nicht für den Status eines Must-haves.

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