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Erlen Meyer: Sang Et Or

Eine Sonate in Sludge
Wertung: 8,5/10
Genre: Sludge
Spielzeit: 44:20
Release: 25.01.2019
Label: Argonauta Records

Erlen Meyer aus dem französischen Limoges sind eine Band, die bisher beschämenswerterweise an mir vorbei ging. Allein schon der clever ausgesuchte Name hätte eigentlich für Aufmerksamkeit sorgen müssen, zudem hat sich die Band auch noch im Sludge-Genre angesiedelt, das sowieso immer wieder für Überraschungen gut ist, wenn man auf gedrückten, dreckigen Sound steht.

Allzu dreckig geht es bei Erlen Meyer auf ihrem aktuellen Album „Sang Et Or“ nun gar nicht zu, dafür aber umso düsterer und brutaler. Schon das Artwork ist hauptsächlich in schwarz weiß und entsprechend minimalistisch gehalten; um die Texte der Truppe verstehen zu können, sollte man des Französischen mächtig sein, aber auch ohne tiefere Sprachkenntnisse verbreiten die acht Tracks bittere Schwärze.

Um die knappe Dreiviertelstunde Finstersludge dann auch wirklich durchzustehen und im besten Falle auch genießen zu können, benötigt man dann schon ein etwas dickeres Fell. Neben tief gestimmten und ziemlich schlammigen Gitarrenriffs brüllt sich Sänger Oliv mit einer Inbrunst durch die Songs, die gut als Soundtrack zu einem Katastrophenfilm passen würde. Das fängt schon beim vorneweg ausgekoppelten Opener „Coton Cardé“ an und steigert sich im absoluten Anspieltipp „Rouge Cardinal“ mit seinen zackigen Dissonanzen und den schwarzmetallischen Melodiebögen im Hintergrund, die anmuten wie ein wütender Schwarm Hummeln. Die aufkeimende Monotonie muss hier nicht etwa als Manko angekreidet werden, sondern dient vielmehr als hypnotischer Faktor.

„Grand Duc“ gebärdet sich dann geradezu manisch-depressiv, pendelt zwischen fast kaum hörbaren Sprechparts, die von einem stetig bedrohlichen Schlagzeug übertönt werden, und heftigem Gekeife, das gleich zu Beginn den Song auf‘s Treppchen katapultierten kann. Ebenfalls schlecht entziehen kann man sich dem etwas chaotisch anmutenden „Ré Ar Fi La“ mit seinen scheinbar unkoordiniert perlenden Gitarren zwischen derbem Geschrei, ein ganz eigener Charme wird hier verbreitet, den man jetzt auch nicht unbedingt mit Sludge verbunden hätte. So binden die Franzosen hier und dort kleine Experimente ein, die die Platte spannend halten.

Das Fazit fällt dann zwar größtenteils positiv aus, man muss aber schon deutlich die grauen Zellen anstrengen, um sich auf der Platte auf Dauer zurechtzufinden. Trotz leichter Reizüberflutung am Ende von „Sang Et Or“ muss man in erster Linie Sänger Oliv ein erstaunlich variables Organ attestieren, das zwischen gesprochenen Parts, fast schwarzmetallischem Gekeife und Coreshouts pendelt und somit einen knackigen Gegensatz bietet zu den sludgig-düsteren, teils zäh-sumpfigen Instrumentalparts, die der Rest des Quintetts im Verlauf der Spielzeit aus dem Boden stampft. Damit sind Erlen Meyer wahrlich eine der Sludge-Combos, die man in naher Zukunft mal im Auge behalten sollte.

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