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Erik Cohen: Live aus der Vergangenheit

Knalliges Rock-Monster, bei welchem tatsächlich Live-Feeling aufkommt
keine Wertung
Genre: Rock
Spielzeit: 68:49
Release: 22.11.2019
Label: RYL NKR Recordings

Die letzten rund fünf Jahre hat sich Erik Cohen seiner Trilogie gewidmet, welche mit „Nostalgie für die Zukunft“ startete, mit „Weisses Rauschen“ weitergeführt wurde und schließlich in „III“ ihren Abschluss fand. So ganz in Ruhe lässt ihn diese Serie allerdings immer noch nicht, denn mit „Live aus der Vergangenheit“ steht nun eine Nachlese bereit, für die sich die Musiker ein paar Tage im Studio einschlossen und Teile des Materials live aufnahmen.

Nun steht somit ein Live-Mitschnitt unter Studiobedingungen bereit, welcher mit seinen knapp siebzig Minuten auch in etwa über die Länge einer Live-Session verfügt und am Tage des Tourstarts veröffentlicht wird. Somit eignet es sich gut als Mitbringsel vom Konzert, vielleicht wäre es aber gar noch effektiver gewesen, die Scheibe als Vorgeschmack auf Kommendes zu streuen. So wie sich Erik Cohen und seine Kollegen hier präsentieren, wird ein Konzertbesuch letztlich zum absoluten Pflichtprogramm. Kommt doch auf „Live aus der Vergangenheit“ rauer, authentischer Rock zu Gehör, der das Essenzielle der drei Alben bündelt und in einer rohen Form steigert.

So steht als Opener folgerichtig „Kapitän“ und damit die erste Single des Soloprojekts des Smoke Blow-Fronters bereit, welche sich schwer und mächtig in den Ohrgängen breitmacht und einen perfekten Einstand bietet. Und genau auf diesem kraftvollen Niveau bleibt man in einer unglaublichen Beständigkeit, bei der es maximal Ausrutscher nach oben gibt. Da knallt „Mexikanische Lieder“ unglaublich kantig aus den Boxen, zudem geht der Kieler gesangstechnisch hier deutlich ungestümer ans Werk, was jedem einzelnen Song zu einer erhöhten Intensität verhilft. Beispiele finden sich auf der Scheibe en masse, sei es das etwas ruhigere „Neues Blut“ oder das fett auftrumpfende „Omega Mann“, bei dem man vor dem Fronter aufgrund seiner Dominanz schon etwas Angst bekommt.

Natürlich darf die Fußballhymne „Englische Wochen“ ebenso wenig fehlen, wie das bei Konzerten eh schon gespielte „Goldener Reiter“, von welchem man schon deutlich schlechtere Versionen gehört hat. Apropos fehlen: Sicher wird dem einen oder anderen geneigten Cohen-Freund doch sein eigentlicher Lieblingssong fehlen, eben wie man es bei Auftritten auch gewöhnt ist. Die Gesamtproduktion dürfte allerdings mehr als entschädigen, zumal die Mitmusiker eine wirklich gute Leistung erbringen und besonders Jan Späth an der Gitarre durch seine auffällige und variable Spielweise besonders hervorsticht. Zudem sind die Titel so gesetzt, dass man eine gut verlaufende Spannungskurve erlebt und im Mittelteil auch mal ein Gang runtergeschaltet wird.

Das Fazit kann man mit den Worten des Kielers einleiten: „Gib mir ein gutes Gefühl zurück“. Und genau dies erfährt man beim Hören der Platte. Wer auf erdigen, handgemachten Rock steht, sollte dringend ein Ohr riskieren und sich damit auch sputen, immerhin erscheint das Album nur als limitierte Auflage.

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